Statt 30.000 VW-Arbeiter zu entlassen....

  • Statt 30.000 VW-Arbeiter zu entlassen, sollten besser 3.000 VW-Führungskräfte gefeuert werden.



    Nachdem Vorstände und Manager von VW die Öffentlichkeit und ihre Kunden belogen und betrogen haben, sollen jetzt 30.000 entlassene Arbeiter von VW die Kosten für Geldstrafen und eine Strategiewende aufbringen.
    Und die niedersächsische Regierung über den „SPEICHEL“ bis hin zu allen Provinzblättern applaudieren diesem „Zukunftspakt“. Die FAZ jubelt: "Volkswagen ist seinen Wettbewerbern damit weit voraus."
    Auch die IG-Metall haben die VW-Vorstände durch einen Sozialplan „ins Boot geholt“.

    So sind eben die Gesetze des Kapitalismus:
    Solange die Profite sprudeln, malochen Lohnarbeiter für den bloßen Gegenwert ihres Lebensunterhalts und machen Vorstände und Kapitaleigner reich.
    Sobald die Krise da ist, verlieren die Lohnarbeiter mit der Arbeit auch ihre Existenzgrundlage. Die Vorstände, Manager und Kapitaleigner von VW trifft es nicht. Die haben ihre Schäfchen ins Trockene gebracht.

    Nochmals: Die VW-Arbeiter wären besser dran, wenn sie ihre Manager feuern würden, als sich mittels Sozialplan ins HartzIV-Schlachthaus befördern zu lassen,
    meint
    Wal Buchenberg

  • Wie stellst du dir vor wie die VW—Arbeiter ihre Manager los werden könnten?

    In einem Kampf FÜR Entlassungen der Geschäftsführer haben und brauchen die VW-Arbeiter - und alle andern Lohnabhängigen - keine anderen Mittel als im Kampf GEGEN Entlassungen von Arbeitern.
    Ich denke, die Schwäche der sozialen Bewegung zeigt sich weniger in der Wahl zu schwacher Mittel, sondern vor allem in der Wahl zu schwacher Ziele.


    Gruß Wal

  • Ich kann dir nicht ganz folgen. Du meinst es besteht überhaupt immer weniger der Wille gegen diese Entlassungen vorzugehen? Dann bin ich zumindest deiner Meinung. In solch großen Betrieben wie VW war ich noch nicht beschäftigt, nur mal in der Umschulung bei der Familie Siemens und da sehe oder sah ich grundsätzlich die Möglichkeit für Diskussionen bzw. Agitation und Propaganda. Oft sind kleine Betriebe in denen ich tätig war wie zum Beispiel Zulieferbetriebe in der Automobilindustrie wie AHC oder Alupress sehr klein, unterorganisiert und stark bestückt mit Zeitarbeitnehmern, da ist es schwierig überhaupt etwas zu bewirken. Siehst du da Möglichkeiten?

  • Ich kann dir nicht ganz folgen. Du meinst es besteht überhaupt immer weniger der Wille gegen diese Entlassungen vorzugehen?


    Gegen Entlassungen zu kämpfen, das meine ich, ein "schwaches Ziel" zu wählen.
    "Gegen Entlassungen", das ist ein schwaches Ziel, weil hiermit die Lohnarbeiter dem Kapital nur als Bittsteller gegenübertreten: "Kapitalisten, habt doch Mitleid mit uns Lohnabhängigen!"
    Gegen Entlassungen zu kämpfen ist auch ein illusorisches Ziel. Ich kenne keinen Kampf, wo Entlassungen dort verhindert wurden, wo sie durch betriebliche "Profitklemme" erzwungen waren.
    Kein Kapitalist entlässt Arbeiter aus freiem Willen, sondern immer nur "schweren Herzens", weil er durch die Konkurrenz dazu gezwungen wird.
    Auch im Fall VW weisen alle Zeitungsheinis darauf hin, dass Toyota eine viel höhere Profitrate hat, also aus weniger Arbeitern mehr Gewinn herausschlägt.


    Wo Lohnarbeiter die Entlassung ihres Managements fordern, treten sie selbstbewusst und revolutionär auf. Dieses Selbstbewusstsein ist für die Kapitalisten bedrohlicher als die übliche Mitleitstour.
    Irgendwann muss die Arbeiterbewegung ja aus ihrer Opferrolle raus. Irgendwann muss sich in der Arbeiterbewegung die Erkenntnis breit machen, dass es mit den "braven" Forderungen wie bisher so nicht weiter gehen kann, weil es trotz und wegen der "braven" Forderungen immer weiter abwärts geht.


    Gruß Wal

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