Posts by Wal Buchenberg

    Und das sagte Rosa Luxemburg im Mai 1914:

    „Heute ist der Imperialismus ... die Religion der bürgerlichen Gesellschaft. Ein imperialistischer Taumel hat die ganze bürgerliche Gesellschaft gepackt. Deshalb ist auch jede Opposition gegen die Regierung und gegen die Junker und Scharfmacher verschwunden. ... Vor allen Dingen ... ist es erforderlich, die Aktionsfähigkeit der Massen zu steigern. .... Wir dürfen auf keine Hilfe des Bürgertums bauen. Zweitens ist auch eine gewisse Korrektur auch in den Organisationsverhältnissen erforderlich. Es muss eine stärkere Demokratisierung des ganzen Parteilebens und auch des Gewerkschaftslebens eintreten. Drittens müssen wir wieder etwas mehr Selbstkritik üben und nicht wie unser Zentralorgan ewig in Zufriedenheit uns gefallen. Die oberste Aufgabe auch im Kampfe gegen den Imperialismus ist die Steigerung der Aktionsfähigkeit der Massen.“ R. Luxemburg, Ges. Werke 3, 451.


    Das ist von Rosa Luxemburg völlig richtig gesehen, aber sie stand mit ihrer Meinung ziemlich allein in der SPD. Der Parteivorstand hatte faktisch über sie ein Publikationsverbot in allen SPD-Zeitungen und -Zeitschriften verhängt.




    Bei meinen Recherchen zur Vorgeschichte der deutschen Revolution bin ich auf folgendes Fundstück gestoßen: Was der theoretische Kopf der SPD im beginnenden 20. Jahrhundert vom einfachen Volk hielt.

    „Was weiß uns Kautsky ... über die ‚deutsche Methode‘ des Massenstreiks zu sagen? Hier lehnt er vor allem mit Entrüstung jeden Hinweis auf die ausschlaggebende Wirkung der Nichtorganisierten ab. Wer bildet denn diese unorganisierte Masse? ruft er. Sie setzt sich zusammen aus kraftlosen, gedrückten, isolierten, verkommenen Elementen, aus unwissenden, gedankenlosen, in Vorurteilen befangenen oder gesinnungslosen Subjekten.“ R. Luxemburg, Ges. Werke 3, 308 (1913).

    Kurz: Wer kein beitragszahlender Sozialdemokrat ist, ist ein Arschloch.

    Im vergangenen Jahr hatten Polizeibehörden in Deutschland fast 2000 Straftaten gegen Immigranten registriert. Das reicht von Bedrohung und Beleidigung über Sachbeschädigung bis zu Körperverletzung und Mord. Insgesamt 315 Menschen wurden verletzt. Gegenüber den Vorjahren gingen die Zahlen nur geringfügig zurück.

    Nicht erfasst sind in dieser Statistik Gewalt und Unrecht von Staatsorganen und Behörden gegen Immigranten. Im Jahr 2017 stiegen die Klagen gegen Entscheidungen der deutschen Flüchtlingsbehörden auf über 300.000. (Neuere Zahlen liegen noch nicht vor.) Die Klagequote lag bei fast 50 Prozent der abgelehnten Anträge. 2018 wurde über 23.000 Menschen mit mehr oder minder großer Gewaltanwendung aus Deutschland abgeschoben. Quelle

    Darüber hinaus gibt es eine große Zahl von Klagen und Beschwerden gegen Übergriffe der Heimverwaltungen gegen Bewohner. Die Bewohner einer Flüchtlingsunterkunft in Schwelm klagten in einem offenen Brief gegen Schikanen der Heimverwaltung, Verstößen gegen das Briefgeheimnis und gegen krankmachende Zustände im Heim. In Ellwangen klagten Heimbewohner gegen einen rechtswidrigen Polizeieinsatz mit 500 Beamten.


    Die Integrationspraxis für Flüchtlinge und Asylbewerber in Deutschland heißt: Du wirst so lange von Rechtsradikalen bedroht und von den Behörden schikaniert, bis du ein „anständiger Bürger“ mit Lohnarbeitsplatz geworden bist, der ökonomisch ausgebeutet werden kann und dadurch „Nutzen für die Gesellschaft“ bringt. Dann erst ist das Integrationsziel erreicht.


    Immigranten in Deutschland


    Zur Politischen Ökonomie der Immigration


    Dienstjahr für Flüchtlinge


    AfD-Hasspostings und Angriffe auf Flüchtlinge


    Flüchtlinge von heute sind die Illegalen von morgen


    (Kriegs)Flüchtlinge in Deutschland

    Gestern und Vorgestern hatte ich zwei Nachmittage lang die Unterhausdebatte in London verfolgt und bin zu dem Schluss gekommen, dass das Urteil der Rosa Luxemburg, - in der Parlamentsarbeit stecke „aber auch gar nichts..., was die normalen geistigen Kräfte eines ganz gewöhnlichen Sterblichen übersteigen würde“ – gar nicht mehr zutrifft.


    Diese Leute, die da über Formulierungen stritten, und sich auf nichts einigen konnten, - diesen Leute fehlen nicht nur die „normalen geistigen Kräfte“ der ganz gewöhnlichen Sterblichen, nein, diese Leute haben nicht die geringste Ahnung, welche Auswirkungen ihr Tun wie ihre Nichtstun auf die gewöhnlichen Sterblichen haben werden oder haben können. Diese Leute streiten um Worte und um Paragrafen, verschwenden aber über jeweiligen praktischen Folgen keinen Gedanken. Diese Leute sind mit der Parole angetreten: „TakeControl - Wir wollen die Kontrolle zurück!“ Diese Leute sind jedoch nicht in der Lage irgendwas zu kontrollieren.

    Für Häme ist dennoch kein Platz. Die Parlamentarier in London sind nichts als Klone und Kopien unserer Parlamentarier in Berlin oder Brüssel.

    Der marxistische Ökonom Michael Roberts zitiert zustimmend Statistiken, wonach in China in den letzten 20 Jahren millionenfach Menschen von Armut befreit worden sind.


    Meine Antwort dazu:

    Ich lebte von 1985 bis 1996 in China. Mich überzeugt die These vom Abbau der Armut in China nicht. Armut wird hier gemessen als Geldeinkommen. Eine Bauernfamilie, die weitgehend selbstversorgend gelebt hat, gilt in dieser Statistik als ärmer, als eine Familie von Lohnabhängigen, die von einem Hungerlohn leben müssen.

    Genau das ist aber in China zwischen 1985 und 2005 geschehen: Millionen von selbstversorgenden chinesischen Bauern wurden teils in die Produktion für den Markt, teils in die Lohnabhängigkeit getrieben. Das verwandelte selbständige Produzenten-Konsumenten ohne Geldeinkommen in Lohnarbeiter, deren Arbeitskraft ausgebeutet wird, und die für den enormen Zuwachs an Kapital und Reichtum in China gesorgt haben und die in der Landwirtschaft verbliebenen Bauern steigerten die Produktivität in der Landwirtschaft.

    Das entspricht der ursprünglichen Akkumulation im 17. und 18. Jahrhundert in Europa. Die chinesischen Kommunisten haben in meinen Augen das Verdienst, dass sie diesen Prozess weitgehend unblutig organisiert haben. Sozialistische Vorstellungen und Ziele hatten sie dabei nicht.


    commentary In English:

    I lived in China from 1985 to 1996. I am not convinced by the thesis of “reduced poverty” in China. Poverty is measured here as money income. A peasant family that has lived largely self-sufficient, is in this statistic poorer as a wage earner, who must live on a pittance.

    But this is exactly what happened in China between 1985 and 2005: millions of self-sufficient Chinese farmers were driven partly into production for the market, partly into wage dependency. This transformed independent producer-consumers without money into wage-earners whose labor is exploited, and who provided for the enormous increase in capital and wealth in China, and the peasants who remained in agriculture increased agricultural productivity.

    This corresponds to the primitive accumulation in the 17th and 18th centuries in Europe. The Chinese Communists have the merit, in my eyes, that they have organized this process largely bloodless. But they were not guided by socialist ideas and goals.


    Siehe auch:


    Chinas Weg zur Weltmacht


    Verteilung des Reichtums in der Welt


    Verlierer Europa - Gewinner China

    Wer oder was ist die revolutionäre Linke?

    Es sagen viele Linke, sie wollten den Kapitalismus beseitigen, und meinen mit "Kapitalismus" mal dieses und mal jenes. Sie meinen Großkonzerne oder Multis, Miethaie, Finanzhaie oder Banken – aber so gut wie nie meinen sie die Ausbeutung der Lohnarbeit. Wer nicht die Abschaffung der Lohnarbeit will, der reformiert den Kapitalismus, beseitigt aber nicht seinen Kern: die Ausbeutung fremder Arbeit. Diese Linke hält sich für revolutionär, ist es aber nicht.

    Was ist mit der reformistischen Linken? Die wollen Verzicht auf Kernkraft, Verzicht auf Kohle, Verzicht auf Glyphosat, Verzicht auf Plastik, Verzicht auf Diesel, Verzicht auf Flugreisen, Verzicht auf Massentierhaltung, Verzicht auf Globalisierung. Sie wollen statt dessen Rettung der Bienen, Schutz des Waldes und der Wiesenblumen, Grundeinkommen für alle, ökologische Landwirtschaft usw. usf. Diese reformistischen Linken wollen nicht den Kapitalismus beseitigen, sie rauben aber den Kapitalisten die Seele, d.h. ihren Profit und die Kontrolle der Produktionsmittel. Die reformistische Linke ist gegenwärtig der Maulwurf, der den Kapitalismus unterhöhlt.

    Die Ziele der revolutionären Linken zu Ende gedacht – landen wir im Nirgendwo.

    Die Ziele der reformistischen Linken zu Ende gedacht – landen wir bei der Selbstbestimmung der Gesellschaft über ihre eigenen produktiven Mittel.

    Diese Linke hält sich nicht für revolutionär, ist jedoch revolutionär ohne es zu wissen.

    Claas Relotius räumte alle Journalistenpreise ab, weil er den Journalismusnerv unserer Zeit getroffen hatte. Der Journalismus bis in unsere Zeit vermeldete, was WIMs (wichtige Männer) sagten, dachten oder machten. Der Relotius-Journalismus ist ein Blogger-Journalismus. Relotius flocht ins WIG (wichtige Geschehen) ein, was ULs (unwichtige Leute) sagten, dachten oder machten. Das passt hervorragend in unsere populistische Epoche. Wir ULs haben es satt, nur von hohen Herren zu hören. Wir wollen endlich wissen, was unsere Nachbarn und die Leute auf der anderen Straßenseite denken und sagen!

    Pech nur, dass Relotius außerhalb der Lebenswelt der ULs lebt und arbeitet. So musste er unser Denken, Sprechen und Tun (nach)erfinden.

