Zuckerbergs digitale Währung

  • Ausgehend von dem Artikel frage ich mich hier ... : Können digitale Währungen das Geld ersetzen?

    Hallo Lukas,

    das Material, aus dem Geld gemacht ist, spielt keine Rolle. So wie Papier als Geld fungieren kann, können auch digitale Nullen und Einsen als Geld fungieren. Wie Metallgeld trägt das Papiergeld einen "Stempel", um anzuzeigen, wieviel Wert es repräsentiert. So muss auch digitales Geld einen "Stempel" tragen, der Auskunft über seinen Wert gibt.


    Ursprünglich hatte Geld ja selber Wert: Vieh oder Schafe fungierten als Geld (davon der lateinische Name „pecunia“ "Geld" von „pecus“ Vieh); oder Metalle fungierten als Geld (zunächst Eisen, dann Silber und Gold.)

    Für alle diese „werthaltigen“ Geldformen galt und gilt:

    Karl Marx: „Der Austauschprozess produziert eine Verdopplung der Ware in Ware und Geld, ... In diesem Gegensatz treten die Waren als Gebrauchswerte dem Geld als Tauschwert gegenüber. Andererseits sind beide Seiten des Gegensatzes Waren, also Einheiten von Gebrauchswert und Wert.“ K. Marx, Kapital I, MEW 23, 119.


    Dann ersetzte Papiergeld das Metallgeld. Scheinbar fungiert seitdem etwas Wertloses als Geld. Es gibt aber für Papiergeld eine ganz simple Regel. Papiergeld kann Metallgeld ersetzen, soweit es die Aufgaben von Metallgeld übernimmt. Daraus folgt dann:

    Karl Marx: „Ein spezifisches Gesetz der Papierzirkulation kann nur aus ihrem Repräsentationsverhältnis zum Gold entspringen. Und dies Gesetz ist einfach dies, dass die Ausgabe des Papiergelds auf die Quantität zu beschränken ist, worin das von ihm symbolisch dargestellte Gold (bzw. Silber) wirklich zirkulieren müsste.“ K. Marx, Kapital I, MEW 23, 141.


    Für digitales Geld gilt nichts anderes als für Papiergeld: Soweit die Menge des digitalen Geldes so beschränkt ist, dass es einer bestimmten Menge Goldes oder Silbers entspricht, solange repräsentiert es diese Menge Gold oder Silber.

    In den Worten von Marx:

    Ein spezifisches Gesetz des digitalen Geldes kann nur aus ihrem Repräsentationsverhältnis zum Gold entspringen. Und dies Gesetz ist einfach dies, dass die Ausgabe des digitalen Geldes auf die Quantität zu beschränken ist, worin das von ihm symbolisch dargestellte Gold (bzw. Silber) wirklich zirkulieren müsste. (vergl. K. Marx, Kapital I, MEW 23, 141.)


    Das heißt dann: Wird im Austauschprozess der Waren das vorhandene Geld vermehrt, so sinkt der Wert des Geldes entsprechend. Das ist die Furcht, die vor dem Facebook-Geld umgeht – und vielleicht auch der Neid, dass Mark Zuckerberg dann vom Multimilliardär auch noch zum Großbankier aufsteigt.


    Gruß Wal

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