Posts by marszenner

    Hallo,
    Ich denke Werbung hat mit kapitalistischer Produktion im Allgemeinen, nicht mit
    Uberproduktion speziell zu tun.
    Werbung ist eine Waffe in der Konkurrenz der Kapitale.
    Gruß,
    mars


    Hallo Franzika,


    Nennen wir die "eigentumsfreie Vergesellschaftung" mal einfach "Kommunismus".


    Du schreibst in deinem Beitrag Sachen, bei denen mir die Haare zu Berge stehen.


    "Wenn das Sein das Bewusstsein bestimmt - dann erzeugt genau diese Lage ein uneindeutiges Ergebnis: Ich kann da bekanntlich die Stellung einnehmen, dass Lohnarbeit "nun mal" mein Mittel ist (der Betrieb, von dessen Erfolg die Tauglichkeit dieses Mittels abhängt, ebenso), und versuchen, mit Verbündeten wie Betriebsrat, Management und Sozialstaat über die Runden zu kommen."



    Wie wär's denn, wenn die ganze Sein-Bewusstsein-Bestimmungsphilosohie nicht stimmte?


    Die Leute rennen nicht besoffen oder komatös in ihren gesellschaftlichen Verhältnissen herum, sondern nehmen als bewusste Wesen Stellung dazu. Wie diese Stellung ausfällt, hängt eben von ihrer Einschätzung ab. Da sind natürlich alle Varianten vom Kommunismus bis zum Faschismus möglich. Ein kommunistischer Arbeiter betrachtet auch die Lohnarbeit als ein - wenn auch schlechtes -Mittel über die Runden zu kommen; das muss ihn aber nicht darin hindern, für die Abschaffung dieser Verhältnisse zu agitieren, selbst wenn er wenig Aussichten auf Erfolg wegen mangelnden Anhangs sieht.


    „Seitdem die Hypothese aufgestellt wurde, dass Lohnarbeiter als solche prädestiniert sind, zu "Kommunisten" (Staatskommunisten? Kommunalisten? "Radikalen?) oder wenigstens Kommunismus-Befürwortern (ist da ein Unterschied?) zu werden, hat es derart viel Entwicklung und Entfaltung des Kapitalismus gegeben, dass man schon mal erste Tendenzaussagen zum Wahrheitsgehalt der Hypothese machen darf, und die lauten dann wohl: Sie hat sich nicht bewahrheitet."


    Wer hat denn diese Hypothese aufgestellt?


    Lohnarbeiter sind durch nichts prädestiniert, es sei denn, durch ihre Arbeit den Reichtum ihres Gegenpols, des Kapitals, zu vermehren. Es gibt keine Prädestination (= teleologische Geschichtsauffassung) und keine historische Mission. Die Geschichte ist kein Subjekt, das Aufgaben verteilt, zu deren Ausführung sie der Menschen als Hampelmänner bedürfte. Richtig ist: Die Arbeiter haben die Macht, den Kapitalismus abzuschaffen, wenn sie kollektiv zu dem Schluss kommen, dass diese Produktionsweise schädlich für sie ist. Wenn sie das nicht tun, tun sie es halt nicht.


    "Die Frage, wie und warum Leute zu Kommunismus-Befürwortern werden, ist derzeit unbeantwortet.
    Die, die bereits welche sind, begreifen kaum, wie man es nicht sein kann (und haben eigentlich keine Erklärung dafür, wie sie selbst so geworden sind), die, die es nicht sind, begreifen nicht, wie man es werden kann."


    Menschen werden zu Kommunisten aus ihren Erfahrungen - und ihrer Stellung dazu -, ihren Überlegungen und ihrem Befassen mit der Erklärung der kapitalistischen Produktionsweise, oder all diesen Elementen zusammen. Dazu gehört auch, seine Einsichten Ernst zu nehmen und nicht dem geistigen Opportunismus zu huldigen. Marx hätte ja auch ein gut dotierter Professor werden können, hätte er sich nicht diese Karriere durch seinen Kommunismus versaut.



    Bei aller Polemik mit freundlichen Grüßen,


    mars

    Hallo,
    Ein Staat, der sein Gewaltmonopol,nicht nur theoretisch, sondern praktisch,
    bedroht sieht, wird zur reißenden Bestie.
    Dann gelten die üblichen Kosten-Nutzen-Erwägungen nicht mehr, es geht um den Erhalt
    der Staatsmacht, auch wenn dabei Menschenleben, Häuser, Infrastrukturen, Kulturdenkmäler, etc
    zerstört werden.
    Das hätten die Rebellen wissen können.
    Gruß,
    mars