    Erfolgreich war Relotius mit seinen Bento-Lügen deshalb, weil die anderen Herren Journalisten ebenfalls außerhalb unserer Lebenswelt leben, und weil Relotius seine Lügengeschichten so erfand, dass sie in die Vorstellungswelt passten, die sich die feinen Journalistenherren von uns ULs so machen.

    Beim erstmaligen Lesen des Beitrags von Thomas Weiss konnte ich nicht erkennen, was an Marx´Aussage problematisch sein soll.

    Es wäre für mich hilfreich gewesen, wenn Thomas Weiss diese angebliche Problematik selbst erörtert hätte.

    Hallo basal,

    Die Arbeitswertlehre von Marx wird im allgemeinen so verstanden, dass jede einzelne Ware nicht nur mit fertigem Gebrauchswert (praktischem Nutzen), sondern auch mit einem fertigen Quantum Wert aus dem Arbeitsprozess herauskommt. Dieser populären Vorstellung wird von Marx widersprochen, wenn er sagt: "nicht die Lohnarbeit (ist) wertbestimmend". Vielmehr gehen in die Wertbestimmung Verhältnisse ein, auf die weder die einzelnen Arbeiter, noch die Klasse der Arbeiter insgesamt Einfluss haben. An diesem Ort nennt Marx die Gesamtarbeitszeit und der Anteil der Gesamtarbeitszeit, der auf einzelne (Branchen) und Produkte fällt. In diesen Zusammenhang gehören auch die normale Intensität der Arbeit und die (durchschnittliche) Arbeitsproduktivität, die durchschnittliche Umlaufszeit und Umschlagszeit etc.
    Heißt: Die Wertgröße, die auf einzelne Waren(gruppen) entfällt, hängt keineswegs von der aufgewendeten Arbeitszeit einzelner Arbeiter oder einzelner Betriebe ab.

    Genau das ist aber die falsche Voraussetzung für alle Sozialisten, die mittels vorausberechneter Preise die Produktion steuern wollen.


    Marx definiert m.E. sehr präzise was er unter "Wertbestimmung" versteht, nämlich: "Die Substanz des Werts ist und bleibt nichts außer verausgabter Arbeitskraft...".

    Die Wertbestimmung zielt auf das Resultat verausgabter Arbeitskraft.

    Ganz wörtlich genommen, ist deine Wertbestimmung mindestens unvollständig, wenn nicht gar falsch.

    Nicht alle "verausgabte Arbeitskraft" (richtig: "Arbeitszeit"!) ist von vorneherein wertbildend. Gerade im Staatsssozialismus wurde viel Arbeitszeit verausgabt, die aber nicht "wertbildend" wirkte. Nämlich immer dann, wenn es Planänderungen gab, oder die Pläne in einzelnen Betrieben über- und untererfüllt wurden, so dass der gesamte Austausch der Vorprodukte und Produkte durcheinandergeriet. Oder ein Betrieb wartete auf seine Zulieferer - alles verschwendete Arbeitszeit.

    Auch im Kapitalismus ist alle eingesetzte Arbeitskraft und Arbeitszeit verschwendet, deren hergestellten Waren keinen Käufer finden. Auch diese eingesetzte Arbeitszeit geht nicht in die Wertbildung ein.


    Gruß Wal

    Hallo Thomas,

    ich habe dein Thema separiert, weil es wenig mit der Sklavenarbeit zu tun hat (wo du es platziert hattest), und weil das Thema auch eine eigenständige Behandlung verdient.


    Und Ja, es gibt bei Marx viele, viele „problematische Aussagen“. ;-)


    Das 51. Kapitel, aus dem du die Aussage von Marx genommen hast, heißt: „Distributionsverhältnisse und Produktionsverhältnisse“ – es handelt also nicht von einzelnen Kapitalisten oder einzelnen Lohnarbeiter, sondern um die Kapitalisten und Lohnarbeiter insgesamt, es ist eine gesamtgesellschaftliche Betrachtung.


    In den Textabschnitten vor deinem Zitat ist von den spezifischen Verteilungsverhältnissen des Kapitalismus die Rede:

    „Jene Verteilungsverhältnisse ....geben den Produktionsbedingungen selbst und ihren Repräsentanten eine spezifische gesellschaftliche Qualität. Sie bestimmen den ganzen Charakter und die ganze Bewegung der Produktion.“ (S. 886).

    „Erstens. Sie produziert ihre Produkte als Waren...

    Das zweite, was die kapitalistische Produktionsweise speziell auszeichnet, ist die Produktion des Mehrwerts als direkter Zweck und bestimmendes Motiv der Produktion.“ (S. 886-7).

    Dann folgt dein Zitat:

    "Obgleich die Form der Arbeit als Lohnarbeit entscheidend für die Gestalt des ganzen Prozesses und für die spezifische Weise der Produktion selbst, ist nicht die Lohnarbeit wertbestimmend. In der Wertbestimmung handelt es sich um die gesellschaftliche Arbeitzeit überhaupt, das Quantum Arbeit, worüber die Gesellschaft überhaupt zu verfügen hat und dessen relative Absorption durch die verschiednen Produke gewissermaßen deren respektives gesellschaftliches Gewicht bestimmt." (S. 889)


    Wie löst sich nach meiner Meinung das Problem?

    Ich denke, wir müssen unterscheiden zwischen WERTBILDEND und WERTBESTIMMEND.


    Produktive Lohnarbeit ist selbstverständlich wertbildend, aber Marx sagt hier (und anderswo auch): Die (einzelne, individuelle) Lohnarbeit ist nicht wertbestimmend. Wertbestimmend ist laut Marx „die gesellschaftliche Arbeitszeit überhaupt, das Quantum Arbeit, worüber die Gesellschaft überhaupt zu verfügen hat“.

    Diese, die Wertgröße bestimmende Arbeitszeit, ist also nicht die verbrauchte Arbeitszeit eines einzelnen Arbeiters oder eines einzelnen Produktionsbetriebes. Es ist die verbrauchte (Normal)Arbeitszeit, die in die Gesamtmenge der hergestellten Güter und Dienstleistungen geflossen ist.


    Nehmen wir ein Beispiel:

    Die Gesamtarbeitszeit einer Gesellschaft in einem Jahr erbringe einen Gesamtwert von 100.

    Im Laufe eines bestimmten Arbeitsjahres stellte sich heraus, dass die gesamte Arbeitszeit, die für die Produktion des Airbus 380 aufgewendet wurde, umsonst war, weil die produzierten Airbusse nicht verkauft werden können. Die Gesamtjahreswert dieses Gesellschaft bleibt 100, aber dieser Gesamtwert 100 verteilt sich auf WENIGER Produkte. Die unverkäuflichen Airbusse gehen nicht in die Wertproduktion ein. Die anderen Waren sind im Wert gestiegen.

    Dasselbe passiert bei Kriegen oder Naturkatastrophen, die die gesellschaftliche Produktionsleistung vermindern. Und umgekehrt kann durch ein besonders fruchtbares Jahr die Produktionsleistung steigen, dann steigt die Gesamtproduktion und auf die einzelnen Waren entfällt weniger Wert.


    Ein Beispiel aus der Physik:

    Nehmen wir an, ein Auto bleibt im Schlamm stecken. Nun packen 10 Leute rings um das Auto mit an, um den Wagen aus dem Morast zu ziehen. Einige ziehen hinten, mehrere an der Seite. Ihre eingesetzte Gesamtkraft sei 150. Die Kraft, die zur Überwindung der Haftreibung des Wagens nötig ist, sei 100. Die wirkende Kraft hängt jedoch von Einsatzwinkel jeder einzelnen Kraft ab. Eine schräg oder seitlich wirkende Zugkraft geht nur teilweise in das Kräfteparallelogramm ein. So kann es sein, dass die Ziehenden 150 als Kraft einsetzen, wovon aber nur 100 wirkt. Die subjektiv eingesetzte Kraft ist 150. Die objektiv erreichte Kraft ist 100.

    "Wertbestimmend" ist die wirkende Kraft, nicht die subjektiv eingesetzte Kraft.


    Als Anhang:

    Produktive Lohnarbeit ist wertbildend:

    „Die Substanz des Werts ist und bleibt nichts außer verausgabter Arbeitskraft – Arbeit, unabhängig von dem besonderen nützlichen Charakter dieser Arbeit –, und die Wertproduktion ist nichts als der Prozess dieser Verausgabung.

    So gibt der Leibeigene während sechs Tage Arbeitskraft aus, arbeitet während sechs Tagen, und es macht für die Tatsache dieser Verausgabung als solcher keinen Unterschied, dass er z. B. drei dieser Arbeitstage für sich auf seinem eigenen Feld und drei andere für seinen Gutsherrn auf dessen Feld verrichtet. Seine freiwillige Arbeit für sich und seine Zwangsarbeit für seinen Herrn sind gleichmäßig Arbeit; soweit sie als Arbeit mit Bezug auf die von ihr geschaffenen Werte oder auch nützlichen Produkte betrachtet wird, findet kein Unterschied in seiner sechstägigen Arbeit statt. ...

    Ebenso verhält es sich mit der notwendigen und der Mehrarbeit des Lohnarbeiters.“ K. Marx, Kapital II, MEW 24, 384f.

    „Der Wert der Ware ... stellt menschliche Arbeit schlechthin dar, Verausgabung menschlicher Arbeit überhaupt.“ K. Marx, Kapital I, MEW 23, 58f.

    „Alle Arbeit ist .... Verausgabung menschlicher Arbeitskraft im physiologischen Sinn, und in dieser Eigenschaft gleicher menschlicher oder abstrakt menschlicher Arbeit bildet sie den Warenwert....“ K. Marx, Kapital I, MEW 23, 61.


    „Der Produktionsprozess erlischt in der Ware. Dass in ihrer Herstellung Arbeitskraft verausgabt worden ist, erscheint jetzt als dingliche Eigenschaft der Ware, dass sie Wert besitzt; die Größe dieses Werts ist gemessen durch die Größe der verausgabten Arbeit; in ein weiteres löst sich der Warenwert nicht auf und besteht aus nichts anderem.“ K. Marx, Kapital II, MEW 24, 384f.

    Die Größe der Warenwerte wird allerdings nicht auf der Ebene des einzelnen Arbeiters oder eines einzelnen Arbeitstages entschieden. Die Größe der Warenwerte entscheidet sich auf der Ebene der Gesamtgesellschaft und innerhalb des gesamten Produktionsprozesses der Gesellschaft (meist gerechnet als ein Arbeitsjahr).


    Nur die gesellschaftlich notwendig (Gesamt)Arbeitszeit ist wertbestimmend:

    „Es ist also nur ... die zur Herstellung eines Gebrauchswerts gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit, welche seine Wertgröße bestimmt. ... Waren, worin gleich große Arbeitsmengen enthalten sind oder die in derselben Arbeitszeit hergestellt werden können, haben daher dieselbe Wertgröße.“ K. Marx, Kapital I, MEW 23, 54.

