Posts by nikotin

    Um alle Menschen zu versorgen, braucht es also mehr Land.

    Es braucht mehr Land und/oder weniger Verbraucher. Nicht nur in Hinblick auf Lebensmittel, auch alle anderen Ressourcen sind knapp bemessen. Deswegen denke ich, dass in einer kommunistischen Gesellschaft im internationalen Maßstab, eine Bevölkerungsplanung unausweichlich ist. Ich meine damit nicht, dass wir bereits existierende Menschen beseitigen sollen. Doch die Geburtenrate muss streng reguliert werden. Es wäre auch sinnvoll, wenn sich nur Personen mit intaktem Genmaterial fortpflanzen würden. So lässt sich die Quantität, aber auch die Qualität der Bevölkerung regulieren.

    PS (besonders nikotin): Regt euch bitte nicht wieder so auf, wenn euch jemand widerspricht. Ist doch alles nicht so dramatisch.

    Alles halb so wild. :thumbsup: Ich habe mittlerweile gelernt, das Ganze sportlich zu betrachten.



    Hallo Nikotin,

    Ich spreche über das Verhältnis zwischen Lohnarbeit und Kapital, du willst lieber über das Verhältnis zwischen Lohnarbeiter und Staat sprechen. Auch darüber müssen wir diskutieren, aber in diesem Thread geht es um das Verhältnis zwischen Lohnarbeit und Kapital. Das Verhältnis zwischen Kapital und Lohnarbeit ist das grundlegende undalles bestimmende Verhältnis im Kapitalismus. Nur von hier aus kann derKapitalismus verstanden werden und nur von hier aus kann der Kapitalismusbeseitigt werden. Wer nicht über das Verhältnis Lohnarbeit und Kapital sprechen will, will nicht über den Kapitalismus sprechen.

    Hallo Wal,

    ich denke, dass diese beiden Fragen sich nicht isoliert betrachten lassen. Und wenn ich von der Arbeiterklasse spreche, dann meine ich selbstverständlich die gesamte Arbeiterklasse der ganzen Welt. Ja natürlich haben wir in Deutschland eine Arbeiterklasse die objektiv ausgebeutet wird. Aber diese Ausbeutung nimmt eine ganz andere Dimension an, als es im Rest der Welt der Fall ist. Schließlich ist die Arbeiterklasse in Deutschland nicht von der Welt abgetrennt, im Gegenteil, gerade deswegen besitzt sie eine besondere Stellung innerhalb der internationalen Arbeiterklasse. Das Verhältnis von Lohnarbeit und Kapital ist die eine Sache. Aber ich kann am Ende genauso sagen: "Wer vom Imperialismus nicht sprechen will, der will auch nicht über den Kapitalismus sprechen." Das eine bedingt das andere.

    Allenfalls seinen Feinden wünscht man, dass sichihre Lebensumstände verschlechtern. Nur seinen Feinden wünscht man, dass ihnen Schlimmes passiert. Du behandelst die Arbeiter wie Feinde. Dir geht es nicht wirklich um das Wohlergeben derArbeiter. Dir geht es wirklich nur um deine eigenen Ziele. Dir geht es darum, dassschnell Revolution gemacht wird, und dass du recht bekommst. Die Arbeiter sinddir dabei nur Mittel zu deinem Zweck.

    Die Lohnarbeiter sind für dich Instrumente, umdeine Ziele zu erreichen.

    Dein Pech ist, dass die Lohnarbeiter nicht gerne "Instrumente" für andere sind. Dein Pech ist, dass die Lohnarbeiter einen eigenen Willen haben, und dass sie gerade in Deutschland ziemlichschlechte Erfahrungen damit gemacht haben, wenn sie irgendwelchen „Führern“ gefolgtsind - egal unter welcher Fahne diese (Ver)Führer aufgetreten sind.


    Für die Lohnarbeiter bist du nur ein weiterer (Ver)Führer, der sie unter seiner Fahne sammeln und auf einen Weg führen will, der deine Existenz verbessert, aber an der Lage der Arbeiter nichts grundlegend ändert. Es ist ein Weg, an dessen Ende abzusehen ist, dass die Arbeiter wieder nur Arbeiter bleiben, die für einen fremden Willen malochen müssen. Daran haben die Arbeiter wirklich kein Interesse.