    Hallo,
    Marx kritisiert die politische Ökonomie des Kapitalismus, dessen Reichtum auf der Ausbeutung
    der Lohnarbeiter beruht. Der moderne Proletarier ist nicht unterdrückt, er geht das Lohnarbeitsverhältnis
    aus freiem Willen, allerdings unter dem Druck der materiellen Not, ein.
    Im "Kapital" geht es nicht um patriarchale, sklavenhalterische oder feudale Herrschaftsverhältnisse.
    Was "diskursive Herrschaft" sein soll, ist mir schleierhaft, ich denke es ist eine neumodische Erfindung.
    Diskurs, insofern er nicht eine Staatsgewalt im Rücken hat, bewirkt überhaupt nichts.
    mars

    Hallo,
    In diesem Forum wird eifrig über die Gestaltung der nachkapitalistischen
    Gesellschaft diskutiert. Zuvor bleibt aber eine Aufgabe zu bewältigen: die
    sozialistische Revolution. Mit Zukunftsmusik bringt man die Massen nicht
    zum Tanzen.
    Ich vertraue auf die Vernunft der künftigen Generationen, die eine sozialistische
    Gesellschaft einrichten werden.
    Wenn sie das schlecht machen, müssen sie halt die Suppe auslöffeln, die sie sich
    eingebrockt haben.
    Beste Grüße,
    mars ...
    Dieser Artikel wurde bereits 9 mal gelesen.

    Hallo Wat.
    Kein sorry!
    Ich nenne mal folgende Punkte:
    * Lohnarbeit und Kapital
    Entlohnungsformen, absolute und relative Mehrarbeit, Lohnhöhe,
    Lebenshaltungskosten,usw.
    * Sozialstaat als Verwaltung kapitalistisch erzeugter Armut
    Arbeitslosengeld, Hartz 4, garantiertes Mindeseinkommen,usw.
    * Imperialismus
    Aktion von Staat und Kapital über die Landesgrenzen hinaus
    * Reproduktionsphäre
    Familie, Kinder,usw.
    * Ausbildung als Selektion
    * Aufarbeitung bisheriger Sozialismusversuche
    Das sind einige Punkte, an die ich jetzt so denke, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
    Beste Grüße,
    mars

    Hallo,
    Im Jahre 1900 stellte der Mathematiker David Hilbert ein Programm auf,
    von 23 mathematischen Problemen, die vordringlich beantwortet werden müssten.
    Wir kämen vielleicht ein Stück weiter, wenn wir für Kapitalismusanalyse, sozialistische Bewegung, ...
    einen ähnlichen Katalog aufstellten.
    Wie immer mit besten Grüßen,
    mars

    Hallo,
    Wer heute die Erkenntnisse von Euklid oder Newton studieren will, muss diese Autoren nicht im Originaltext lesen; dieses Wissen ist zuverlässig in zahlreichen Lehrbüchern enthalten.
    Bei Marx verhält sich das etwas anders, was dem Gegenstand geschuldet sein mag. Vielleicht verständigen sich Mathematiker besser und leidenschaftsloser als Leute, die sich auf Marx berufen.
    Es gibt zahlreiche Einführungen in das Werk von Marx. Sie wollen alle eine Abkürzung sein, dem Leser also die Marxschen Erkenntnisse vermitteln, ohne dass dieser sich durch die 3 Bände des "Kapital" durcharbeiten muss.
    Die meisten dieser Einführungen kann man mit einigem Erkenntnisgewinn lesen.
    * Da gibt es die Lehrbücher aus der DDR und der SU. Sie beginnen gewöhnlich historisch, durchlaufen die vorkapitalistischen Produktionsweisen und stellen dann systematisch den Kapitalismus dar. Dann ist der Imperialismus mit Monopolkapital an der Reihe und hier geht es dann drunter und drüber.
    * Andere historisierende Darstellungen sind z.B. die von R.Luxemburg (Einführung in die Nationalökonomie) oder von E. Mandel (Marxistische Wirtschaftstheorie).
    Beide Gruppen behaupten die Einheit von Logischem und Historischem, was so nicht stimmt. Das Kapital ist ein systematisches Werk, auch wenn geschichtliche Voraussetzungen an manchen Ecken hineinlugen.
    * Das von Neoprene empfohlene Buch von Heinrich bietet einen Überblick über die 3 Bände des Kapital; mit der "monetären Wertheorie" und den math. Berechnungen des Falls der Profitrate komme ich allerdings nicht klar.
    Diese Einführungen beanspruchen auch Lesezeit und da ist es vielleicht besser, Wals Kurzfassung durchzuackern und danach das Kapital.
    Original ist Original.
    Beste Grüße,
    mars

    Hallo Wat,



    F.Engels schloss seine fast 300seitige Auseinandersetzung mit Dühring mit
    dem Urteil ab: "Unzurechnungsfähigkeit (eigentlich ein Grund für Entmündigung)
    aus Größenwahn".
    Also: Die Unzurechnungsfähigkeit, die sich in Dührings Schriften zeigt, wird auf
    ein charakterliches Defizit namens "Größenwahn" zurückgeführt.
    Engels nennt seinen Abschied von Dühring "versöhnend heiter".
    Was hältst du davon?
    Ich denke, man sollte sich
    1. als Kommunist ein dickes Fell zulegen und auch auf Polemik gelassen reagieren, auch eigene Fehlargumente
    zugeben,
    2. eine Trennungslinie ziehen zu Leuten, die ein anderes Ziel verfolgen, z.B. Apologie des Kapitalismus.