    „Wir kennen jetzt die Substanz des (Tausch-)Werts. Es ist die Arbeit. Wir kennen sein Größenmaß. Es ist die Arbeitszeit.“ K. Marx, Kapital I, MEW 23, 55 Anm. 1.

    Aber dieses Größenmaß ist nicht die Arbeitszeit eines einzelnen Arbeiters oder eines einzelnen Produktionsbetriebes. Wertbestimmend ist auch nicht die Summe aller individuell eingesetzten Arbeitsstunden. Das Größenmaß aller Werte, die „Arbeitszeit“, ist die notwendige Arbeitszeit der ganzen Gesellschaft, die nicht nur abhängt von der Gesamtdauer der aufgewendeten Arbeitszeit, sondern auch der aktuellen Arbeitsproduktivität und der normalen Intensität der aufgewendeten Arbeit.


    Gruß Wal


    P.S. Dieser Unterschied zwischen wertbildend und wertbestimmend ist tatsächlich höchst "problematisch" und produzierte zwei gewichtige Strömungen innerhalb des Marxismus:
    Die eine Strömung, deren hervorragender Vertreter derzeit Michael Heinrich ist, stützt sich vollständig auf die gesamtgesellschaftliche Wertbestimmung und leugnet die Wertbildung während der Lohnarbeit. Nach ihrer Auffassung ist "Wert" etwas, das sich erst in der Zirkulation herausbildet.

    Die andere Strömung begann mit der Losung: "dem Arbeiter seinen ganzen Arbeitsertrag!" und mündete in die Preisbestimmung des Staatsssozialismus. Nach ihrer Auffassung ist Wertbildung und Wertbestimmung ein und dasselbe. Man könne deshalb die Werte und Preise der Waren auf der Ebene der Betriebe bestimmen und festsetzen. Die moderne Variante dieser Strömung ist der "Zettelsozialismus", der die Lohnarbeit nicht abschaffen will, aber mittels Zettelwirtschaft dem Lohnarbeiter seinen "gerechten Anteil" an dem von ihm produzierten Wert oder Produkt ausbezahlen will. Dazu habe ich mich unter anderem hier geäußert: Wert und Preis im Sozialismus.

    Die Schlagzeile „8 Prozent mehr“ ist ein Fake, trotzdem ist es der beste Tarifabschluss seit Jahren.


    Das Ergebnis im Detail: Rückwirkend zum 1. Januar 2019 wird es eine Lohnerhöhung von 3,2 Prozent mit mindestens 100 Euro geben, zum 1. Januar 2020 weitere 3,2 Prozent mit mindestens 90 Euro und zum 1. Januar 2021 noch einmal 1,4 Prozent mit mindestens 50 Euro. Für die Auszubildenden steigen die Vergütungen insgesamt um 100 Euro in zwei Schritten von 50 Euro, rückwirkend zum 1. Januar 2019 und zum 1. Januar 2020.
    Wie auch schon beim Abschluss mit der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeber (VKA) erhalten sie zudem einen zusätzlichen Urlaubstag und werden nun auch 30 Urlaubstage haben. (Quelle: Verdi)


    „8 Prozent mehr“ ist Unsinn, weil sich diese 8 Prozent auf drei Jahre Laufzeit verteilen. Die jährliche Erhöhung liegt also nur bei 2,66 Prozent. Das ist bei einer Inflationsrate, die 2018 bei knapp 2 Prozent lag, eine miserabel geringe reale Erhöhung.

    Trotzdem ist der Abschluss besser als alle Abschlüsse der letzten Jahre, weil deutliche Mindesterhöhungen gezahlt werden, die vor allem den unteren und mittleren Lohnempfängern zu Gute kommen.

    Gerade die unteren und mittleren Gehaltsgruppen sahen in den letzten 10 bis 15 Jahren kaum eine reale Verbesserung ihrer Einkommen.

    Die unterste Stufe 1 der 15 Entgeltgruppen wird durch die Mindesterhöhung von 100 Euro nicht nur um 3,2 Prozent, sondern um 4,5 Prozent monatlich erhöht. Das vermindert ein wenig die Entgeltschwere, die über die Jahre hinweg durch lineare Prozenterhöhungen immer weiter geöffnet wurde. Auch bei dem jetzigen Abschluss bekommt die unterste Lohngruppe 100 Euro, die oberste Entgeltgruppe aber über 200 Euro im Monat mehr.

    Diese Lohnschere kann nur Festgeldbeträge für alle gleich gemildert werden.

    Die Arbeitgeberseite beziffert das Gesamtvolumen der drei Jahre für die 15 Bundesländern (ohne Hessen) auf 7,3 Mrd Euro. Würden diese 7,3 Mrd. an die rund 1 Million Landesbediensteten als Festgelderhöhung verteilt, dann könnte jeder von ihnen eine Erhöhung von 200 Euro im Monat (enthält auch die Arbeitgeberbeiträge) erhalten.


    Andere Stellungnahmen bei Labournet


    Siehe auch:


    Einkommensentwicklung seit dem Jahr 2000


    Lohnatlas Deutschland 2018


    Einkommensverteilung in Deutschland 1871-2013


    Einkommensverteilung im Kapitalismus


    Schere zwischen Arm und Reich. US-Einkommensteilung zwischen 1917 und 2012

    In ihren politischen Anfängen beschäftigte sich Rosa Luxemburg intensiv mit der Frage, ob es für Polens dreigeteilte Sozialisten sinnvoll sei, für eine Loslösung der polnischen Gebiete aus den russischen, deutschen und österreichischen Kaiserreichen einzutreten. Sie schrieb u.a.:

    "In der Tat, eine Bestrebung, in den gegebenen Staatsgrenzen die politischen Einrichtungen zu demokratisieren, und die andere Bestrebung, aus den gegebenen Staatsgrenzen zu entkommen, schließen einander aus. Daher bedeutet auch der (polnische) Sozialpatriotismus den inneren Zwiespalt zwischen den proletarischen Kräften in Russland und folglich die Schwächung des Kampfes gegen den Zarismus." (R. Luxemburg, Gesammelte Werke, 1/1, S. 55.)


    Ich denke, das damalige Argument R. Luxemburgs gegen die Lostrennung Polens aus dem Zarenreich lässt sich unverändert auf heute nationale bzw. nationalistische Bestrebungen in Spanien wie in der Türkei anwenden:

    Ein Kampf für nationale Unabhängigkeit Kataloniens bzw. Kurdistans schließt den Kampf für Demokratisierung in Spanien bzw. in der Türkei aus.

    Hinzu kommt: Der katalanische wie der kurdische Nationalismus verstärken den inneren Zwiespalt zwischen den proletarischen Kräften in Spanien bzw. in der Türkei und bedeuten folglich die Schwächung des Kampfes gegen die spanische Monarchie und gegen den türkisch-islamischen Despotismus.

    Die letzten zwanzig Jahre hatten deutsche Kapitalisten mit China gutes Geld verdient. Sie importierten billige Konsumprodukte und verkauften nach China teure Maschinen und Autos.

    Der Handel mit China wuchs in den letzten Jahrzehnten schneller als mit jedem anderen Land und übertrifft nun sogar den Handel mit Frankreich oder mit den USA.



    Mit dem Optimismus, der im deutschen Chinahandel herrschte, ist es nun vorbei. Chinas Unternehmen werden in Deutschland nicht mehr als Juniorpartner, sondern als gefährliche Konkurrenten eingestuft. Aber das gute Geschäft mit ihnen, möchte man auch nicht stören. Deshalb hat sich Deutschland (noch?) nicht dem amerikanischen Boykott des chinesischen Technologie-Giganten Huawei angeschlossen. Vorerst glauben Industrieverbände und Regierung in Deutschland, die chinesische Konkurrenz mittels zusätzlichen Staatsgeldern ausstechen zu können. Die chinesischen Firmen sollen quasi mit ihren eigenen Mitteln geschlagen werden. Weit wird das nicht helfen.


    Siehe auch:


    Chinas Weg zur Weltmacht


    China und die Welt


    Verlierer Europa - Gewinner China


    China und die USA






    Gerichtliches Nachspiel zur Besetzung des Hambacher Forstes.

    Dem RECHTSstaat muss Folge geleistet werden. Deshalb sind rabiate Richter die notwendige und logische Ergänzung zu sanften Bullen. Wären die Richter sanfter, bliebe das Eingreifen der Polizei im Hambacher Forst ohne Folgen.


    Es geht auch anders: In den USA schießen die Bullen erst und verhaften, was übrig bleibt. Das harte Durchgreifen der Polizei macht Richter dann überflüssig.

    Dem RECHTSstaat muss Folge geleistet werden – so oder so. Das ist die Logik des bürgerlichen Staates, vornehmer genannt: "Staatsräson".

    Entweder sind die Bullen rabiat oder die Richter. Wurde uns jemals was anderes versprochen?


    Siehe auch:

    Waffenkult in den USA


    Was mir auffällt:

    1) Die Profitraten in der kapitalistischen Peripherie sind dauerhaft rund doppelt so hoch wie die Profitraten in der Kernzone. Das steht im Einklang mit den Beobachtungen von Karl Marx, der schrieb:

    „In einem europäischen Land sei die Rate des Mehrwerts 100 %, d. h., der Arbeiter arbeite den halben Tag für sich und den halben Tag für seinen Beschäftiger; in einem asiatischen Land (oder einem anderen Land der Dritten Welt mit einheimischem Kapital) sei sie = 25 %, d. h., der Arbeiter arbeite 4/5 des Tages für sich und 1/5 für seinen Beschäftiger.

    In dem europäischen Land aber sei die Zusammensetzung des nationalen Kapitals 84 c + 16 v, und im asiatischen Land, wo wenig Maschinerie etc. angewandt und in einer gegebenen Zeit von einer gegebenen Menge Arbeitskraft relativ wenig Rohmaterial produktiv konsumiert wird, sei die Zusammensetzung 16 c + 84 v.

    Wir haben dann folgende Rechnung:

    Im europäischen Land

    Produktwert = 84 c + 16 v + 16 m = 116; Profitrate = ... 16 %.

    Im asiatischen Land

    Produktwert = 16 c + 84 v + 21 m = 121; Profitrate = ... 21 %.

    Die Profitrate ist also im asiatischen Land um mehr als 25 % größer als im europäischen, obgleich die Mehrwertrate in jenem viermal kleiner ist als in diesem.
    Die Careys, Bastiats und alle anderen werden gerade auf das Umgekehrte schließen.“ K. Marx, Kapital III, MEW 25, 160.

    2) Ebenso im Einklang mit den Theorien von Marx steht die Tatsache, dass die Profitraten in der Peripherie bis auf die Jahre zwischen 1982 bis 1991 ständig gesunken ist.

