Posts by roberto

    hallo Wal,


    ich habe mal eine frage zu den geldern, die aus unseren taschen herausgenommmen werden:


    haften tut ja in der wirtschaft eigentlich der eigentuemer; wenn aber nun auch die lohnabhaengigen, unsere renten- und krankenkassen, unsere steuergelder dafuer mithaften, muessten sich da nicht auch die eigentumsverhaeltnisse zu gunsten unsereins veraendern? also waere das jedenfalls nicht eine moeglichkeit, um uns unsere eigene rechnung etwas schoener zu rechnen?


    gruss
    roberto

    hallo franziska.


    nach meiner erkenntnis stehen noch immer sozialdemokratische vereinigungen gegen solche im parlament, die aus tradition gegen das stehen, was die spd dieses jahr zu feiern versucht. da wuerde ich eine definition eines sozialisten herleiten wollen. einen kommunisten wuerde ich u.a. definieren, der mit allen zusammen versucht, an einem strang in die gleiche richtung zu ziehen.


    wir koennen die nationalen parlamente in europa oder das europaeische parlament nehmen, mehr oder weniger finden wir immer ein rechtes sowie ein linkes lager, die aus grossen und kleinen parteien bestehen. zu mal die kleineren parteien z.t. auch abspaltungen von den grossen sind. und selbst in den parteien kann es zu lagerbildungen kommen; zwei gegensaetzliche positionen bilden sich heraus, oft stellt man diese auch als rechtes und linkes lager dar.


    parteien im buergerlichen parlament koennen uns nicht grundlegend helfen - das koennen wir nur selbst tun -, aber einige koennen uns mehr schaden als wir es wollen; das ist eine bittere geschichtliche erfahrung.


    Martin Niemöller hat einmal folgendes geschrieben, um den schaden der passivitaet aufzuzeigen: "Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist. Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat. Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Gewerkschafter. Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte." oder Goethe meinte folgendes: "Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur auf".


    da ist heute nichts grundlegend anders. vereinfacht gesagt: die einen vertreten die, die vieles haben, was sie verlieren koennten, die anderen vertreten mehr schlecht als recht die, die nur ihre ketten zu verlieren haben. es gibt enscheidungen, die kann jeder fuer sich treffen, aber es gibt auch welche, die man nur zusammen faellen kann und nicht jeder fuer sich. das wird gerne uebersehen und macht einen der konflikte beim finden einer gemeinsamen position aus.


    gruss
    roberto

    hallo Wat,


    die deutsche fremdbestimmtheit ist geschichtlich erklaert und wird vermutlich erst dann vollstaendig enden koennen, wenn wir in einheit und freiheit auf grundlage des grundgesetzes selbst unsere eigene verfassung schreiben und diese in kraft treten lassen. das halte ich fuer eine der wenigen moeglichkeiten in der brd, um durch die bestehenden gesetze grundlegende veraenderungen im sinne der mehrheit durchsetzen, die frage der selbstbestimmung neu stellen zu koennen. das halte ich aber nur dann fuer machbar, wenn wir unsere gemeinsamkeiten in den vordergrund stellen und einen moeglichst gemeinsamen willen an den tag legen. deswegen kann ich die erste frage vorerst nur mit einem nein beantworten.


    zur zweiten frage sagt das grundgesetz fuer die brd in artikel 15 folgendes: "Grund und Boden, Naturschätze und Produktionsmittel können zum Zwecke der Vergesellschaftung durch ein Gesetz, das Art und Ausmaß der Entschädigung regelt, in Gemeineigentum oder in andere Formen der Gemeinwirtschaft überführt werden...". also wird es einer der gemeinwirtschaft entsprechenden eigentumsform angehoeren, wie z.b. kommunales eigentum.


    die so gehassten politiker spielen auf unserem spielplatz, und so lange wir sie von dort nicht vertreiben, werden sie weiter dort spielen. und falls sie dabei einen stein auf den fremden nachbarspielplatz werfen und dabei einen schaden anrichten oder jemanden verletzen, wir haften dafuer.


