Prognose für die Weltwirtschaft 2015



  • Prognosen über das kommende Wirtschaftswachstum sind nicht aussagekräftiger als Wetterprognosen. Beide Prognosen sagen weniger über kommende Verhältnisse und mehr über das Verhalten der betroffenen Akteure.


    Ist ein kalter Winter angesagt, werden mehr Stiefel gekauft. Ist Regenwetter angesagt, dann nehmen wir einen Schirm mit nach draußen. So ähnlich wirken auch Wirtschaftsprognosen.


    Für das europäische und russische Kapital geben diese Wachstumsprognosen die Richtung an, wo höhere Profite und sichere Anlagen winken.


    Für die Lohnabhängigen und für die Staatsbeamten in Europa und Russland signalisieren diese Zahlen, dass für sie wenig Aussicht auf Besserung der Lage besteht: Der Druck auf die Löhne bleibt bestehen, und auch die Lasten der Staatsschulden werden nicht geringer. Damit schrumpft der Spielraum der Herrschenden, mit dem sie uns, das lohnabhängige Volk, besänftigen können.

    Gruß Wal Buchenberg


    Zu den halbwegs günstigeren Wirtschaftszahlen aus den USA stehen genauere Daten hier!

  • Die oben vorgestellte Wirtschaftsprognose weist für Afrika deutlich höhere Wachstumsraten aus als für die kapitalistische Kernzonen in den USA, Europa oder Japan.


    Das ist umso erstaunlicher, als die Öl- und andere Rohstoffpreise tief gesunken sind. Bisher waren Rohstoffe der hauptsächliche Warenreichtum Afrikas und über viele Jahrzehnte hinweg boomte der Kapitalismus in Afrika nur in Boomzeiten für Rohstoffe. Neben der Rohstoffextraktion entwickelt sich der Kapitalismus in Afrika in jüngster Zeit zunehmend auch in die Bauindustrie, in Tourismus und in Kommunikation und andere Dienstleistungen. Der Kapitalismus in Afrika gewinnt damit an Breite. Das zeigen auch die ausländischen Direktinvestitionen in Afrika:




    Im Jahr 2000 wurden rund 9 Milliarden Dollar ausländisches Kapital in afrikanische Rohstoffexportländer (orange) investiert und rund 3 Milliarden in die anderen Länder Afrikas (grün). Im Jahr 2014 wanderten 38 Milliarden Dollar in die Rohstoffländer (orange), 22 Milliarden in die anderen Länder (grün). Der Anteil an ausländischem Kapital, der in afrikanische Nichtrohstoffländer floss (grün), stieg von 3 Mrd Dollar (=30 % von allem Auslandskapital) auf 22 Mrd Dollar (=36 % von allem Auslandskapital).


    Die Profitaussichten in Europa sind mehr als mäßig. Das Kapital findet jedoch überall auf der Welt noch profitable Anlagesphären.
    Je mehr Kernzonenkapital sich überallhin ausbreitet, desto wichtiger wird für die Kapitalisten die politische Stabilität in ihren fernen Anlagezonen. Damit hapert es in Afrika und es ist keine politische Stabilisierung in Sicht. Daraus entwickelt sich ein gespaltener Kapitalmarkt: Sichere, aber niedrige Kapitalanlagen in den Kernzonen (Staatsanleihen, Immobilien) auf der einen Seite und riskante, kurzfristige, aber hoch profitable Anlagen in der kapitalistischen Peripherie auf der anderen Seite. Nur China bot den Kapitalisten bisher beides.


    Gruß Wal Buchenberg

  • Ich finde das die Prognosen nicht verwunderlich. Denn es wird hier nicht die Wirtschaftskraft der jeweiligen Länder vermitteln sondern nur das Wachstum....das wird irgendwann nun mal weniger.


    Ausnahme bildet hier China nur 5,7 Prozent prognostiziert wird, mach der Weltwirtschaft Sorgenfalten....denn keiner ist darauf vorbereitet. Auch die Chinesen müssen nun aufpassen, wo sie ihr Kapital entsprechend anlegen.

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