    Was mich jedoch verwundert: Während die Profitraten in der kapitalistischen Kernzone bis 1982 gesunken, aber zwischen 1982 und 2007 – dem „Zeitalter der Globalisierung“ gestiegen sind. Dieses Steigen der Profitraten gilt es noch zu erklären.


    In English:

    What strikes me:

    1) The average rate of profit of the capitalist core zone is permanently twice as high as the profit rates in the core zone. This is consistent with the observations of Karl Marx. He said:

    “This is particularly important in comparing rates of profit in different countries. Let us assume that the rate of surplus-value in one European country is 100%, so that the labourer works half of the working-day for himself and the other half for his employer. Let us further assume that the rate of profit in an Asian country is 25%, so that the labourer works 4/5 of the working-day for himself, and 1/5 for his employer.

    Let 84c + l6v be the composition of the national capital in the European country, and 16c + 84v in the Asian country, where little machinery, etc., is used, and where a given quantity of labour-power consumes relatively little raw material productively in a given time. Then we have the following calculation:

    In the European country the value of the product = 84c + 16v + 16s = 116; rate of profit = 16/100 = 16%.

    In the Asian country the value of the product = 16c + 84v + 21s = 121; rate of profit = 21/100 = 21%.

    The rate of profit in the Asian country is thus more than 25% higher than in the European country, although the rate of surplus-value in the former is one-fourth that of the latter. Men like Carey, Bastiat, and tutti quanti, would arrive at the very opposite conclusion. Karl Marx, Capital III, 115.


    2) The theory of Marx also agrees with the fact that the rate of profit on the periphery (with the exception of the years between 1982 and 1991) has steadily declined. While the rate of profit in the capitalist core zone declined until 1982, but increased between 1982 and 2007 - the "age of globalization". This increase in the rate of profit still needs to be explained.


    Wal Buchenberg, Hannover

    Die entscheidende Frage ist aber: SIND denn die derzeit herrschenden Kreise der Nato-Staaten zum Krieg entschlossen? Das Bild ist uneinheitlich; und das mag ja IHRER Realität durchaus entsprechen: Zum aggressiven US-Militarismus nehmen sie vielleicht alle, angefangen bei den Angehörigen des US Foreign Policy Establishments, ganz verschiedene Positionen ein.

    Ich glaube, wer jährlich gut 40 Milliarden für Kriegsrüstung (Bundesmilitär) ausgibt, der ist auch zum Krieg entschlossen. Nicht umsonst haben die Grünen, sobald sie in der Regierung waren, am Balkankrieg mitgemacht. Nicht umsonst ist/war ein Hindernis für eine Regierungsbeteiligung der Linkspartei ihre Ablehnung der Nato. Die (grundsätzliche) Entschlossenheit zum Krieg ist notwendiger Bestandteil bürgerlicher Regierungspolitik.

    Das Kapital wendet zwar selber keine Gewalt an, aber seine Rückwirkungen auf Mensch und Natur sind so tiefgreifend und seine „friedliche“ Konkurrenz so umfassend, dass kein Kapital ohne bewaffneten Schutz auskommt. Deshalb gibt es den staatlichen Gewaltapparat nach Innen und nach Außen.

    Gab es jemals in einem kapitalistischen Land eine pazifistische Regierung? Ich kenne keine.


    Eine andere Frage ist, wer heutzutage im Jahr 2019 einen Krieg will oder vorbereitet. In Deutschland sehe ich da außer AfD-Leuten, Neonazis und einigen wenigen Verrückten bei Polizei und Bundeswehr sowie den Geheimdiensten niemanden, den wir als Kriegstreiber ernst nehmen oder fürchten müssten.

    Gegen die „Sicherheitskonferenz“ haben wenige tausend Leute in München demonstriert – von der Zahl her die „üblichen Verdächtigen“.

    Es klafft ein riesiger Widerspruch zwischen einer allgemeinen Friedenssehnsucht und dem aktiven Widerstand gegen die Kriegsgefahr. Diesen Widerspruch gilt es zu erklären.


    Wenn sich eine Regierung oder die Machtelite für Krieg entscheidet, dann nur, weil sie glauben, durch den Krieg etwas gewinnen zu können. Die große Mehrheit kann durch einen Krieg nur verlieren, nichts gewinnen. Die Entscheidung der Machthaber für Krieg ist gleichzeitig eine Entscheidung gegen die Machtlosen und die Untergebenen. Hinzu kommt, dass in jedem Krieg und für jeden Krieg die Herrschenden fast ihr gesamtes Gewaltpotential konzentrieren. Gegen diese Richtungsentscheidung und gegen diese konzentrierte Gewalt richten wir einfachen Leute nur dann etwas aus, wenn wir wirklich zum Umsturz entschlossen sind.

    Wo die Machthabenden zum Krieg entschlossen sind, ist der Krieg nur zu verhindern, wenn die Machtlosen ihre Herren stürzen wollen und stürzen können. Mit Friedenssehnsucht, Unterschriftensammlungen und Bittgesuchen ist da nichts auszurichten. Die Kriegsverhinderer müssen nicht minder zur Gewaltanwendung entschlossen sein wie die Kriegsbetreiber.

    Wo diese Zuspitzung nicht gegeben ist, werden sich die Kriegsbetreiber mit Leichtigkeit durchsetzen. Das war so vor dem ersten Weltkrieg, es war so vor dem zweiten Weltkrieg und auch bei allen nachfolgenden Stellvertreter- und deutschen Beteiligungskriegen.

    Zum 1. Weltkrieg: Damals stellte sich die oppositionelle Arbeiterschaft in Deutschland erst im März 1917 "die Frage, ob es genüge, den Kampf nur für die Beendigung des Krieges zu führen, oder ob es möglich sei, ... den Sturz der Monarchie zu erkämpfen..." (Richard Müller, Eine Geschichte der November-Revolution, 5. Aufl. 2012, S. 109; Nachdruck der 1924 u. 1925 erschienenen Bücher). Erst diese radikale Infragestellung des Herrschaftssystems in Deutschland führte im Januar 2018 zum großen politischen Massenstreik mit den Forderungen nach „Frieden ohne Annexionen“ und „Durchgreifende Demokratisierung der gesamten Staatseinrichtungen in Deutschland“. (Richard Müller, S. 217)


    Auch wenn es fast alle wollen: Einen drohenden Krieg zu verhindern, ist kein bisschen leichter als ein gewaltsamer Umsturz. Genauer: Um einen drohenden Krieg zu verhindern, braucht es einen gewaltsamen Umsturz.

    Das erklärt, warum die Verhinderung eines Krieges eine so verdammt schwierige und eine verflixt seltene Sache ist.


    Siehe auch:

    Machtdreieck im Nahen Osten


    Waffenexport


    Die Nordkorea-Drohung


    China und die Welt


    Konfliktzone Südchinesisches Meer


    Trump und die NATO


    Kurze Geschichte des heutigen Russland

    Es gibt eine neue Idee, wie Linke ihre schönen Ideen zur Beseitigung von Armut und zur Rettung unserer Umwelt finanzieren können. Bisher behaupteten Linke tapfer:„Die Kapitalisten sollen zahlen!“


    Jetzt gibt es scheinbar eine noch elegantere Methode: Die „Schaffung von Geld aus dem Nichts“, auf Englisch „Modern Money Theory“ (MMT).

    Der aktuelle “Economist” schreibt: „Adherents of MMT note the lack of inflation seen since the financial crisis, despite big deficits and governments printing money to buy bonds through ‚quantitative easing‘.“ QUELLE


    Ich glaube nicht, dass die Anhänger der MM-Theorie verstanden haben, wovon der Wert des Gelds abhängt. Aber sie sind davon fasziniert, dass das Quantitative Easing der US-Notenbank (wie auch in Japan und der EU) nicht zu einer allgemeinen Inflation geführt haben.

    Die Erklärung dafür ist einfach: Dieses zusätzliche Geld ist gar nicht in der Realwirtschaft angekommen. Das zusätzliche Geld von QE erreichte nicht die Realwirtschaft und löste deshalb keine Inflation aus. Ohne Zugang zur Realwirtschaft endete dieses Geld in den Büchern von Banken und Unternehmen und landete weder im Staatssäckel noch in unseren Geldbeuteln.

    Weder ist durch QE die Staatsverschuldung in irgendeinem Land zurückgegangen, noch sind die Investitionen und die privaten Konsumausgaben nennenswert gestiegen.

    Das Quantitative Easing ist in die Aktienmärkte geflossen, und hat dort eine Inflation (Preisanstieg) bewirkt, und es ist in die Aktiva der Banken geflossen, so dass die Banken ihre faulen Bilanzen sanieren konnten.

    Weder der Staat noch die Lohnabhängigen sind durch QE reicher geworden. Weder der Staat noch die Lohnabhängigen können durch QE reicher werden. Das ist die simple Schlussfolgerung aus der Geldflut der Notenbanken.


    Noch wichtiger ist aber, dass die Anhänger dieser „moderne Geldtheorie“ meinen, sie könnten ohne zusätzliches Kapital und ohne zusätzliche Produktion „aus dem Nichts“ zusätzliches Geld und zusätzliche Werte schaffen.


    Damit löst die Modern Monetary Theory das Geld vollständig vom Wert und glaubt, der Staat könne den Wert des Geldes willkürlich festlegen.


    Für Marx ist Geld eine bestimmte Form des Wertes. Geld hat Wert, weil Geld Warenwert repräsentiert, und Geld hat soviel Wert, wie viel Warenwert es tauschen oder kaufen kann.

    Karl Marx: "Aber was ist Geld? Geld ist keine Sache, sondern eine bestimmte Form des Werts..." K. Marx, Kapital III, MEW 25, 870.

    Karl Marx: „Der Austauschprozess produziert eine Verdopplung der Ware in Ware und Geld, ... In diesem Gegensatz treten die Waren als Gebrauchswerte dem Geld als Tauschwert gegenüber. Andererseits sind beide Seiten des Gegensatzes Waren, also Einheiten von Gebrauchswert und Wert.“ K. Marx, Kapital I, MEW 23, 119.

    Es stimmt, dass Karl Marx im 1. Band des Kapitals nur mit Goldwährung rechnet. Aber er machte das aus Gründen der Vereinfachung, nicht weil Papiergeld ganz neue Verhältnisse in die Sache bringen würde.

    „Ich setze überall in dieser Schrift (dem ,Kapital I‘), der Vereinfachung halber, Gold als die Geldware voraus.“ K. Marx, Kapital I, MEW 23, 109.