    Freundliche Grüße,


    mars

    Hallo Leser,


    Ich denke, dieses Buch könnte dich interessieren:
    Alfred Fresin, "Bedürfnisorientierte Versorgungswirtschaft (BVW) statt Kapitalismus-
    Eine Kritik der Marktwirtschaft und die Umrisse einer Alternative."
    Du kannst es als Pdf herunterladen bei www.gruppew8.wordpress.com/schriften/ .
    Ich halte die Schrift für lesenswert, obschon ich mir die Frage stelle, ob eine derart
    detaillierte Beschreibung des Funktionierens einer nachkapitalistischen Gesellschaft
    notwendig ist.


    Beste Grüße,


    mars

    Hallo,


    Die beiden Attentäter von Boston haben sich, aus welchem Grund auch immer, zu einem hofflungslos unterlegenen Privatkrieg gegen die USA entschlossen. Sie gehen dabei genau so rücksichtslos vor, wie der Gegner, den sie bekämpfen wollen. Die Opfer in der Zivilbevölkerung sind einkalkuliert, nicht etwa unbeabsichtigte "Kollateralschäden". In den Opfern ihres Blutbads wollen sie den zum Feind erkorenen Staat treffen.
    ---
    Hätten sie allerdings das gleiche Blutbad in Syrien gegen Assad angerichtet, würden sie wahrscheinlich als Freiheitskämpfer durchgehen.


    Beste Grüße,


    mars

    Hallo Peter,


    Ich rede nicht von oben herab, sondern von draußen herein. Ich lebe in Luxemburg und habe in diesem Forum die
    DGB - Parolen gelesen: "Gute Arbeit, sichere Renten, soziales Europa." Da habe ich mal den gesamten Aufruf des DGB zur Kenntnis genommen.
    Gute Arbeit - Hier findet eine Vertauschung von Mittel und Zweck statt. Jeder braucht Arbeit, weil er Geld braucht, um in einer Gesellschaft zu überleben, in der jeder Gebrauchsgegenstand ein Preisschild auf der Stirn trägt.
    Gute Löhne - wäre deshalb eine bessere, wenn auch schwammige, weil quantitativ noch unbestimmte Parole.
    Sichere Rente - verlässlich soll sie sein, aber auf welchem Niveau?
    Lohnarbeits-Rentner sind für den Staat Arbeitskraft - Schrott, trotz aller Rede von den "wertvollen Kompetenzen der älteren
    Mitarbeiter."
    So weit mal.
    Beste Grüße,
    mars

    Ich hab mir mal den DGB-Aufruf zum 1.Mai angesehen.
    "Gute Arbeit statt perspektivloser Jobs." heißt es da.
    Das ist eine so hin gedrechselte Phrase.
    Weil "gut" gar nicht das Gegenwort zu "perspektivlos" ist.
    Es gibt gute und schlechte Perspektiven.
    Mit der sicheren Rente von der man leben kann, verhält es sich ähnlich.
    Was gehört denn zu diesem gesicherten Leben?
    Das Hähnchen aus der Aldi-Theke oder das Hähnchen vom Bio-Hof?
    Beste Grüße,
    mars

    Hallo,
    Ich denke, zu dieser schlechten Tradition gehört auch das " Recht auf nationale Selbstbestimmung".
    Es ist nicht die Aufgabe von Kommunisten, zur Vermehrung (bürgerlicher) Nationalstaaten beizutragen.
    Widerliche Ergebnisse dieses Rechts kann man u.a. in den nationalen Zerfallsprodukten der Sowjetunion
    besichtigen.
    Wer dieses Recht bejaht, verlässt das Terrain des Klassenkampfs, um sich auf jenes des Völkerrechts zu begeben.
    So weit mal.
    Beste Grüße,
    mars

    Die Kommunisten sind also praktisch der entschiedenste, immer weitertreibende Teil der Arbeiterparteien aller Länder; sie haben theoretisch vor der übrigen Masse des Proletariats die Einsicht in die Bedingungen, den Gang und die allgemeinen Resultate der proletarischen Bewegung voraus.



    Schön wärs.
    Damit ist aber noch kein Avantgardeanspruch behauptet.


    Ausgebildete Mechaniker haben vor der übrigen Masse der Autofahrer die theoretische und praktische Kenntnis des Automobils voraus.
    Deswegen bilden sie aber nicht die Avantgarde der Autofahrer.
    Beste Grüsse,


    mars