    Nochmals: Ich denke, du hast ein „falschesBewusstsein“, nicht die Lohnarbeiter.

    So wie die Arbeiter in Deutschland aktuell drauf sind, betrachte ich sie als Feinde. Feinde der internationalen Arbeiterklasse. Deswegen bevorzuge ich auch eher den Begriff der Arbeiteraristokratie. Und du hast es richtig erkannt, mich interessiert nicht das Wohlergehen der Arbeiteraristokratie.

    Wal, wenn wir den Sozialismus wissenschaftlich erarbeiten, dann ist es doch klar, dass man die Arbeiter als "Instrumente" betrachtet. Glaubst du, dass ein Chirurg jedesmal Mitleid empfindet, wenn er einen Menschen aufschneidet? Wie sollte er sonst seinen Job machen?

    Und woher leitest du ab, dass ich ein "Führer" sein will? Denkst du wirklich, dass ich die Reinkarnation Stalins bin?!


    Aber ich denke, dass wir hier keine Einigung finden werden. Ich möchte nicht, dass wir im Streit auseinandergehen und deswegen kommt von meiner Seite nichts mehr. :)


    Mit besten Grüßen,


    nikotin

    Ich wechsle doch gar nicht das Thema. Hat nicht Marx selbst gesagt, dass man anhand des Wahlverhaltens der Arbeiter innerhalb der parlamentarischen Demokratie ablesen kann, wie es um das gegenwärtige Klassenbewusstsein bestimmt ist?


    Ja, deswegen hoffe ich, dass sich die Lebensumstände der Arbeiter(aristokraten) erheblich verschlechtert. Die Arbeiter hier haben ein kleinbürgerliches Bewusstsein, weil es ihnen schlicht zu gut geht. Doch bevor es soweit kommt, wird sich ein beträchtlicher Teil eher dem Faschismus zu wenden. Ich sage das wirklich nicht um dich zu ärgern, aber ich hege große Zweifel an der deutschen bzw. westlichen Arbeiterklasse.


    Viele Grüße,


    nikotin

    Welche Parteien werden denn hier vornehmlich gewählt? Sozialchauvinisten und Reaktionäre. Das sagt doch schon alles über die Arbeiter hier aus.

    Ich kann gewiss nicht in Millionen Köpfe gucken, aber ich habe schon mit genug Leuten gesprochen. Und das Ergebnis dieser Gespräche bestätigt mich in meinem Eindruck.


    Selbstverständlich habe ich ein Problem mit diesem Bewusstsein, weil es wahrhaftig kleinbürgerlich ist.

    Hallo Wal,


    ich glaube, dass du diese Umfrage sehr optimistisch deutest. Nach meiner Auffassung vertreten die 71% der Arbeiter die "Dienst nach Vorschrift" machen, ebenfalls

    ein kleinbürgerliches Bewusstsein, also ein falsches Bewusstsein. Ich weiß wie diese Leute ticken. Sie sind mit dem System nicht vollkommen zufrieden, aber letztendlich spielen sie trotzdem mit. Sie glauben, dass mit kleinen Handgriffen das System von Innen "repariert" werden kann. Das ist die sog. "Mitte der Gesellschaft", geistlose Mitläufer, die lieber in das kapitalistische Märchen flüchten, anstatt der Realität ins Auge zu blicken.

    Damit endlich etwas passiert, muss sich die Lebenslage dieser 71% drastisch verschlechtern.


    Viele Grüße,


    nikotin

    Hallo Wal,

    du beziehst dich wohl auf den Punkt Nr. 7 aus dem Dokument. Genau so ist es und ich stimme auch mit diesem Punkt vollkommen überein.

    Ich erkenne da keinen Widerspruch mit dem Marxismus, im Gegenteil. Der Marxismus vereint nach meiner Auffassung automatisch die unterschiedlichsten

    sozialen Bewegungen, wie z.B. Anti-Faschismus, Anti-Imperialismus, Feminismus und auch den sog. Ökosozialismus in einer einzigen Theorie.


