Selbstmordraten 1997 bis 2017

  • Neben der allgemeinen Lebenserwartung, der Kindersterblichkeit u.a. ist die Selbstmordrate in einem Land auch ein Gradmesser für einen zunehmenden Erfolg oder für eine wachsende Krise einer Gesellschaft.

    Seit 1997 sind die Selbstmorde weltweit um ein Drittel von rund 15 je 100.000 Einwohner auf 10 pro 100.000 Einwohner zurückgegangen.




    Dieser weltweite Rückgang ist vor allem drei Entwicklungen zu verdanken: Dem erheblichen Rückgang der Selbstmorde von russischen Männern und dem Rückgang der weiblichen Selbstmorde in China und Indien.

    Bemerkenswert ist jedoch, dass die Selbstmordrate im gleichen Zeitraum in den USA angestiegen ist.


    Siehe auch:


    Selbsttötungen



    Suizide von Frauen

  • Neben der allgemeinen Lebenserwartung, der Kindersterblichkeit u.a. ist die Selbstmordrate in einem Land auch ein Gradmesser für einen zunehmenden Erfolg oder für eine wachsende Krise einer Gesellschaft.

    Kannst du die Behauptung erklären, inwieweit die Selbstmordrate "ein Gradmesser" für den "Erfolg einer Gesellschaft" sei, und was ist mit letztem gemeint?

  • Unter "Erfolg einer Gesellschaft" verstehe ich hier, dass sich die Lebensverhältnisse einer großen Zahl von Menschen verbessert haben. "Erfolg" steht hier im Gegensatz zu "Krise", in der sich die Lebensverhältnisse einer großen Anzahl von Menschen verschlechtern.

    Eine allgemeine Verbesserung oder Verschlechterung der Lebensverhältnisse wirkt sich auch auf die Selbstmordraten aus.

    Der Rückgang der Frauensuizide der letzten Jahre in Indien und China können wir der Tatsache zuschreiben, dass in beiden Ländern sich die Lage der Frauen insofern verbessert hat, dass den jüngeren Frauen mehr wirtschaftliche und soziale Optionen offen stehen. Junge Frauen auf dem platten Land haben zunehmend die Möglichkeit aus halbfeudalen Verhältnissen auszubrechen, indem sie in die Städte wandern und dort Lohnarbeit annehmen. Die schlechte Lohnarbeit in der Stadt ist für sie leichter zu ertragen als die halbfeudalen Zwangsverhältnisse in ihrem Heimatdorf.


    In der Zunahme der Zahl von Selbstmorden von weißen Männern in den USA spiegelt sich wieder, dass sie frühere Privilegen verloren haben und ihr Lebensstandard weitgehend stagniert, während andere Bevölkerungsschichten ihre Lage etwas verbessert haben. Im Vergleich mit Frauen und anderen ethnischen Gruppen hat sich die Lage der weißen Männer in den USA verschlechtert.




    (Man beachte: die Anstiege sind besonders steil während der Wirtschaftskrisen in den USA.)


    Gruß Wal

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