Posts by Karl Friedrich

    Äusserst repressives Regime, letztes Jahr wurden die Frauenrechte massiv eingeschränkt indem häusliche Gewalt mit milden Geldstrafen oder Kurzarresten geahndet wird:


    https://de.wikipedia.org/wiki/…sliche_Gewalt_in_Russland


    Dazu noch etwas Presse: https://www.theguardian.com/wo…to-fall-in-reported-cases


    http://time.com/5470166/domestic-violence-russia/


    https://www.elle.com/uk/life-a…ms-fight-for-their-lives/


    Etwas ideologiekritisches zu Putins politischem Selbstverständnis:

    https://www.nybooks.com/daily/…opher-of-russian-fascism/


    Auch die Verfolgung politischer Gegner ist gnadenlos, wie die Aktionen gegen Anarchistinnen beweisen:


    https://naroborona.info/2019/0…ainst-russian-anarchists/


    Übrigens sehr lesenswerte Seite!

    Lerne gerne hinzu, also ich führ noch ein paar Sachen aus:


    "Die Herrschaft Aller gegen Alle" erscheint mir die kapitalistische Realität: indem

    die Menschen täglich ihre Arbeit verkaufen (müssen) stellen sie die Verhältnisse immer

    wieder neu her die sie quasi im Hamsterrad gefangen halten und gemeinsam verschärfen sie

    letztlich die soziale Lage weil sie anstatt zu Streiken leider arbeiten.


    Natürlich sieht die wirtschaftliche Lage eines Kapitalisten völlig anders aus und ich sehe

    auch nicht, inwiefern ich dem widersprochen hätte. In meinem Beispiel mit Bill Gates

    schrieb ich ja ausdrücklich, dass er - obwohl es nicht zwangsläufig seine Absicht sein muss -

    Arbeiter ausbeutet. Mir war es wichtig, diesen Gegensatz aufzuzeigen um eben zu verdeutlichen wie tief diese kapitalistische Verwertungslogik greift.


    Es soll natürlich nicht vergessen werden, wie unterschiedlich die Lebensrealität der Menschen

    aussieht, eine Folge des Kapitalismus. Aber soweit mein Verständnis geht, ist dass Hauptproblem nur am Rande dass Kapitalisten mehr Geld, Kapital und Herrschaft haben, sondern

    das Waren für den Markt produziert werden und eben nicht für tatsächliche Bedürfnisse.


    In der Auflösung dieses warenproduzierenden Verhältnisses vermute ich die Problemlösung.


    Gruß


    KF

    Also bin gerade am lesen des erstens Bands und mir ist der Begriff der "Charaktermaske" auch aufgefallen. Wenn ich es richtig verstehe, beschreibt Marx die jeweilige (berufliche) Rolle der Menschen
    im Kapitalismus.


    Mir fällt auch auf, dass er durch die Mehrwertproduktion eine Säule der sozialen Ungleichheit beschreibt. Allerdings "erscheint" (so beginnt ja der erste Band) alles nur auf den ersten Blick so wie es ist bzw. nicht ist.

    Jedenfalls meine ich, dass der Kapitalismus nicht einfach nur die Herrschaft der Kapitalisten über die Arbeiter ist, sondern die Herrschaft Aller gegen Alle durch das Kapital.


    Dieses Kapital, allgemein gesprochen und nicht im Sinne von Reichtum eines bestimmten Kapitalisten, ist ein gewaltiger Sachzwang der alles unter seiner Logik bringt. Den jeweiligen Kapitalisten natürlich auch, weil er selber nach dieser Logik produzieren muss und selber dem Konkurrenzkampf unterworfen ist. Auch ein Bill Gates z. B., der sich durchaus sozial engagiert und dessen Mitarbeiter sich, nicht nur aber auch im Vergleich zu Apple unter Steve Jobs keineswegs ausgebeutet fühlen, beutet aufgrund dieser Logik des Kapitals zwangsläufig auch die eigenen Mitarbeiter aus, ob er will oder nicht. Denn die Mehrwertraten und damit die Anteile unbezahlter Arbeit sind allgegenwärtig.

    Die persönlichen Motiven driften also in den Hintergrund weil jeder gezwungen ist, der beschriebenen Logik zu folgen und letztlich eine "Maske" trägt.


    Die gegenwärtigen Herrschaftsformen sind allesamt abstrakter geworden und sie werden es in zunehmenden Maß. Es ist ja schon der Algorithmus als antreibender Faktor benannt worden. Vor diesem Hintergrund wundert es auch nicht, dass es Betriebe im Einzelhandel gibt, die zunächst überraschend progressiv auch die Auszubildenden selbständig einen Markt führen lassen und den Chef als direkten Vorgesetzten dadurch in den Hintergrund stellen. Diese "anarchistischen" Formen von Lohnarbeit mit besonders flachen Hierarchien gibt es inzwischen auch und die Logik des Kapitals macht wirklich alles integrierbar.

    Dann geb ich mal meinen Einstand: bin der Neuling hier und werfe eine freundliches "Hallo Zusammen" in die Runde! Bin über den YT-Kanal von Wal Buchenberg hier gelandet und zur Zeit, also in meiner freien Zeit dabei, Marxens "Kapital" zu lesen und denke hier wertvolle Hilfe dabei zu bekommen. Ein großer Dank an dieser Stelle an Wal Buchenberg für seine Vorlesearbeit und - vorab - für seine Erklärungen/Texte hier im Forum. Bin selbst kein Akademiker und hier ist es möglich, eine Art Marxlesekreis zu simulieren.


    Jetzt zum Thema: teile die genannten Kritikpunkte an der Linken. Letzlich will sie immer nur den Kapitalismus reformieren und erschließt dadurch letztlich nur neue (ökologischere) Märkte. Sie bejaht dadurch die Lohnarbeit und was mir durch die begonnene Marxlektüre auffällt ist die Tatsache, dass sie Wirtschaft nicht außerhalb der Warenproduktion denken kann.


    Ich frage mich, ob die Bewegung der Gelbwesten, die inzwischen durchaus und bedauerlicherweise auf der Rechten steht nicht einfach eine verschenkte Chance ist. Hier hat sich das Prekariat spontan und entschlossen und zunächst ohne klare Ziele und Führung (!) versammelt und selbstbewusst gefordert. Die Forderungen waren angesichsts der katastrophalen sozialen Lage völlig berechtigt. Mir kam die Abgrenzung von Seiten der Linken zu schnel, zu reflexhaft und es zeigt, wie stark sich die Linke von einer Generalstreikfähigen Masse abgespaltet hat.