    Die Ökosozialisten sprechen da ganz eindeutig vom westlichen Imperialismus. Sie bennen ihn vielleicht nicht als solchen, weil sie ihre Theorie nicht konsequent auf den Marxismus aufbauen.

    Dieser Ökosozialismus ist gut gemeint, aber mit guten Absichten allein lässt sich unsere kapitalistische Welt nicht wirklich ändern.

    In der Tat, der hier geschilderte Ökosozialismus weist eine gewisse Ähnlichkeit zum Frühsozialismus auf. Beide Strömungen haben gemeinsam, dass sie den Sozialismus "aus der Idee" ableiten und aufbauen möchten. Zu Zeiten von Owen oder Fourier war so eine Position verständlich und vertretbar, aber heute macht das natürlich keinen Sinn mehr.

    Andererseits wäre zu fragen, ob der metropolitane, politisch korrekt und sozialliberal gestrickte Hipster-Jugendliche nicht genauso konformistisch ist und seine Rebellion sich nicht gleichermaßen im Bestehenden bewegt. Wobei er halt mehr Wert darauf legt seinen pseudo-bildungsbürgerlichen Habitus und Narzissmus unter dem Mantel eines selbstgerechten Moralismus demonstrieren zu wollen.

    Absolut! Damit hast du das Wesen der Linksliberalen perfekt zusammengefasst. Diese Leute geben sich ja "ach so progressiv und weltoffen", aber den Kapitalismus wollen sie nicht überwinden.

    Hallo Wal,


    denkst du, dass der Kapitalismus gewaltfrei überwunden werden kann? Selbstverständlich wäre es mir

    lieber, wenn es auf friedlichem Wege funktionieren würde. Doch ich glaube nicht, dass das so klappen wird.

    Wo ich das Problem mit der Gewalt sehe, ist dass eben auch Unschuldige in Mitleidenschaft gezogen werden. Das bereitet

    mir große Sorgen. Wie lässt sich verhindern, dass wir versehentlich die falschen Leute als Klassenfeinde ausmachen?


    Mit besten Grüßen,


    nikotin

    Um den Kommunismus zu erreichen wird eine Revolution benötigt. Dass der friedliche Weg über Reformen (Sozialdemokratie) dazu

    nicht taugt, das wissen wir. Doch die Revolution ist zwangsläufig mit der Anwendung von Gewalt verknüpft. Gewalt gegen die offensichtlichen Handlanger

    der Bourgeoisie ist die eine Sache, aber wie sollen wir mit Abweichlern innerhalb der Arbeiterklasse umgehen? Wie sollen wir mit den Menschen umgehen,

    die uns persönlich nahestehen, aber objektiv betrachtet als politische Feinde zu anzuerkennen sind?

    Diese Frage ist nicht rein hypothetischer Natur, im Gegenteil. Die Menschen waren bereits in der Vergangenheit, als man versucht hat den Sozialismus zu etablieren, mit

    diesem Dilemma konfrontiert. Mir bereitet diese Frage sehr große Sorgen und ich weiß wirklich keine Antwort darauf.:(

    nikotin

    Ich finde deinen Gedanken wenig nachvollziehbar. Du behauptest ein Text und die mitgeteilten Gedanken seien "Schrott" und sowieso "befremdlich", bevor du überhaupt den Inhalt des Textes registriert hast.

    Ich lese halt keine offensichtliche Anti-Sovjet Propaganda. Dafür ist mir meine Zeit zu schade.


    Hallo Wal,


    ich kann deinen Standpunkt bis zu einem gewissen Grad nachvollziehen. Was ich allerdings sehr befremdlich finde, ist die Tatsache, dass du dein Argument mit einem Artikel der "Bundesstiftung Aufarbeitung" untermauern möchtest. Ich werde mir ganz bestimmt nicht diesen Schrott ansehen.


    Mit besten Grüßen,

    nikotin

    Auch das Maoistische China hat etliche Kriege geführt: Den antijapanischen Krieg, den Bürgerkrieg 1947-1949, den Koreakrieg, den Einmarsch in Tibet, die Invasion von Vietnam 1979. Und überall in der Welt gelten Maoisten nicht als gewaltfrei und friedlich, sondern als besonders militant.

