• "Zum Teil wirft es (das Proletariat, w.b.) sich auf doktrinäre Experimente, Tauschbanken und Arbeiterassoziationen, also in eine Bewegung, worin es darauf verzichtet, die alte Welt mit ihren eigenen großen Gesamtmitteln umzuwälzen, vielmehr hinter dem Rücken der Gesellschaft, auf Privatweise, innerhalb seiner beschränkten Existenzbedingungen, seine Erlösung zu vollbringen, (worin es) also notwendig scheitert." Karl Marx, Der 18. Brumaire des Louis Bonaparte, MEW 8, S. 122


    Die Traditionslinke blickt mit hochmütiger Verachtung auf all die Tauschbörsen, Genossenschaften und sonstigen linken Experimente und kann sich dabei scheinbar auf die Geschichte berufen, die alle diese Experimente zum Scheitern gebracht hat.
    Vergessen wird dabei, mit welchem großen Respekt sich Karl Marx über die Frühsozialisten und die Experimente eines Robert Owen geäußert hat.
    Es ist billig, bestehenden Genossenschaften und Tauschbörsen ihr Scheitern vorherzusagen. Es sind aber immerhin wirkliche Experimente, es ist eine wirkliche Bewegung, die zum Proletariat und zur Arbeiterbewegung dazu gehören, und die auch Marx zur Arbeiterbewegung gezählt hat, wie dieses Zitat beweist.


    Wer sich über Tauschbörsen und Arbeitergenossenschaften hochmütig oder gar ablehnend äußert, soll doch wenigstens selber aufzeigen können, wie er die „alte Welt mit ihren eigenen großen Gesamtmitteln umzuwälzen“ gedenkt. Genau das, "die alte Welt, den Kapitalismus, mit seinen eigenen großen Gesamtmitteln umzuwälzen", das ist der einzige ernstzunehmende Anspruch, von dem aus Tauschbörsen zu kritisieren sind.



    P.S. Weil Tauschbörsen und Arbeitergenossenschaften als sozialistische Experimente zur Arbeiterbewegung dazu gehören, deshalb konnte eine Franziska hier im Marx-Forum über ihre Ansichten schreiben, deshalb ist auch Keimform.de bei den Blogs verlinkt.

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