    Das Papiergeld bringt keine wesentliche Änderung:

    „Papierzettel, denen Geldnamen ... aufgedruckt sind, werden vom Staat äußerlich in den Zirkulationsprozess hineingeworfen. Soweit sie wirklich an der Stelle der gleichnamigen Goldsumme zirkulieren, spiegeln sich in ihrer Bewegung nur die Gesetze des (Metall-)Geldumlaufs selbst wider. Ein spezifisches Gesetz der Papierzirkulation kann nur aus ihrem Repräsentationsverhältnis zum Gold entspringen. Und dies Gesetz ist einfach dies, dass die Ausgabe des Papiergelds auf die Quantität zu beschränken ist, worin das von ihm symbolisch dargestellte Gold (resp. Silber) wirklich zirkulieren müsste. ... Nur sofern das Papiergeld Goldquanta repräsentiert ... ist es Wertzeichen. K. Marx, Kapital I, MEW 23, 141f.


    Wenn die VW-Kapitalisten Autos für 15.000 Euro verkaufen, dann ist das ein Austausch zwischen zwei Besitzern von Wert: Der Verkäufer besitzt einen Wert von 15.000 Euro in Ware, der Käufer besitzt einen Wert von 15.000 Euro in Geld. In diesem Austausch steht auf beiden Seiten dieselbe Wertgröße und nach dem vollzogenen Verkauf, besitzen beide Akteure immer noch dieselbe Wertgrößte. Was wechselte, war nur die Form des Wertes.

    Falls nun die Geldmenge in der Zirkulation verdoppelt würde, dann würde VW für seine PKW nicht 15.000, sondern 30.000 Euro verlangen. Der gestiegenen Geldmenge stünden keine gestiegenen Warenwerte gegenüber. Das Resultat ist Inflation. Durch bloße Vermehrung von (Papier)Geld entstehen keine zusätzlichen Waren- und Dienstleistungswerte. Die vorhandenen Waren- und Dienstleistungswerte verlangen dann nach zusätzlichem Geld. Das Geld verliert an Wert.


    Aber schaffen nicht Banken „Geld aus dem Nichts“?

    Eine Bank verwaltet, sammelt und verteilt und vermehrt so die ungenutzten Sparguthaben aller Kapitalisten - Sparguthaben, die je für sich zu unbedeutend sind, um als (industrielles) Kapital zu wirken.

    Die Bank schafft kein Geld, sondern sammelt und verwaltet fremdes Geld, das im kapitalistischen Produktionsprozess entstanden ist. Nur dieser Produktionsprozess schafft und vermehrt Werte, die teils die Gestalt von Waren und auch die Gestalt von Geld annehmen.

    Könnte eine Bank Geld aus dem Nichts schaffen, dann gäbe es Millionen Banken und jeder von uns würde sich zum Banker erklären.

    Ja, die Bank vergibt mehr Kredite als die Summe Geldes, die sie verwaltet. Aber dieses "mehr" ist keineswegs beliebig. Alle Kredite, die eine Bank vergibt, stehen im bestimmten Verhältnis zu den Geldern, die eine Bank verwaltet. Dieser "Hebel" liegt bei gutgeführten Banken bei 1 : 10, bei Spekulationsbanken bei 1 : 20.

    Dieser "Hebel" errechnet sich aus dem Zufluss der verwalteten Gelder und dem Rückfluss der vergebenen Kredite. Wenn eine Bank "zusätzliches Geld" verleiht, das sie noch gar nicht hat (angebliches "Geld aus dem Nichts"), dann tut sie das im Vorschuss und im Vorgriff auf die ihr in Zukunft voraussichtlich zufließenden Gelder. Kommt das Geld zurückgeflossen, wie vertraglich versprochen, dann bleibt die Bank solvent. Kommt das Geld nicht zurückgeflossen, wie vertraglich zugesichert, dann hat die Bank Probleme und geht schließlich pleite. Hat eine Bank keinen Zugriff auf fremde Gelder, kann sie auch keine Kredite vergeben.

    Der Kredit, den die Banken an Kapitalisten vergeben, ist gleichsam ein Vorschuss aller "Sparer", also der gesamten Kapitalistenklasse, an einen einzelnen Kapitalisten, der bei Erhalt dieses Vorschusses zusichern muss, dass er das erhaltene Kapital zu einem bestimmten Satz verzinst und in bestimmter Frist zurückzahlt.

    Von jedem Kredit wird erwartet, dass er eine Gewinnbeteiligung abwirft. Der Konsumentenkredit, der an Lohnarbeiter, aber auch an den Staat gegeben wird, ist daher eine eigene Sache.


    Die Kapitalistenklasse als Ganzes kontrolliert und verwaltet alles Geld einer Volkswirtschaft. Die Banken sind nur Dienstleister des Kapitals, keinesfalls die Herren des Kapitals.



    Siehe auch:

    Horst Schulz: Geldschöpfung aus dem Nichts? (Doku)


    Die Zirkulation des Geldes


    Wie machen Banken Geld?


    Entstehung des Geldes im antiken Griechenland

    Die Diskussion darüber, ob Sozialismus in einem Land möglich sei oder nicht, ist eine Phantomdebatte.

    Es ist völlig ausgeschlossen, dass der Sozialismus/Kommunismus auf einen Schlag in allen Ländern der Welt gleichzeitig siegt. In jedem realistischen Fall wird es also nach einer teilweisen Beseitigung der kapitalistischen Produktion ein „sozialistisches Lager“ und ein „kapitalistisches Lager“ geben.


    Ökonomisch heißt das, dass innerhalb des sozialistischen Lagers die Produktion selbstverwaltet einerseits nach den Bedürfnissen und andererseits nach den vorhandenen Möglichkeiten ausgerichtet werden kann. Andererseits muss das sozialistische Lager aber noch eine bestimmte Menge marktfähige Waren produzieren für den Austausch mit dem kapitalistischen Lager. Ich nenne das „Doppelwirtschaft“.


    Mit „Doppelwirtschaft“ verstehe ich eine selbstverwaltete, geldlose Wirtschaft, in der die wirklichen Produzenten auch die wirklichen Herren der Produktion sind, die aber für den nötigen Austausch mit der kapitalistischen Welt noch so viel Warenwerte produzieren, wie sie als Warenwerte von dort importieren müssen.


    Zum Vergleich: Die EU importiert zur Zeit jährlich Waren im Wert von 2 Billionen Euro von außerhalb der EU. Das sind rund 12,5 Prozent des jährlichen Neuprodukts (BIP).

    Das bedeutet: Ein kommunistisches Europa müsste unter diesen Umständen 12,5 Prozent seiner Wirtschaft (= 12,5% seiner Arbeitszeit) in Form von Exportwaren produzieren, 87,5 Prozent seiner Wirtschaft (=87,5 % seiner Arbeitszeit) könnte unter diesen Umständen kommunistische d.h. selbstbestimmte Gebrauchsproduktion für den Bedarf der Bewohner sein.


    Diese Doppelwirtschaft (Gemeinwirtschaft mit einer begrenzten Menge Warenwirtschaft) ist vergleichbar den frühen Kulturen mit Gemeineigentum, die an ihren Rändern mit anderen Gemeinschaften Produkte austauschten, die sie jeweils im Überfluss hatten:


    „...Wie ich früher bemerkt, entspringt der Produktenaustausch an den Punkten, wo verschiedene Familien, Stämme, Gemeinwesen in Kontakt kommen, denn nicht Privatpersonen, sondern Familien, Stämme usw. treten sich in den Anfängen der Kultur selbständig gegenüber.“ K. Marx, Kapital I, MEW 23, 372f.

    Was diese Gemeinschaften austauschten, war ihr Überschuss:

    „Auf der untersten Stufe produzierten die Menschen nur direkt für eignen Bedarf; die etwa vorkommenden Austauschakte waren vereinzelt, betrafen nur den zufällig sich einstellenden Überfluss.“ F. Engels, Ursprung der Familie... MEW 21, 160.

    „Die erste naturwüchsige Form des Reichtums ist die des Überflusses oder des Überschusses, der nicht als Gebrauchswert unmittelbar erheischte Teil der Produkte, oder auch der Besitz solcher Produkte, deren Gebrauchswert außerhalb des Kreises bloßer Bedürftigkeit fällt. Bei der Betrachtung des Übergangs von Ware zu Geld sahen wir, dass dieser Überfluss oder Überschuss der Produkte auf unentwickelter Produktionsstufe die eigentliche Sphäre des Warenaustausches bildet. Überflüssige Produkte werden austauschbare Produkte oder Waren.“ Karl Marx, MEW 13, 105.


    Auch in dieser Frühzeit bestand gemeinschaftliche Produktion und Warenproduktion nebeneinander. Die gemeinschaftliche Produktion betraf die gewöhnlichen Alltagsbedürfnisse. Die Warenproduktion betraf den begrenzten Überschuss, der „exportiert“ wurde, um von anderen Gemeinschaften Produkte zu erlangen, bei denen in der eigenen Kultur Mangel herrschte.

    Das Volksbehren „Rettet die Bienen“ in Bayern wurde von gut 1,7 Million Menschen mit Name und Unterschrift unterstützt. Das sind mehr als 18 Prozent der Wahlberechtigten.

    Das Volksbegehren fordert unter anderem, dass zehn Prozent des Grünlands zu Wildwiesen renaturiert werden und dass die Gewässer besser vor Dünger und Pestiziden geschützt werden sollen.


    Insektenforscher Johannes Steidle erklärte im Spiegel: „Die intensive Landwirtschaft, die wir im Augenblick betreiben, ist völliger Wahnsinn. ... Die Monokultur in der Landwirtschaft ist ein Problem. Ein Acker mit nur einer Pflanzenart ist für die meisten Insekten so wertvoll wie ein geteerter Parkplatz. ... Nicht nur Nutzpflanzen brauchen Insekten. Auch viele andere Gewächse benötigen Bestäuber. Und da hilft keine Honigbiene. Da brauchen Sie Wildbienen, Fliegen, Schmetterlinge oder Motten."


    Siehe auch:

    Natur in Deutschland


    Kapitalistische Landwirtschaft tötet


    Wohin geht die Landwirtschaft?


    Fleischkost oder vegetarisch - konventionelle oder biologische Landwirtschaft

    Bei seiner Vorstellung wurde der Riesenvogel Airbus A380 über den grünen Klee gelobt.

    Der damalige Kanzler Gerhard Schröder bezeichnete ihn als „riesigen Erfolg für die Innovationskraft europäischer Unternehmen“. Damit ist es vorbei.

    Heute gab Airbus bekannt, dass die Produktion des A380 eingestellt wird. Nach der Produktionseinstellung stehen nicht nur gut 3.000 Arbeitsplätze vor dem Aus, nach der Einstellung des Großflugzeugs gibt es außer Solarzellen, Handys, Schienenfahrzeuge und Elektrofahrzeugen nun ein weiteres Feld, auf dem die europäischen Unternehmen nicht mehr in der Weltspitze mitspielen.

    Die Brotkrumen, die für uns Lohnarbeiter vom Esstisch der europäischen Kapitalisten fallen, werden kleiner.