    Doch letztendlich werden wir nicht auf Gewalt verzichten können, wenn wir die Macht der Kapitalisten brechen wollen. Gewalt kategorisch abzulehnen ist genauso kontraproduktiv, wie die kategorische Ablehnung von Patriotismus. Solange es der Arbeiterklasse dient, ist beides aus strategischer Sicht vollkommen legitim.

    Eine kommunistische Gesellschaft (wie ich sie verstehe), kennt keinen Zwang, keine abhängige Arbeit und keine großen Reichtumsunterschiede.

    Ich stimme dir da zu 100% zu. Aber was ist mit jener "historischen Notwendigkeit", um eben den Kommunismus realisieren zu können?


    Viele Grüße,

    nikotin

    Hallo Wal,


    nach meinem Verständnis, lässt sich der Kommunismus nicht aus dem "nichts" aufbauen. Das bedeutet, das eben jene materiellen

    Voraussetzungen erst geschaffen werden müssen. Und wir als Marxisten wissen, dass eine kapitalistische Phase notwendig ist, damit überhaupt

    jene materiellen Bedingungen geschaffen werden, die anschließend den Kapitalismus durch die neue Gesellschaftsordnung ablösen kann.


    Der Unterschied zwischen China und den anderen kapitalistischen Großmächten liegt darin, dass in China nach wie vor die KP die absolute Macht hat.

    Die KP Chinas hat kapitalistische Einflüsse ins Land gelassen, doch diese Einflüsse werden von der KP gebändigt und (hoffentlich) in den Dienst des kommunistischen Aufbaus geleitet.


    Natürlich weiß ich, dass China meilenweit von einem sozialistischen Paradies entfernt ist. Aber wenn man den Dengismus nicht eingeführt hätte, dann wäre das Land schon längst eine Kolonie des westlichen Imperialismus. Es ist so wie es jetzt ist ganz bestimmt nicht perfekt, ich mache mir da keine Illusionen. Aber eine andere Wahl gibt es wohl einfach nicht.


    Liebe Grüße,


    nikotin

    Ich muss gestehen, dass ich eine gewisse Hoffnung gegenüber der VR China hege. Sollte die chinesische KP es mit dem Kommunismus wirklich ernst meinen, dann freut mich selbstverständlich die bisherige wirtschaftliche Entwicklung Chinas. Denn nach meiner Auffassung, befindet sich das Land aktuell in einer sehr langen NEP-Phase(?)

    Hallo Wal,


    ich habe schon verstanden, mach dir keine Sorgen. :)

    Mit "mäßigen" meinte ich, dass ich mich besser benehmen werde. Vielleicht kam das in meinem vorherigen Kommentar

    nicht so gut rüber.


    Liebe Grüße,


    nikotin

    Ich möchte klarstellen, dass ich mich grundsätzlich mit allen möglichen linken Tendenzen arrangieren kann.

    Egal ob Maoisten, Trotzkisten oder gar Anarchisten. Aber es gibt auch "Linke" mit denen ich mich beim besten Willen

    nicht identifizieren kann. Und dazu gehören halt die Antideutschen.

    Ich vermute, dass du mit deiner Haltung Sektierertum vorbeugen möchtest. Das ist selbstverständlich eine gute Sache,

    aber irgendwann muss man halt auch eine deutliche Trennlinie ziehen.


    Aber nun gut, ich werde versuchen mich zu mäßigen.


    Liebe Grüße,


    nikotin

    Hallo Wal,


    vor kurzem hat Lindner ja seinen Bäckerei-Spruch rausgehauen. Das habe ich konkret gemeint. Später kam noch folgendes dazu: »Wer reale Probleme bei der Zuwanderung anspricht, wird von linken Trollen in sozia­len Medien als Rassist gebrandmarkt.«


    Eigentlich war es nicht meine Absicht, die Antideutschen zu beschimpfen. Es war eher als Feststellung gedacht. Ich wollte mit dem Begriff "linksgedrehte Nazis" aufzeigen, dass sie sich prinzipiell der gleichen ideologischen Werkzeuge wie die Nazis bedienen. So ähnlich verhält es sich mit vielen Begriffen, die einen polemischen Unterton besitzen (wie z.B "Sozialchauvinsimus").

