Mehr Geld fürs Militär?

  • Dass ein Donald Trump fordert, die Bundesregierung solle mehr Geld für Militär rauswerfen, ist bekannt.

    Weniger bekannt ist, dass mehr als 90 Prozent der Bundesbürger zusätzliche Ausgaben für das Militär ablehnen.


    Sollen wir gespannt sein, wessen Meinung bei der Bundesregierung zählt?

  • Ich interpretiere das ganz grob so, dass Polizei und Justiz mit "Schutz der Bevölkerung", Militär mit "Schutz der Nation" (aber auch Krieg) in Verbindung gebracht wird.


    Bei Mehrfachnennung <10 % Zustimmung zu Militärausgaben ist ziemlich gering. 2 verlorene Weltkriege haben wohl Auswirkungen auf die Psyche der Deutschen, neben anderen Faktoren natürlich.


    Die Ergebnisse anderer Länder wäre noch interessant, Frankreich, GB, USA als "Sieger", aber auch weitere, vor allem Anrainerstaaten und die "neutrale" Schweiz.


    Wurde die USA eigentlich seit ihrer Unabhängigkeit jemals auf ihrem Staatsgebiet von außen militärisch angegriffen? Das Gefühl in der Bevölkerung, von außen bedroht zu sein, steht in diametralem Verhältnis zur militärischen Übermacht der USA.


    Nochmal zur Grafik, Schule und Bildung ist den Deutschen am wichtigsten. Bei Feynsinn hatte ich in meinem Post http://feynsinn.org/?p=11354#comment-88549 verlinkt: "Etat für Bildung und Forschung soll 2020 um 533 Millionen gekürzt werden ". Sollte es so kommen, wird das - überspitzt gesagt - nicht in Riesenlettern vorne auf der BILD bekannt gegeben. Und so ist es doch mit allem, Informationen, welche die Lebenssituation der Bevölkerung betreffen, werden entweder gar nicht veröffentlicht oder so, dass man nur mit ausreichend Grund- und Hintergrundwissen erkennen kann, welche Auswirkungen es auf ihr Leben hat.


    Auf individueller Ebene ist es aber so, dass ich nur schwer sinnvolle Entscheidungen treffen kann, wenn ich über meine Lage und die sie bestimmenden Faktoren wenig oder nichts weiß. Mir kam vor einiger Zeit der Gedanke, dass viele Menschen durch die (oft auch widersprüchliche) Informationsflut mittlerweile in der Situation eines Urmenschen sind, der die Zusammenhänge gefährlicher Naturereignisse nicht wissen konnte, bis diese dann durch irgendwelche "höheren Mächte" erklärt wurden. Das hochkomplexe Konglomerat aus globalisiertem Kapitalismus und zersplitterter Gesellschaft (als Bedingung für und Resultat von kapitalistischer Produktion) ist ja auch für den Einzelnen kaum zu durchschauen und wirkt daher bedrohlich. Ohne wenigstens einen groben Einblick "wie der Hase läuft" kann man dann Einzelereignisse nicht mehr einordnen und um so leichter von allen möglichen Gruppen und Organisationen instrumentalisiert werden. Siehe AfD: Die Migranten sind an der Arbeitslosigkeit und Wohnungsnot schuld. Mit ihrem Nationalismus findet dann aber auch der Militarismus Bedeutung (Schutz der Nation).


    renée

  • Ich interpretiere das ganz grob so, dass Polizei und Justiz mit "Schutz der Bevölkerung", Militär mit "Schutz der Nation" (aber auch Krieg) in Verbindung gebracht wird.

    Ja, darauf läuft es wohl hinaus.

    Bei Mehrfachnennung <10 % Zustimmung zu Militärausgaben ist ziemlich gering. 2 verlorene Weltkriege haben wohl Auswirkungen auf die Psyche der Deutschen, neben anderen Faktoren natürlich.

    Das ist zu hoffen. Aber es ist auch zu hoffen, dass die verlorenen Kriege nachhaltige Auswirkungen auf die herrschenden Klassen in Deutschland haben.

    Die Ergebnisse anderer Länder wäre noch interessant, Frankreich, GB, USA als "Sieger", aber auch weitere, vor allem Anrainerstaaten und die "neutrale" Schweiz.

    Wurde die USA eigentlich seit ihrer Unabhängigkeit jemals auf ihrem Staatsgebiet von außen militärisch angegriffen? Das Gefühl in der Bevölkerung, von außen bedroht zu sein, steht in diametralem Verhältnis zur militärischen Übermacht der USA.

    Keine Ahnung, wie hoch die Militärausgaben der Schweiz sind. Aber bei den alten und jungen Kolonialmächten, zu letzteren zählen ja die USA, ist Krieg immer noch mit "Beute machen und seinen Willen durchsetzen" verbunden, also eher positiv besetzt.