    Siehe auch:

    Know-How im Kapitalismus


    Spitzentechnologie in Deutschland

    Wie sollte man sich denn als Linke/r vorbereiten?


    Hallo Annette,

    ich glaube, wir sollten zunächst unsere Köpfe soweit vorbereiten, dass wir nicht davon ausgehen können, dass unsere Machthaber/Vorgesetzten alles im Griff haben.

    Wenn es zu Problemen kommt, dann vor allem in Großbritannien. Aber auch in Deutschland kann es (laut Handelsblatt) zu Lieferschwierigkeiten in der (Auto)Industrie mit folgender Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit kommen.

    Auch da gilt es erst mal unsere Köpfe zusammenzustecken, um zu sehen, was wir tun können.

    Im Jahr 2015, dem Jahr der Flüchtlingskrise, haben die Leute auch nicht auf die Behörden vertraut, sondern sind selbst aktiv geworden. Die Brexit-Krise könnte ähnliche Ausmaße wie die Flüchtlingskrise erreichen.


    Gruß Wal

    Öl und Islam ist eine explosive Mischung. Man schätzt, dass die Saudis in den letzten vierzig Jahren bis zu 100 Milliarden Dollar spendierten, um Moscheen und Imame im Nahen Osten, in Afrika und in Europa zu finanzieren. Al-Kaida war ein Gewächs auf saudi-arabischem Boden. Seit 2015 führen die Saudis Krieg im Jemen gegen schiitische Rebellen. Im In- und Ausland werden saudische Regierungskritiker ermordet. Trotzdem ist die Vorherrschaft Saudi-Arabiens im Nahen Osten nicht unumstritten.

    Nicht der Staat Israel, der mit Luftangriffen aktiv in den syrischen Bürgerkrieg eingreift, sondern der Iran ist der große Gegenspieler Saudi-Arabiens. Nach der US-Invasion geriet der Irak, der in den 1980er Jahren fast ein Jahrzehnt Krieg gegen den Iran geführt hatte, zunehmend in Abhängigkeit vom Iran, weil die irakische Regierung nach dem Abzug der Amerikaner nur mit Hilfe iranischer Milizen ihre Macht aufrechterhalten und konsolidieren konnte. Auch in Syrien wäre das Regime von Assad ohne die aktive Unterstützung iranischer Truppen längst verschwunden. Heute verfügt

    der Iran hat mit über eine halbe Million Soldaten die größte Nahostarmee.


    In der Türkei betriebt Erdogan seit einigen Jahren eine expansive Außenpolitik. Die Türkei greift immer stärker in den Bürgerkrieg in Syrien ein. Die Türkei hat schon eigene Soldaten und von auch von ihr und der Nato bezahlte Söldner in Syrien stationiert und bereitet sich auf einen Angriff auf die Kurdengebiete in Nordsyrien vor.


    Es sieht ganz so aus, als wäre im Nahen Osten des 21. Jahrhunderts nicht der Friede, sondern der Krieg ein dauerhafter Normalzustand.





    Von manchen Linken wird die verschäfte Konkurrenz zwischen China, Russland und den USA als neuer "Multilateralismus" gepriesen. Was es mit diesem Multi- oder Trilateralismus auf sich hat, lässt sich derzeit im Nahen Osten studieren.

    Der Bundestagsabgeordnete Alexander Neu von der Linkspartei meint:

    „Wir befinden uns auf dem Weg zu einer multipolaren, mindestens tripolaren Ordnung. ... Ich begrüße eine multipolare Weltordnung. Sie erhöht die Möglichkeit, dass das Völkerrecht eingehalten wird. In der unipolaren Ordnung war es für den Westen nicht vonnöten, sich daran zu orientieren. Eine multipolare Ordnung bietet die Chance, sich vernünftig und berechenbar zu verhalten, den Einfluss anderer starker Akteure anzuerkennen und Ziele über Kommunikation und Verhandlungen zu erreichen."

    Der Unterschied zwischen einer unipolaren und multipolaren Weltordnung besteht in darin, ob eine Hegemoniemacht anderen Mächten überlegen ist, oder ob konkurrierende Mächte miteinander um Hegemonie streiten.

    Beides sind imperialistische Herrschaftsformen. Es spricht nichts dafür, dass miteinander konkurrierende Mächte sich stärker an „das Völkerrecht“ halten und sich „vernünftig und berechenbar“ verhalten werden. Die Geschichte zeigt es anders. Auch am Beispiel der tripolaren Machtkonkurrenz im Nahen Osten, ist nicht festzustellen, dass die großen Regionalmächte sich „vernünftig und berechenbar“ verhalten würden.



    Siehe auch:


    Jenseits des Islam


    Schlachtfeld Naher Osten

    Es gibt Linke, die sich in den Vordergrund drängen. Das ist vor allem eine „politische Linke“, die sich in Partei und Staat betätigt.

    Dann ist da noch eine „literarische Linke“, die den steinigen linken Meinungsmarkt beackert.

    Bei beiden finde ich eine verbreitete Blindheit gegenüber Brot- und Butterthemen.


    Außerhalb der literarischen und politischen Linken gibt es aber eine Vielzahl von Leuten und Initiativen, die sich mit existentiellen Fragen befassen, ohne als Linke ernst genommen zu werden:

    - die alle Hartz-Sanktionen bekämpfen;

    - die sich gegen Stromsperren durch die Stromanbieter wehren;

    - die für (bezahlbaren) Wohnraum kämpfen;

    - die für kostenlosen Nahverkehr eintreten;

    - die gegen Leiharbeit und gegen den Niedriglohnsektor vorgehen;

    - die sich um Versorgung von Armen kümmern, egal ob diese einen deutschen Pass haben oder nicht;

    - die Netzwerke aufbauen für (kostenlose) Nachbarschaftshilfe;

    - die sich gegen Verkehrswahnsinn und für Regionalisierung und Kommunalisierung der Lebensmittel- und Energieversorgung einsetzen;

    Das sind - ohne Garantie auf Vollständigkeit- die Leute, die mir Hoffnung machen.


    Wal Buchenberg

    Mehr als 300 Euro kostet in London eine „Brexit-Box“, eine 15 kg schwere Kiste mit gefriergetrockneten Lebensmittel, die einen Briten für 30 Chaos-Tage nach einem ungeordneten Brexit vor Hunger schützen sollen.

    Arzneimittelhersteller innerhalb und außerhalb Großbritanniens bereiten sich auf Lieferengpässe vor. Derweil werden Lagerflächen in und um London knapp, weil der Einzelhandel seine Lager ausdehnt, um sich auf Versorgungsengpässe vorzubereiten.

    Vor dem Beitritt Großbritanniens zur EU gab es in Dover 130 Zollkontrollstellen, die täglich rund 5000 LKWs kontrollierten. Heute gibt es nur noch 17 Kontrollstellen, es passieren jedoch täglich 10.000 LKWs die Grenze mit Lebensmitteln, Medikamenten oder mit Einzelteilen für europäische Lieferketten. Dieses Nadelöhr wird die meisten Probleme verursachen.

    In Deutschland wird der Fisch teuer. In der 200-Meilen-Zone rund um die britischen Inseln wird der Hering für den deutschen Markt gefangen. Damit wird mit dem Brexit Schluss sein.

    Ein ungeordneter Brexit wird zur größten internationalen Notfallübung in Friedenszeiten. Es ist ein Drohszenario wie bei einem europaweiten Generalstreik oder einer schweren Wirtschaftskrise – nur mit dem Unterschied, dass man das Eintrittsdatum im Voraus kennt. Üblicherweise wächst aus einer Wirtschaftskrise auch eine politische Krise. Mit einem ungeordneten Brexit entwickeln sich aus einer politischen Krise schwerwiegende wirtschaftliche Folgen.

    Das Ansehen und die Legitimität von Regierungen und Unternehmern hängt in hohem Maße davon ab, wie gut oder schlecht sie die Versorgung von uns Lohnabhängigen mit Nahrung, Kleidung, Energie und Medikamenten händeln. Meistern die EU-Staaten und Großbritannien die kommende Brexit-Krise, dann bleibt der Brexit ohne große Folgen. Kommt es nach dem Brexit zu schwerwiegenden Versorgungsengpässen für erhebliche Teile der Bevölkerung, dann beginnt eine neue Vorkriegs-Epoche mit instabilen politischen Verhältnissen. Darauf sind weder Corbyn, noch die Linken in Europa vorbereitet.


    More than 300 euros will cost a "Brexit box", a 15-kg box of freeze-dried foods to protect a British from hunger for 30 chaos days after a disorderly Brexit.

    Drug manufacturers inside and outside the UK are preparing for delivery bottlenecks. Meanwhile, warehouse space in and around London is running short as retailers expand their warehouses to prepare for supply shortages.

    Prior to Britain's accession to the EU, there were 130 customs checkpoints in Dover, which controlled around 5000 trucks daily. Today, there are only 17 control posts, but every day 10,000 trucks pass the border with food, medicines or individual parts for European supply chains. This bottleneck will cause most problems.

    In Germany, the fish is expensive. In the 200-mile zone around the British Isles, the herring is caught for the German market. This will end with Brexit.

    A disorderly Brexit becomes the largest international emergency exercise in peacetime. It is a threat scenario like a Europe-wide general strike or a major economic crisis - except that you know the date of entry in advance. Usually a political crisis grows out of an economic crisis. With a disorderly Brexit serious economic consequences will develop out of a political crisis.

    The prestige and legitimacy of governments and capitalists depends to a large extent on how well or poorly they manage the supply of food, clothing, energy and medicines to us wage earners. If the EU states and Great Britain master the coming Brexit crisis, then Brexit will have no major consequences. If there are serious supply shortages for significant parts of the population after Brexit, then a new pre-war era begins with unstable political conditions. Neither Corbyn nor the left in Europe are prepared for this.

    Hallo Godot,

    Bevor du hier mit pauschalen Verurteilungen kommst, bring bitte sachliche Argumente.

    Deine Links habe ich gelöscht, weil ich keinen Zusammenhang zu dem Thema Fukushima und den Risiken der Kernenergie fand.


    Nimm das als Ermahnung vor einer Gelben Karte.

    Ich gehe nur noch selten ins Kino, aber dieser Film war es wert.

    Es geht um eine Pleitefabrik in Portugal während der Krise von 2008. Als die Arbeiter feststellen, dass die Geschäftsführung in einer Nacht- und Nebelaktion die Maschinerie aus den Fabrikhallen abtransportieren will, besetzen und bewachen sie das Fabrikgelände. Die dann folgenden Tage und Wochen werden fast wie eine Doku vorgeführt – immer zwischen Ratlosigkeit, Langeweile, Depressionen und kämpferischem Trotz.

    Leider entwickelt sich daraus nichts, auch wenn die Kamera den Arbeitern bis ins Schlafzimmer folgt.