    gruss
    roberto

    hallo Wat, hallo zusammen.


    ich bin davon ueberzeugt, dass es nicht immer ein uebel bleiben muss; es liegt doch in unserer hand!?


    in der bundesrepublik deutschland gibt es legale, nicht gewaltsame mittel, regierung und parlamente aufzuloesen, eigentum zu enteignen. selbst das grundgesetz kann abgesetzt werden, ohne dass eine revolution ausbrechen muss. was fehlt denn noch an mitteln, sich ungehindert emanzipieren zu koennen?


    von den parteien ist keine revolution zu erwarten, aber mal die hand aufs herz: wenn das gegenlager der sozialisten in der brd gekonnt haette, wie gewollt, waere das etwa progressiv gewesen? wenn sozialisten so gekonnt haetten, wie gewollt, waere das nicht im sinne der mehrheit besser gewesen?


    ich glaube, kein lager konnte, wie es wollte, da fuer grundlegende entscheidungen 2/3-mehrheiten benoetigt werden, die in der regel nur mit mehr als den regierungsparteien erreichbar sind. (<- editiert am 8.09.13). noch dazu stand die brd bis 1990 nicht unter der verwaltung der westdeutschen, sondern der alliierten. noch heute wirken gesetze und beschluesse der alliierten, die die deutsche politik einschraenken. ich sitze lieber im verspaeteten zug der sozialisten, auch wenn ich weis, dass dieser zug vor der bundesrepublikanischen grenze halt macht und ich wie auch meine mitmenschen ihn selbst ueber die grenze fahren muessen, als in dem zug der antisozialisten zu sitzen, der gar nicht in meine richtung faehrt. und hoechstwahrscheinlich sitzt jeder nichtwaehler im zug der antisozialisten; ich wundere mich nur, wo doch das nichtwaehlen mit seiner entscheidung etwas anderes bewirken will.


    ich moechte auch keinen sklavenhalter, auch keine buergerliche demokratie, keinen kapitalismus, und deswegen entscheide ich mich gegen die antisozialisten. nichtwaehler machen das meiner meinung aber nicht, sie nehmen gegen die antisozialisten im politischen prozess keine stellung ein und nehmen es in kauf, dass die sozialisten verlieren. das wundert mich und ist mir bisher noch nicht einleuchtend. ich moechte das hier im karl marx-forum erwaehnen duerfen und niemanden damit angreifen.


    gruss roberto

    hallo zusammen!


    ich moechte einmal behaupten, dass es allen hier nicht egal sein kann, wer im eigenen staate denkt und lenkt.


    einmal ganz theoretisch: wenn im parlament menschen hineinkommen wuerden, die keine demokratischen und guten absichten haben und auch noch gute chancen haetten, eine regierung stellen zu koennen, waere das nicht ein grund, doch eine partei waehlen zu gehen, wenn auch nur dann vielleicht das geringere uebel?


    immerhin geht es um die macht eines wirkens, dass in zerstoerung und leid ufern kann. und jeder koennte davon betroffen werden, ob man nun gewaehlt hat oder nicht. im parlament kaempft lager a gegen lager b, beide sprechen von frieden und wohlstand, haben aber gegensaetzliche konzepte. warum bewegt euch das nicht zur wahl? weil vielleicht beide lager die falschen konzepte haben?


    ich persoenlich finde schon, dass man mit der wahl sachentscheidungen neben den personen mitwaehlt. vielleicht einmal mehr und einmal weniger, aber wenn z.b. einige bedingungsloses grundeinkommen nennen und die anderen dagegen sind, dann geht es doch um die sache, und zwar fuer wen politik gemacht wird. und genau das laesst mich jedes mal wieder meine wahlstimme abgeben. ich stehe bei jeder wahl vor sozialisten und antisozialisten, und mache mein kreuz bei den sozialisten. bin ich deswegen ein braver bevormundeter buerger? mitnichten!


