Posts by Hellmut Hirnhaber

    Danke für Deine Antwort.


    Ich bin vom Fall eines Lohnarbeiters ausgegangen, dessen berufliche Laufbahn begonnen hat. Was müsste passieren, dass er aus dieser misslichen Lage möglichst schnell herauskommt und er noch (mindestens) 50 Jahre finanziell weitgehend sorgenfrei leben kann, statt Monat für Monat zu erleben, dass sein Lohn für das Nötigste aufgebraucht wird und er sich fortwährend Lebenszeit und -kraft rauben lassen muss, um sein Leben zu erhalten. Ich habe einmal annehmen wollen, dass er als Kind und Jugendlicher immerhin nicht stärker in Schule und Ausbildung eingespannt war als die Sprösslinge von Wohlhabenderen. Und als kargender Rentner würde er wenigstens aus der "Mühle" heraus sein.


    An zwei Möglichkeiten habe ich nun gedacht, die für seinesgleichen – gewiss selten genug – vorkommen:

    (1) Er legt eine derartige Profi-Karriere hin, dass er mit ca. 30 für sein restliches Leben ausgesorgt hat.

    (2) Er zieht das gleichwertige Glückslos eines Lottogewinns oder überraschend üppigen Erbes.

    Einbezogen habe ich auch die Option der beruflichen Selbstständigkeit, die ja bis auf Ausnahmen nicht mehr einbringt als das Angestelltendasein. Die meisten "Kapitalisten", also alle Kleinunternehmer, sind nicht mehr als Selbstausbeuter.


    Natürlich geht meine Rechnung nur dergestalt auf, wie es gängige kapitalistische Praxis ist: in verschwindend wenigen, wenngleich an große Glocken gehängten Fällen, die viel zu viele Elendsgestalten bei der Laune halten, es irgendwie und irgendwann ebenfalls "schaffen" zu können. Entsprechend unaufgeschlossen sind sie für Kapitalismuskritik.

    Das dauernde Elend des Lohnabhängigen besteht in der länger als sein halbes Leben währenden Lohnarbeit. Diesem Elend könnte er im Kapitalismus nur ein Ende setzen, wenn er nach heutigem Wert rund 2 Millionen Euro auf Gehaltskonto oder sonst wie hoher Kante hätte. Das wäre Geld für 50 Jahre mit 40.000 Euro pro Lebensjahr. Wenn er dann noch etwas hinzu verdienen wollte, statt ein finanziell unabhängiges Leben vorzuziehen, wäre er zu bedauern oder auch nicht. Das derzeit von vielen herbeigesehnte Unbedingte Grundeinkommen übertrifft jedenfalls noch nicht den Status materiellen Elends. Deswegen hat der Einsatz dafür unter den gegebenen Umständen auch gewisse Erfolgsaussichten. Für entscheidend mehr hat viel zu viel Geld in den Kapitalverwertungsprozess zu fließen. Eine Billion für notleidende Banken sind dagegen kein Finanzierungsproblem. Was das BGE betrifft, ist der Etikettenschwindel schon so gut wie ausgemacht. Es wird auf ca. 1000 Euro zu liegen kommen, und z. B. Krankenversicherungsbeiträge gehen davon noch ab. So hat man dann Sozialhilfe bzw. Hartz IV in neuem Gewand.