    Irgendwann, - der Film dauert schon einige Zeit -, kommt von außerhalb ein linker Bartträger, der in diesen Arbeitern eine „Botschaft an die gesamte europäische Linke“ sieht. Mit Argument und List will er erreichen, dass die Arbeiter den Betrieb in Selbstverwaltung übernehmen und weiterführen.

    Ich dachte, jetzt würde die Geschichte Fahrt aufnehmen, aber statt dessen wurden uns abstrakte intellektuelle Debatten über Kapitalismus im Allgemeinen und Neoliberalismus im Besonderen vorgetragen – Debatten, an den die Arbeiter keinen Anteil nehmen, und die in irgend einem bürgerlichen Wohnzimmer stattfinden.


    Den Arbeitern ging es darum, eine Alternative zu finden gegen Vereinzelung und gegen ihren Absturz in Arbeitslosigkeit. Da wäre die Fortführung des Betriebes in Selbstverwaltung ein möglicher Ausweg.

    Für einen Ausweg aus dem Kapitalismus jedoch taugt diese Firma und ihre Besetzung durch die Arbeiter nicht. So geht es im Folgenden auch nicht mehr um ganz brennende Fragen: Wie sieht es mit den Finanzen der Firma aus? Welche Maschinen und welche Halbzeuge stehen zur Verfügung? Welche Qualifikationen hat die übriggebliebene Belegschaft? Welche Waren können sie damit produzieren und verkaufen? Auf diese Fragen gäbe es vielleicht Antworten.

    Statt diese überlebenswichtigen Fragen zu diskutieren und zu klären, diskutieren linke Intellektuellen in ihrer Wohnstube über Wertproduktion im Kapitalismus, über Ausbeutung und Marktbeherrschung. Diese Diskussion findet keine Antworten. Spätestens hier wird der Film lang und ermüdend.


    Irgendwann läuft die Produktion in der Fabrik wieder an, aber nur, weil ein kapitalistischer Konkurrent, die Firma Otis, den Laden übernommen hat.

    Gewollt oder nicht: Dieser Film über die Krise von 2008 demonstriert, dass die antikapitalistische Linke Arbeiter nicht aus ihrer Notlage befreien kann.


    P.S.

    "Als bester internationaler Nachwuchsfilm wurde »A Fábrica de Nada« von Pedro Pinho über Fabrikarbeiter, die ihre Jobs verlieren, mit dem CineVision Award im Wert von 12 000 Euro gewürdigt." ND

    Die Prognosen des Economist für die Weltwirtschaft im Jahr 2019 sind nur verhalten optimistisch:




    Die Perspektiven für die kapitalistische Kernzone sind grau.

    Die deutsche Bundesregierung hat inzwischen ihre Wachstumsprognose für 2019 von 1,8 Prozent (die auch die Grafik anzeigt) auf nur noch 1 Prozent gesenkt. Sie spricht von einer „Wachstumsdelle“.


    Die Wachstumsraten der Peripherie liegen niedriger als in den letzten Jahren.

    Im Weltdurchschnitt werden kaum 3 Prozent Wachstum erreicht.

    Weniger Wachstum heißt aber weniger Profite und weniger Staatseinnahmen, dafür aber mehr Pleiten, Pech und Pannen.

    "Viele Länder wachsen langsamer, als es notwendig wäre, um die Insolvenzen stabil zu halten", sagte Euler-Hermes-Chefvolkswirt Ludovic Subran. Besonders betroffen ist demnach China. Dort erwarten die Experten im laufenden Jahr eine weitere Pleitewelle und sagen einen Anstieg der Fälle um 20 Prozent voraus. ... In Westeuropa sollen die Insolvenzen laut Euler Hermes um voraussichtlich drei Prozent zulegen."



    Siehe auch:

    Krisenland Venezuela


    Die kommende Krise


    Noch schneller abwärts als mit der Gesamtwirtschaft geht es 2019 mit der Autobranche, die ihren Profit aus der Arbeit von weltweit mehr als 2 Millionen Lohnarbeitern zieht.




    Seit 2016 stagnieren die PKW-Verkäufe in den USA und in Europa. 2019 wird sich in diesen beiden Märkten ein deutlicher Abwärtstrend durchsetzen. Für die USA wird erwartet, dass statt jährlich 17 Millionen PKWs (2018) bis 2025 nur noch jährlich 10 Millionen Neuwagen verkauft werden können.

    Auch in China scheint der Markt vorerst gesättigt zu sein. Der Gipfelpunkt der Autoverkäufe ist dort überschritten. Von nun an gehts bergab.


    Siehe auch:


    Wachstum der Weltwirtschaft 1997 - 2016


    Weltwirtschaft - 2 Vorurteile, 1 Ignoranz


    Die Weltwirtschaft seit der Krise


    Das Ende der "Herrschaft des weißen Mannes" (Weltwirtschaft 1998 - 2013)


    Wohin geht die US-Autoindustrie?


    US-Autoindustrie 1960 bis 2014


    Die Autohauptstadt Detroit ist bankrott


    Finale Krise des Kapitalismus?

    Hallo Lukas,

    Solange Leute wie Friedrich Merz in den Startlöchern stehen, werde ich die Parole „Merkel muss weg!“ nicht unterschreiben. „Weg mit HartzIV“ finde ich viel wichtiger.

    Ansonsten hast du recht: Die Liste der Sachen, die weg müssen, damit wir alle ein zufriedenes und selbstbestimmtes Leben führen können, ist lang, sehr lang.


    Besonders gut an deiner Wunschliste finde ich, dass sie nicht auf die acht Stunden Lohnarbeit beschränkt ist: Bezahlbaren Wohnraum, Rassismus, Mindestrente, Ökologie und Selbstbestimmung.

    Ich hatte mal einen linken Weihnachtswunschzettel gemacht, der weit und einfach angelegt ist.



    Welche Probleme brennen den Leuten auf den Nägeln? Darum müssen wir uns kümmern. Was brennende Probleme angeht, sind jedoch viele Linke blind.

    An meiner Hitliste Kapitalismuskritik ist mir zum Beispiel aufgefallen, dass das Thema „Kapitalismuskritik“ deutlich höhere Zugriffsraten hat, als das Thema „Lohnarbeitselend“.

    Die 15 Texte mit den höchsten Zugriffsraten im Forum Kapitalismuskritik erreichten durchschnittlich 12.500 Zugriffe. Die 15 Texte mit den höchsten Zugriffsraten im Forum „Lohnarbeitselend“ kommen nur auf durchschnittlich 7.300 Zugriffe, obwohl die Beiträge über Lohnarbeiterelend viel leichter zu lesen und zu verstehen sind als Texte, bei denen es um Kapitalismuskritik mit oder ohne Marx geht.

    Noch größer ist der Unterschied bei den ständigen (linken?) Lesern des Marx-Forums, die nicht über Google anhand von Sachthemen hier ins Forum kommen (das ist die große Mehrzahl der Leser), sondern die täglich oder alle zwei Tage gezielt im Forum lesen und das Marx-Forum als ständige Informations- oder Meinungsquelle nutzen: In den letzten beiden Tagen wurde die Hitliste Kapitalismuskritik 100 mal angeklickt. Die Hitliste Kritik der Lohnarbeit nur 39 mal.



    Es gibt eben etliche Linke, die den Kapitalismus kritisieren (wollen), aber das Elend der Lohnarbeit ganz oder teilweise ignorieren. Dazu gehören die Anhänger der „Wertkritik“, dazu gehören die Anhänger der „Marxistischen Gruppe/Gegenstandpunkt“ und dazu gehört auchWolfram Pfreundschuh. Und für die wenigsten Mitglieder der "Linkspartei" zählt Lohnarbeit zu den brennenden Problemen.


    Lohnarbeit ist die Mutter aller Probleme im Kapitalismus.

    Wer das Lohnarbeitselend ignoriert, der macht sich ein falsches Bild vom Kapitalismus.

    Russland und der Westen von Alexander II. bis Putin

    25.000

    An unsere Ausländerfeinde in Deutschland

    23.000

    Wer ist heute links?

    16.000

    Alles außer Staatsbankrott ist asozial

    14.000

    Kapitalintensität/ Kapitalismus ohne Wachstum

    14.000

    Schlangengrube Syrien

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    Warum ich weder für ein NPD-Verbot noch gegen ein NPD-Verbot bin

    10.000

    Die Straßenränder hängen wieder voll von Grinsegesichtern

    10.000

    Islamischer Räuberstaat IS

    9.500

    Wer wählt(e) Trump?

    8.900

    Der Islam in Europa

    7.700

    Waffen für Kurdistan?

    6.800

    Wohlstandsburg. Zur Ideologie der Ausländerfeindschaft

    6.300

    Fragile Staaten - zerbrechliche Welt

    5.900

    Feminismus- Männer sind Vergewaltiger

    5.800

    Wahrnehmung der Klasseninteressen

    5.200

    Kritik des NPD-Parteiprogramms (2010)

    5.000

    ...das Argument produktiver Zuwanderung aus linker Sicht

    4.700

    Das Leben von Karl Marx

    4.700

    Was manche Linke mit den Boston-Attentätern gemein haben

    4.700

    Afrin und der Syrienkrieg

    4.000

    Scheinriese Trump

    4.000

    Zu den Anschlägen in Frankreich

    4.000

    Sinus-Studie: Wie ticken Jugendliche 2016?

    3.900

    Religionen der Welt

    3.800

    China und die Welt

    3.700

    "Globalisierung ist eine gute Sache"

    3.700

    Zur Vorgeschichte des katalanischen Nationalismus

    3.600

    Französische Kommunalwahl 2: Nationalistischer Triumph auch im zweiten Wahlgang

    3.600

    Trump und die NATO

    3.400

    AfD und kein Ende?

    3.200

    Doppelte Kolonialisierung der Ukraine

    3.200

    Schlachtfeld Naher Osten

    3.100

    Was hältst du von der Demokratie?

    3.000

    (Kriegs)Flüchtlinge in Deutschland

    3.000

    Kommunale Schulden in Deutschland

    3.000

    Boko Haram

    2.900

    Konfliktzone Südchinesisches Meer

    2.800

    Der Erdogan-Wahn

    2.800

    Familiäre Verhältnisse von Marx?

    2.800

    Krieg gegen den Islamischen Staat?

    2.800

    Faschistisches Denken in Deutschland 2014

    2.800

    Selbsttötungen

    2.700

    AfD-Hasspostings und Angriffe auf Flüchtlinge

    2.500

    Familiäre Verhältnisse von Marx?