    Aber davon abgesehen habe ich kein Problem damit, "Anderdenkende" bzw. politische Gegner zu beschimpfen. Doch das ist in der Politik vollkommen normal und unsere Gegner verhalten sich uns gegenüber nicht anders.

    Kollektivschuldtheorie der Deutschen am Holocaust

    Unter anderem beziehen sich ja auch die sog. Antideutschen auf diese Argumentation. Zudem vertreten sie auch einen gewissen Ethnonationalismus (Zionismus). Ich will nicht zu sehr vom Thema abweichen, aber deine Erwähnung hat mir persönlich gezeigt, dass Antideutsche im Grunde genommen auf "linksgedrehte Nazis" sind.

    Die intellektuellen Eliten in Deutschland lehnen zwar meist rassistische Vorstellungen ab,

    Ich denke eher, dass sie ihre rassistischen Vorstellungen anders verpacken, sie verkünden ihren Rassismus in einer verfeinerten Variante. Dabei denke ich

    z.B. an Personen wie Christian Lindner. Er poltert vielleicht nicht so herum wie ein Höcke oder Gauland. Aber seine Botschaft geht in die gleiche Richtung.

    Hallo Pfeilregen,


    genau so ist es. Ich kann dir in beiden Punkten vollkommen zustimmen. In Bezug zur Psychiatrie bzw. Psychologie habe ich meine persönlichen Erfahrungen gesammelt und ich kann sagen, dass das was du schreibst auch tatsächlich mit meinen Erlebnissen übereinstimmt. Vielen Dank für deinen Beitrag!


    Liebe Grüße,


    nikotin

    Hallo Wal,

    es stimmt, T. Lauesen erwähnt in dem Interview nichts konkretes zum Antikapitalismus bzw. über die Struktur der Gesellschaft, nachdem der Kapitalismus überwunden wurde. Aber ich denke nicht, dass nur weil diese Frage unbeantwortet blieb, wir die gesamte Theorie verwerfen sollen. Ich denke, dass die in dem

    Interview geschilderte Einschätzung größtenteils richtig ist. Aber das ist nur meine Meinung.


    Liebe Grüße,


    nikotin

    Hallo Wal,

    ja Ok, dann werde ich hier einen Blog öffnen.

    Aber im Grunde kann man über meiner letzten Beitrag genauso diskutieren, wie über jede andere Sache auch, oder?

    Ich meine, was macht es für einen Unterschied, wenn wir beispielsweise über das Programm von linken Parteien sprechen oder über die Struktur einer linken Zeitung?


    Vielleicht hat ja jemand eine Erklärung dafür, warum in der jW solche absurden Beiträge veröffentlicht werden. Ich meine das wirklich ernst und es regt micht auf, weil ich es nicht verstehe.


    Liebe Grüße


    nikotin

    Ich möchte meine Kritik um einen weiteren Punkt ergänzen:


    Seht euch mal diese "Nachricht" hier an:

    https://www.jungewelt.de/artik…werk-panini-sammlung.html


    Solche kleinen Beiträge gibt es jedes mal in der jW. Warum nur? Irgendjemand muss tatsächlich Zeit und Mühe (und damit Geld) aufbringen, um einen solch unnötigen Beitrag zu schreiben. Auf so einen Quatsch sollte man wirklich verzichten. Leute, nutzt eure Energie für etwas Sinnvolles oder macht einfach früher Feierabend. Ihr müsst die Zeitung nicht mit solch einem geistlosen Müll aufblähen. Lieber weniger, aber besser.

    Hallo Wal,

    vielen Dank für deinen Beitrag. Auch wenn du dich nicht auf die Kernbotschaft meines Eingangsposts bezogen hast, so hast du trotzdem mein Anliegen um einen weiteren interessanten Aspekt erweitert. (Nur um das klar zu stellen: Damit habe ich kein Problem und ich meine es nicht böse.)

    Viele Nichtkommunisten, die ich kennengelernt hatte, sind umgänglichere,einfühlsamere, sozialere und kooperativere Menschen als die überzeugten Kommunisten, die ich kenne.

