Flucht vor der europäischen Krise

  • Eines der Rätsel, mit dem Linke sich derzeit herumschlagen, ist die Suche nach den Symptomen der Wirtschaftskrise in Deutschland. Wirtschaftsdaten, die Wirtschaftsinstitute und Regierung vermelden, sind nach wie vor optimistisch.
    Alles Lüge? Nicht wirklich. Der amtliche Optimismus hat jedoch ausländische Wurzeln.
    Deutsche Konzerne machen den größten Teil ihrer Profite im Ausland. Das entgeht irgendwie der linken Aufmerksamkeit.



    Die deutschen DAX-Konzerne holen derzeit mehr als die Hälfte ihres Umsatzes von außerhalb Europas. Einnahmen aus den „emerging markets“, den stürmischen Entwicklungsländern, (ca. 24 % ihres Umsatzes) übertreffen ihre Einnahmen aus Deutschland (ca. 22 %) und selbst die Einnahmen aus Europa (ca. 20 % des Umsatzes).
    Den krisenhaften Wirtschaftseinbruch in Europa haben die deutschen Konzerne weitgehend durch steigende Einnahmen aus der kapitalistischen Peripherie wettgemacht.
    Das Geheimnis der Krisenfestigkeit des deutschen Kapitals liegt außerhalb Europas. Das deutsche Kapital flüchtet – mit einigem Erfolg - vor der europäischen Krise ins außereuropäische Ausland. Das deutsche Kapital kann vor der Krise flüchten, die Lohnarbeiter in Deutschland nicht.
    Gruß Wal Buchenberg

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