    2.400

    Balkanisierung Europas

    2.200

    Kurze Geschichte des heutigen Russland

    2.100

    Der Asiate kann sich selbst nicht leiden

    2.100

    Niedergang der Sozialdemokratie

    1.900

    Kommune Bochum. Mein Modell einer solidarischen und bedarfsgerechten Planwirtschaft

    25.000

    Arbeiterforderungen von 1848

    18.000

    Kommunistisches Rechnungswesen 3) Ökologischer Rucksack und MIPS-Maßzahl

    18.000

    Mein Schlüssel zur Lösung der Menschheitsfragen

    15.000

    Für den Bedarf wirtschaften?

    14.000

    Eine Kritik des Sozialstaats

    14.000

    Alle planen alles - wie?

    12.000

    Antworten nicht nur auf die Flüchtlingskrise

    8.300

    Bist du linksradikal?

    7.900

    Lehren aus dem griechischen Drama

    7.600

    Arbeitsteilung, Kooperation, Selbstversorgung, Autarkie

    6.700

    Franziskas Fragen

    6.300

    Wofür ist Polemik gut??

    6.200

    siempre*antifa: "Revolutionäre Stadtteilarbeit"

    6.000

    Lenin und Rätedemokratie

    5.900

    Die emanzipatorische Rolle von Kommunen

    5.600

    Kommunalisierung vs Verstaatlichung

    5.300

    Staat im Sozialismus?

    5.100

    Mitmachfalle & Kommunikative Bürgerdemokratie

    5.000

    Immigranten in Deutschland

    4.800

    Flüchtlinge von heute sind die Illegalen von morgen

    4.700

    Das Maximum erreichen wir durch Partei- u. Gewerkschaftsarbeit

    4.700

    "Gute Arbeit. Sichere Rente. Soziales Europa." (DGB)

    4.300

    Hannah Arendt über das Rätesystem + Fragen

    4.200

    Demokratie statt Diktatur - ja, und was dann?

    3.800

    11 Thesen des Bremer Kollektivs (gekürzte Fassung)

    3.500

    Fleischkost oder vegetarisch - konventionelle oder biologische Landwirtschaft

    3.400

    Kommunistisches Rechnungswesen 2): Umweltcontrolling und Ökounternehmensbilanzen

    3.200

    Flüchtlinge von heute sind die Illegalen von morgen

    3.100

    Uns Linken fehlt der Antikapitalismus

    2.900

    Rechnungswesen einer kommunistische Ökonomie (Update)

    2.900

    Was kümmern uns Schulden!?

    2.700

    Spanischer und katalanischer Nationalismus

    2.600

    Kommunikation unter Linken

    2.600

    Immigranten in Deutschland

    2.600

    Was ist vom Kapitalismus noch verwendbar?

    2.500

    Good bye Lenin

    2.500

    Kostenloser Nahverkehr?

    2.400

    Nation und Nationalismus

    2.300

    Die Linke und der Überwachungsstaat


    Arbeitswerttheorie: gesellschaftlich durchschnittlich notwendige Arbeitszeit (abstrakte Arbeit)

    21.000

    Kapitalismus kann funktionieren

    18.000

    (Korrigierte) Infografik: Die Zusammensetzung das Warenwerts nach Karl Marx

    18.000

    Das Wertparadoxon – Ausgangspunkt der bürgerlichen Ökonomie (Neoklassik)

    15.000

    Arbeitswertlehre

    13.000

    BlackRock - Kapitalismus im 21. Jahrhundert

    11.000

    Warum Marx?

    11.000

    Was ist produktive und was unproduktive Arbeit?

    11.000

    Das Tableau Èconomique von Karl Marx

    11.000

    Probleme mit/bei dem tendenziellen Fall der Profitrate

    11.000

    The Economist: Wie kam es zur Großen Krise 2008/2009?

    11.000

    Know-How im Kapitalismus

    10.000

    Verwendung des Bruttoinlandprodukts und Klassenverhältnisse in Deutschland 1970 - 2010

    10.000

    Handelskapital und Industriekapital

    9.200

    Out of Africa!

    8.600

    Kapitalstock und Kapitalakkumulation in Deutschland

    7.800

    Die Vorherrschaft des Weißen Mannes bricht

    7.700

    Wer ist heute die "herrschende Klasse"?

    7.700

    Vermögensverteilung in Deutschland 2012

    7.700

    Verstädterung und Proletarisierung

    7.600

    Prognose für die Weltwirtschaft 2015

    7.500

    Produktivität der kapitalistischen Kernzone lässt nach

    6.800

    Die erweiterte Reproduktion bei Marx

    6.800

    Wie kann das BIP ständig wachsen?

    6.700

    R. Schlosser: Vom Überfluss an Geld, das als Kapital fungieren soll

    6.400

    Der Niedergang der klassisch-imperialen Mächte

    6.000

    Meine Faschismustheorie: Faschismus und Kapitalherrschaft

    5.800

    Sandleben: Kritik am "Finanzkapitalismus"

    5.500

    Zerstörung der traditionellen Alpenwirtschaft

    5.500

    Die meisten haben nicht begriffen....

    5.400

    Empirie und abstrakte Arbeit

    5.000

    Transformationsproblem

    4.900

    Dollarimperialismus

    4.800

    Notwendige Arbeit, niedere und höhere Stufe des Kommunismus

    4.700

    Was macht der Kommunismus mit Mehrarbeit und Mehrprodukt?

    4.500

    Sind die Goldenen Jahre des Kapitalismus vorbei?

    4.200

    Horst Schulz: Geldschöpfung aus dem Nichts? (Doku)

    3.800

    Jenseits des Islam

    3.600

    Wo das Kapital in Deutschland produziert wird

    3.600

    Werte und Preise im Sozialismus

    3.500

    Imperialismustheorien

    3.500

    Verteilung des Reichtums in der Welt

    3.300

    Kapitalisten als Kriminelle

    3.100

    Mehrwert und Selbstverwertung des Kapitals

    3.100

    Schichten und Klassen in Deutschland (2012)

    3.000

    Trumpeconomics

    2.900

    Chinas Weg zur Weltmacht

    2.600

    Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie

    2.600

    Akkumulation und Überakkumulation von Kapital

    2.500





    Der französische Präsident Macron hatte seit seinem Amtsantritt versucht, die Rolle Frankreichs in der EU zu stärken. Teils spielte er den Sprecher der europäischen Mittelmeerländer, teils betonte er die Achse Paris – Berlin. Gebracht hat beides nichts. Daran wird auch ein neuer „Vertrag von Aachen“ nichts ändern.

    Die Wirtschaftskrise von 2008 und auch der Flüchtlingszustrom des Jahres 2015 haben das Vertrauen in die EU-Organe erschüttert. Der Austritt Großbritanniens aus der EU und die kommenden Wahlen zum EU-Parlament werden die Kompromissfindung in Brüssel nicht leichter machen. Mit dem Anwachsen der EU ist der wirtschaftliche und politische Einfluss der beiden Kontinentalmächte in Europa zunehmend geschwunden.




    Bei Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft hatten Deutschland und Frankreich fast 70% der kombinierten Wirtschaftskraft (BIP) gestellt. Dieser Anteil sank mit jeder EU-Erweiterung bis auf heute 36 Prozent. Durch den Austritt Großbritanniens wird die Wirtschaftsleistung der EU um 16 % sinken, und das gemeinsame Gewicht von Frankreich und Deutschland in der EU wird wieder auf 43 % steigen.


    In der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft hatten Frankreich und Deutschland zusammen 8 von 17 Stimmen. 12 Stimmen genügten damals, um Gesetzesvorhaben im Europäischen Rat durchzubringen. Damals besaßen Frankreich und Deutschland zwei Drittel dieser qualifizierten Mehrheit. In der heutigen EU gilt eine „doppelte Mehrheit“: Gesetzeskraft erhält eine Initiative nur durch 16 Länderstimmen, die außerdem noch 65% der EU-Bevölkerung stellen müssen. Frankreich und Deutschland repräsentieren aber nur rund 30% der EU-Einwohner. Der Beitritt von Serbien und (Nord)Mazedonien wird die Mehrheitsverhältnisse für die Achse Paris-Berlin weiter verschlechtern und noch weiter nach Osten verschieben.


    Die FAZ kommentiert voll Bedauern: „Deutschland und Frankreich sind zwei Mittelmächte, deren Kräfte kaum noch ausreichen, den eigenen Kontinent zu ordnen, von der Weltbühne ganz zu schweigen.“

    Die europäischen Qualitätsmedien werfen den britischen Eliten ständig „Realitätsverlust“ vor, und geben ihnen trotzdem gute Ratschläge, was sie nun Besseres machen sollen.

    Der Realitätsverlust liegt auf beiden Seiten: Die britische herrschende Klasse hatte bis 1914 Europa und die Welt beherrscht und meinte dann, sie könnte mit dem Commonwealth die Welt auch ohne Europa beherrschen. Die französische Elite klammerte sich noch an ihr Kolonialreich, selbst als Paris von den Nazi-Horden besetzt war. Und nach dem verheerenden Weltkrieg glaubten die Mächtigen in Washington, London und Paris, sie könnten in (West)Europa einen Hort der Stabilität und eines „gemäßigten Kapitalismus“ aufbauen und erhalten, während in aller sonstigen Welt der „Raubtierkapitalismus“ losgeschickt wurde. Mit der gebändigten Kapitalkonkurrenz in Europa ist es vorbei. Die Wirtschaftskrise von 2008 hat die EU noch mit Müh und Not gemeistert. Das chronische Chaos im Nahen Osten und in Afrika, der drohende Niedergang in Südamerika und der Handelsstreit zwischen den Großmächten USA und China läuten nun die Sturmglocken für eine durch den Brexit dauerhaft geschwächte Europäische Union.


    In English:

    The European media are constantly throwing "loss of reality" to British elites, and still give them good advice on what to do better.

    The loss of reality lies on both sides: the British ruling class had dominated Europe and the world until 1914 and then thought that it could rule the world with the Commonwealth even without Europe. The French elite clung to their colonial empire, even as Paris was occupied by the Nazi hordes. And after the devastating World War, the powerful in Washington, London and Paris believed that they could build and maintain a haven of stability and "moderate capitalism" in (Western) Europe, while in all other world predatory capitalism was launched. The tamed capital competition in Europe is over. The EU has still overcome the economic crisis of 2008 with great difficulty. The chronic chaos in the Middle East and Africa, the imminent decline in South America and the trade dispute between the major powers USA and China are now ringing the bell for an EU that is permanently weakened by the Brexit.

    Britische Brexitdebatte:

    Jeder Amtsinhaber widerspricht jedem anderen Amtsinhaber, aber alle verkünden unisono: „Ich erfülle den Willen des Volkes!“. Sie richten damit das allergrößte Chaos an.

    So blamieren die britischen Staatsdiener das Konzept „Volkeswille“ und pflügen den Boden für das Alternativkonzept: Baut nicht auf Volkeswille, sondern auf Elitenvernunft!

    Das Chaos entstammt allerdings nicht dem Konzept "Volkswille", sondern dem Konzept "Volksvertreter".