    In der Tat, da kann ich dir zustimmen. Es klingt irrational, aber die Menschen die mir wichtig sind und ich liebe, haben leider ein rückständiges Weltbild. Ich schaffe es auch nicht sie zu überzeugen. Sie sind in dieser post-modernen Ideologie gefangen welche besagt, dass es kein richtig und kein falsch gibt. Es ist sehr schwer für mich, diesen Widerspruch unter einen Hut zu bekommen.


    Da die Kommunisten in Deutschland politisch (und oft auch sozial) sehr isoliert sind, unterscheidet sie wenig von Autisten. Du bist Autist und Kommunist. Da bist nicht allein, sondern in bester Gesellschaft.

    Das ist ein interessanter Vergleich. Da wird wohl was dran sein:)


    Klar ist wohl, dass Kommunistsein kein „NeuesMenschsein“ bedeutet. Ob du KommunistIN bist oder nicht, das bestimmt dichnicht total und das bestimmt nicht dein gesamtes Dasein und Tun.

    Wer meint, Kommunistsein bedeute ein „AndererMensch“ sein, der errichtet eine fiktive chinesische Mauer zwischen Normalmenschenund Kommunistmenschen.

    Je größer einer den Unterschied zwischenNormalmenschen und Kommunisten ansetzt, desto weiter schiebt er den Kommunismusin eine ferne Zukunft.

    Ich schätze den Unterschied zwischen Kommunistenund Nichtkommunisten auf vielleicht 2% vom ganzen Menschen.

    Hmm, also ich persönlich sehe schon einen größeren Unterschied. Als ich anfing mich mit der marxistischen Lehre auseinanderzusetzen, da habe ich schon den Eindruck gehabt, einen großen Schritt vorwärts in meiner persönlichen Entwicklung gemacht zu haben. Ich sehe die Welt endlich so wie sie ist. Diese Erkenntnis macht sich auch in meinem alltäglichen Handeln bemerkbar. Ich habe z.B ein schlechtes Gewissen, wenn ich mal zum McDonalds gehe. Ich versuche meinen Konsum so gering wie möglich zu halten, weil ich mit meinem Geld dieses System nicht unterstützen will. Deswegen spende ich einen großen Teil meines Einkommens an linke Organisationen. Oder ich misstraue grundsätzlich allen Ärzten, weil ich weiß, dass sie sich nicht für meine Gesundheit interessieren, sondern nur für ihren eigenen Profit bzw. den Profit der Pharmakonzerne. Genauso misstraue ich auch allen Sozialarbeitern, weil sie Agenten dieser Gesellschaftsordnung sind und mir ihre verlogene Ideologie aufzwingen wollen. Ich gehe nicht ins Kino, schaue grundsätzlich keine Filme, weil es sich sowieso nur um kapitalistische Propaganda handelt. Und das ist nur ein kleiner Teil des Ganzen.


    Liebe Grüße,


    Michael

    Die herrschende Klasse bemüht sich allzeit darum, das Proletariat zu spalten. Sie denkt sich neue Konzepte aus, um den vermeintlichen Unterschied zwischen den Menschen hervorzuheben.

    Die prominentesten Beispiele sind Rassismus und Antisemitismus. Doch seit jüngster Zeit geistert eine neue Ideologie der Spaltung herum: Die Neurodiversität.

    So erfand z.B. der faschistische Kinderarzt Hans Asperger das sog. "Asperger-Syndrom". So wie die Rassenlehe der Nazis, so beruft sich auch die Asperger-Ideologie auf ein scheinbar wissenschaftliches Fundament. Die Rassenlehre wurde zum Glück verworfen und aus dem heutigen wissenschaftlichen Diskurs gestrichen. Doch der neurologische Rassismus ist erhalten geblieben. Er wird weiterhin verwendet, um die bestehenden Verhältnisse zu rechtfertigen und um den wahren Ursprung gesellschaftlicher Probleme zu verschleiern. Ich persönlich kann keine Arbeit finden, die mich nicht psychisch zerstört. Woran liegt das? Meine Sozialarbeiterin und mein gesellschaftliches Umfeld sagt, weil ich "Autist" bin (bzw. ein neurologischer Untermensch). Doch ich weiß genau, dass man damit nur das wahre Problem maskieren will. Es ist die kapitalistische Produktionsweise, die den Menschen entfremdet und demütigt. Und genau deswegen bin ich Kommunist und ich werde mich mit meinem Stigma nicht abfinden!