    Nochmal zur Grafik, Schule und Bildung ist den Deutschen am wichtigsten. Bei Feynsinn hatte ich in meinem Post http://feynsinn.org/?p=11354#comment-88549 verlinkt: "Etat für Bildung und Forschung soll 2020 um 533 Millionen gekürzt werden ". Sollte es so kommen, wird das - überspitzt gesagt - nicht in Riesenlettern vorne auf der BILD bekannt gegeben. Und so ist es doch mit allem, Informationen, welche die Lebenssituation der Bevölkerung betreffen, werden entweder gar nicht veröffentlicht oder so, dass man nur mit ausreichend Grund- und Hintergrundwissen erkennen kann, welche Auswirkungen es auf ihr Leben hat.

    Ich glaube, so sehr ins Detail gehen die Kenntnisse der Leute gar nicht. Oder kannst du auf Anhieb sagen, wieviel Prozent vom gesamten Bildungsetat die 533 Millionen machen? Ich weiß das nicht.


    Ich bringe aber immer wieder mal Meinungsumfragen - weniger wegen Orientierung in Einzelfragen - als vielmehr um zu zeigen, dass die Mehrheit der Leute nicht so bekloppt sind, wie viele Linke denken.

    Meinungsumfragen im Marxforum


    Gruß Wal

  • Quote

    "Keine Ahnung, wie hoch die Militärausgaben der Schweiz sind. Aber bei den alten und jungen Kolonialmächten, zu letzteren zählen ja die USA, ist Krieg immer noch mit "Beute machen und seinen Willen durchsetzen" verbunden, also eher positiv besetzt."


    Nun ja, im Factbook der CIA steht "0.68% of GDP (2017)"


    https://www.cia.gov/library/pu…rld-factbook/geos/sz.html


    Meine Frage bezog sich jedoch auf Meinungsumfragen. Sofern es solche gibt, dann jedoch bestimmt in deren Landessprache. Ich weiß jetzt nicht einzuschätzen, wie allgemein relevant das ist, aber mich würde es schon ein bisschen interessieren, wie die Leute um Deutschland herum so "drauf sind". Aber wenn ich es nicht weiß ist das auch nicht soooo schlimm.

  • Hallo Renée,

    Ich habe amerikanische Meinungsumfragen von PEW abonniert, aber seit Trump Präsident sind, bringen die kaum noch interessante Umfragen (Immer nur Republikaner-Demokraten, Demokraten-Republikaner) Am besten, du guckst dort selbst mal rein:

    https://www.pewresearch.org/follow-us/


    Und wenn du in einer Antwort hier ein Zitat einfügen willst, kannst du entweder unter dem Posting, auf das du antwortest auf die """ (Gänsefüßchen) klicken - dann hast du das gesamte ursprüngliche Posting in einer Textbox und musst da rauslöschen. Falls du nur einen Satz zitieren willst, kannst du diesen Satz im Original markieren und kopieren, dann in deiner Antwort im Menü auf die Sprechblase in der zweiten Reihe ganz links klicken. Dann öffnet sich eine Zitatbox, in die du den kopierten Satz ein einkopieren kannst.


    Gruß Wal

  • Interessante Seite, aber man muss ein bisschen die Nadel im Nadelhaufen finden. Meinungen machen ja noch keine Taten, sind aber eine Grundlage davon. Platt ausgedrückt, wenn ich sehe, was die Menschen von der Regierung erwarten, diese aber, unabhängig welche Partei oder was versprochen wurde, etwas genau Gegensätzliches beschließt, dann werden diese Menschen irgendwann sagen: "Die machen sowieso was sie wollen". Daraus folgt entweder Resignation oder der Versuch von Selbsthilfe. Wenn der Einzelne sich nun als "einsames armes Würstchen, das eh' nichts ändern kann" sieht, dann kann daraus nur Resignation erwachsen, abgesehen von ein paar Einzelkämpfern.


    Sobald man aber Gleichgesinnte findet, kann man gemeinsam nach Wegen suchen. Und da, im ganz Kleinen, tut sich ja auch was. Ob das Tauschbörsen sind, kleine Dörfer, die aus Not ihren ÖPNV selber organisieren oder einen Pool Werkzeuge von der Bohrmaschine bis zum Rasenmäher gemeinsam anschaffen und selbst verwalten. Die erfahren voneinander und tauschen sich aus, lernen voneinander. Sofern das auch noch zu einem Ver-Lernen des propagierten Konkurrenzdenkens und -verhaltens führt, ist dies doch zu begrüßen.


    renée

  • Hallo renee,

    Du hattest nach Vergleichszahlen gefragt, wie die Leute in anderen Ländern zu Rüstungs- und anderen Augaben stehen.

    Hier gibt es jetzt Daten aus den USA:

    https://www.people-press.org/2…9b70-56fc3f0a93-400179201


    In Deutschland waren es weniger als 10 Prozent der Befragten, die mehr Geld für Krieg ausgeben wollten, in den USA sind es immerhin 40 Prozent.



    Gruß Wal

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