    gruss, roberto

    hallo,


    ich habe mal versucht, einige meiner gedanken zu dieser kritik zusammenzutragen, die ich einmal hier loswerden moechte, obwohl ich damit rechnen muss, in die schublade "rosarote brille" oder wo auch immer gesteckt zu werden:


    ich moechte auch einmal behaupten, dass lenin auch dinge aufzeigte, die weniger oder gar nicht zu kritisieren sind, aber leider i.d.r. nie oder nicht entsprechend erwaehnt werden. schade eigentlich.


    was ich mit am staerksten von lenins schriften in erinnerung habe, ist der begriff "personalunion", der das wechseln von personen zwischen bank, industrie und politik beschreibt, dem austausch von koepfen in den maechtigen stellungen von wirtschaft und gesellschaft, einem phaenomen, welches noch heute seine kreise zieht. da lenin dieses schon zu seiner lebzeit aufnahm, und auch noch andere interessante ansaetze aufzeigte, finde ich, dass diese kritik (und nicht nur diese) hier insgesamt untauglich ist, in dem, was sie eigentlich versucht zu tun.


    sich kritisch mit der sowjetunion auseinanderzusetzen, ist notwendig, um es in zukunft besser/optimaler machen zu koennen. mir kommt es aber so vor, als ob versucht wird, diese vergangenheit auszuradieren bzw. sie einfach nicht zu akzeptieren, obwohl sie auch ein bestandteil der emanzipation ist. eine absolute fundamentale abwehr wird aufgebaut gegenueber jenem, was vor hundert jahren geschah, meist ohne zu beruecksichten, dass die entscheidungsfindung aus den damaligen gegebenheiten nicht mit dem heutigen stand des wissens verurteilt werden darf; damals hatte man noch durchaus ein anderes weltbild und setzte sich noch andere prioritaeten bei emanzipation, freiheit, wohlstand etc.


    dass das alte heute nicht mehr tauglich ist, den gang der dinge in die zukunft zu gestalten, ist von meiner seite her unbestritten, und sollte aber auch nur dort kritisiert werden, wo menschen mit den alten rezepten heute politik machen wollen. dem lenin heute vorzuwerfen, er haette sich nicht dem uebel entgegenstellen sollen, welches uns noch heute anekelt, ist in meinen augen undialektisch. genauso wirft man ihm vor, dass seine politik heute nicht mehr funktioniert, obwohl man es nur denen vorwerfen sollte, die das noch genau so heute wollen.


    so bitter es fuer manche klingen mag, lieber haetten sich im deutschen reich die menschen der einheitlichen weltanschauung zugewandt, als dem faschismus zu erliegen. wo auch immer lenin falsch gelegen haben mag, der damalige versuch einer einheitlichen weltanschauung als gegensatz zu dem weltbild, welches vom faschismus gepraegt worden war, ist ein legaler versuch gewesen, auch wenn er heute als unvereinbar erscheint.


    dass der mensch dem menschen ein wolf ist, ist schon eine aeltere erkenntnis, die manche zum ideal entworfen haben und andere daraus schlussfolgerten, durch eine bestimmte art von selbstdiziplin und unterwerfung diesem zustand zu entrinnen, um eine sichere und friedlichere situation zu schaffen, in der - mit bertold brecht gesprochen - "der mensch dem menschen ein helfer ist".


    bertold brecht hat es in seinem abschnitt 3 aus "an die nachgeborenen" fuer mein empfinden einmal gut formuliert:


    "Ihr, die ihr auftauchen werdet aus der Flut
    In der wir untergegangen sind
    Gedenkt
    Wenn ihr von unseren Schwaechen sprecht
    Auch der finsteren Zeit
    Der ihr entronnen seid.


    Gingen wir doch, oefter als die Schuhe die Laender wechselnd
    Durch die Kriege der Klassen, verzweifelt
    Wenn da nur Unrecht war und keine Empoerung.


    Dabei wissen wir doch:
    Auch der Hass gegen die Niedrigkeit
    Verzerrt die Zuege.
    Auch der Zorn ueber das Unrecht
    Macht die Stimme heiser. Ach, wir
    Die wir den Boden bereiten wollten fuer Freundlichkeit
    Konnten selber nicht freundlich sein.