    Hallo Wal,


    tut mir Leid, dass ich erst jetzt auf deine Antwort eingehe. Aber es hat in der Tat etwas gedauert, bis ich deinen Gedanken verarbeitet habe.

    Ja, letztendlich hast du Recht. Wahrscheinlich ist es wirklich besser, wenn ein gewisser Meinungspluralismus vorherrscht. Es stimmt, wir können uns nicht

    auf einen einzigen "Korb" verlassen. Das wäre gefährlich.


    Liebe Grüße,


    nikotin

    Das nD liegt im sterben. Doch brauchen wir überhaupt dieses Medium? Kommunistische Medien sollen vorallem eine Aufklärungsfunktion übernehmen. Sie müssen den Arbeitern das nötige

    Klassenbewusstsein vermitteln und die kapitalistischen Verhältnisse aus einer marxistischen Perspektive erläutern. Doch dafür braucht man nicht viele kleine Zeitungen mit begrenzter Reichweite, im Gegenteil. Ich bin der Ansicht, dass wir anstatt vieler kleiner Publikationen, lieber auf wenige oder vielleicht sogar

    eine einzige große Massenpublikation setzen sollen. Diese sollte dann multimedial sein, sie kann sich in in unserer heutigen Zeit nicht in reiner Printform behaupten.


    Wozu sollte man dann die nD künstlich am Leben erhalten, wenn es kommunistische Medien gibt, die das Zeug dazu haben, eine wirkliches Massenmedium zu sein? Wäre es nicht sinnvoller, jene Anstrengung zu bündeln, anstatt zu versuchen, einen Leichnam zu reanimieren?

    Heutige 15jährige rauchen weniger, trinken wenigerAlkohol und haben weniger Sex als vor 15 Jahren.

    Jugendliche sind heute gesundheitsbewusster und angepassterals früher.

    Dass Jugendliche heute gesundheitsbewusster sind, ist doch ein gutes Zeichen, oder? Für mich ergibt auch die Grafik keinen Sinn. Wieso werden zwei total willkürlich ausgewählte, relationslose Phänomene in eine einzige Grafik gepackt? Da könnte man U-Bahn Surfen und Meth-Konsum gegenüberstellen und es würde genauso Zusammenhanglos bleiben.


    Und inwiefern hat ein gesundheitsbewusstes Leben zwangsläufig etwas mit Angepasstheit zu tun? Die jungen Leute von früher haben alle aus Anpassung geraucht, weil Rauchen in Mode war. Heute rauchen weniger Menschen, weil diese Modeerscheinung ihr Ende gefunden hat.


    Ich fürchte, diese Kombination aus kindlichem Anpassungsbemühenund zunehmendem Konsum digitaler Spiel-und Phantasiewelten wird in der künftigen Lohnarbeitswelt nicht funktionieren. DasFrustpotiential wächst.

    Das stimmt schon, aber auch nur bedingt. Die Menschen, egal welchen Alters, neigen zu Eskapismus. Doch dafür braucht man keine PC-Spiele. Literatur, Musik, Kunst, Religion... jegliche Art von Kultur geht immer mit Realitätsflucht einher.


    Wal, deine Generation ist mindestens genauso scheiße wie meine eigene.

    Hallo Wal,


    ich glaube nicht, dass man dich deswegen abmahnen würde. Im Internet teilt man andauernd fremde Inhalte aus und es juckt niemanden. Aber gut, ich ändere meinen Beitrag so ab, dass auf keinen Fall eine Copyright-Verletzung zustande kommt.


    Mit besten Grüßen,


    nikotin

    Hallo Wal,


    Religionsgemeinschaften sind ein ganz anderes Kaliber als einzelne gläubige Beter.

    Stimmt, das ist der springende Punkt.


    Doch wie ich bereits erwähnte, liegen meine Bedenken darin begründet, dass ja jede Religion grundsätzlich eine eigene politische Agenda verfolgt bzw. eine eigene Vorstellung von einer "richtigen" Gesellschaftsordnung hat.

    Ich finde es daher gefährlich, bestimmte ideologische Gruppen zu verteidigen, die uns im nächstbesten Moment beseitigen werden.