    Ihr aber, wenn es soweit sein wird
    Dass der Mensch dem Menschen ein Helfer ist
    Gedenkt unsrer
    Mit Nachsicht."


    gruss roberto

    hallo,


    ich bin auch nicht fuer diese stellvertreterdemokratie, werde aber trotzdem zur wahl gehen.


    ich meine, unter diesen volksvertretern gibt es welche, die die eigenen interessen tendenziell eher vertreten als andere. das bewegt mich noch zur wahl.


    bei den wahlkampfplakaten faellt mir auf, dass das buergerliche lager verbreitet nationalistisch (z.b. "fuer deutschland") und ideologisch (z.b. wachstum, staerke, familie) plakatiert, das gegenlager der buergerlichen dagegen konkretere themen und thesen an den tag legt.
    "das wir entscheidet", "revolution?...", mindestlohn, bezahlbare mieten, all das kann ich nur mit meiner wahlstimme unterstuetzen und ich persoenlich wuensche mir, dass auch die nichtwaehler/protestler sich darueber einmal gedanken machen, ob wir deutschland, wachstum, staerke und familie noch einmal brauchen oder nun doch besser das wir entscheiden lassen sollten.


    gruss roberto

    hallo wal,


    ich bezweifle gar nicht die vernunft der erkenntnis "waehlen bringt mir nichts". und ganz klar, von diesem politischen system kann man sich nur emanzipieren wollen.


    aber letzt endlich geht es beim waehlen gar nicht um emanzipation, sondern um ein politisches statement aller wahlberechtigten, die eine art vertrauen mit ihrer stimme ausprechen koennen. und auch wenn der waehlberechtigte dahinterkommt, dass die parteien nicht das uebel an der wurzel packen koennen oder wollen, dann kann er sich nicht deswegen seinem statement enthalten und damit seine eigene emanzipation ausrufen. das waere auch ein blankoscheck an die dann gewaehlten, mit den gleichen grausamkeiten. da sehe ich erst einmal wenig vernunft und logik.


    ich meine: ein vernuenftiges verhalten des nichtwaehlers waere, trotzdem waehlen zu gehen, um wenigstens nicht die menschen ins parlament zu lassen, die besser nicht im namen der gesellschaft verantwortung uebernehmen sollten. vor dieser verantwortung kann sich kein waehlberechtigter druecken, auch nicht im namen der emanzipation. auch nicht dann, wenn schon laengst das "boese" im parlament sitzt. dafuer kann viel zu viel auf dem spiel stehen.


    leichter als heute kann es ein waehler nicht mehr haben: die wahl zwischen sozialisten und antisozialisten, zwischen "das wir entscheidet" oder "das ich entscheidet".


    ein bekenntnis, was eher emanzipatorisch ist als nicht.


    gruss roberto

    hallo.
    diesen beitrag find ich gut; den untersten teil der grafik hab ich mir schon laenger versucht auszumalen.
    zum mittleren teil wals ausfuehrung habe ich aber eine anmerkung:
    verhalten sich die nichtwaehler wirklich klueger? es ist nun eigentlich egal, wie hoch die wahlbeteiligung ist, das parlament kommt trotzdem zustande und dieses fuehlt sich vom gesamten volke gewaehlt bzw. geduldet; die regierung sieht sich als die vom volke gewaehlte macht an. ableitend davon vertritt das parlament und die regierung die nation im ausland; das ausland nimmt diese vertretung als die vom volk ernannte repraesentanz entgegen. wenn aber nun die nichtwaehler nicht hinter dem parlament, der regierung stehen, fehlt diesen eine beteiligung und ihre damit verbundene passivitaet staerkt eventuell die positionen, die man als nichtwaehler eben nicht unterstuetzen will. ohne eine organisiertheit der nichtwaehlerschafft bleibt auch die gewaehlte regierung ihre vertretung. das kann doch nicht die kluegere variante von einem protest sein?
    gruss
    roberto