Wo und was arbeiten Niedriglöhner?

  • In Westdeutschland arbeiten 15% der Lohnarbeiter für einen Lohn unter 8,50 und weitere 8% für einen Lohn zwischen 8,50 und 10 Euro. In Ostdeutschland sind die Zahlen deutlich höher: Dort arbeiten 27% für einen Lohn unter 8,50 und insgesamt 39% für einen Lohn unter 10 Euro die Stunde.
    Laut DIW würde die Bruttolohnsumme in Deutschland um 3% ansteigen, falls ein flächendeckender Mindestlohn von 8,50 Euro eingeführt und durchgesetzt würde. Für die betroffenen Niedriglöhner würde das Bruttoeinkommen jedoch um mehr als 30% steigen.


    Wo und was die Niedriglöhner arbeiten, zeigt die folgende Grafik:




    1. Ausbildung der Niedriglöhner
    Die große Mehrheit der Niedriglöhner (fast 70%) hat eine Ausbildung mit Abschluss. Einige haben einen Hochschulabschluss. Weniger als ein Drittel hat keine Berufsausbildung.


    2. Arbeitsverträge der Niedriglöhner
    Für die Mehrheit der Niedriglöhner ist die schlechtbezahlte Lohnarbeit die Hauptquelle ihres Einkommens. Bei den Nebenjobs (23% bzw. 19%) ist sicher, dass diese Leute noch ein anderes Einkommen haben. Bei den Minijobs (17% bzw. 15%) ist es möglich oder wahrscheinlich.


    3. Wo arbeiten Niedriglöhner? (Betriebsgrößen)
    Niedriglöhner sind vor allem in Kleinbetrieben bis 10 Beschäftigten anzutreffen. Dort stellen sie rund ein Drittel der Löhne unter 8,50 und fast die Hälfte aller Löhne unter 10 Euro. Aber selbst in Großbetrieben gehören Niedriglöhner zum Betriebsalltag.


    Alle Daten aus der Analyse "Mindestlohn" des DIW.
    (Nur angemeldete User können diese Datei im Anhang öffnen.)


    Gruß Wal Buchenberg

  • Hallo neoprene,


    Die Daten der unteren Balkengrafik ergeben zusammen nicht 100 %, weil in jeder Säule der Prozentsatz der Niedriglöhne in den Betrieben der jeweiligen Größe angegeben ist.


    Damit jeweils 100% sichtbar werden, müsste über jeder einzelnen Säule der Prozentsatz Lohnarbeiter aufgetragen werden, die mehr als den Niedriglohn verdienen.


    Die ersten beiden Säulen links unten sind also so zu verstehen:


    In Betrieben bis 4 Beschäftigte, sind 37% der Beschäftigen Niedriglöhner mit einem Stundenlohn von unter 8,50, bzw. 50% der Beschäftigten Niedriglöhner mit einem Stundenlohn von unter 10 Euro.
    In Betrieben bis 4 Beschäftigen erhalten also 63% der Lohnarbeiter einen Stundenlohn über 8,50 Euro und 50% einen Stundenlohn über 10 Euro. (Das macht die 100% voll.)


    Zum besseren Verständnis werde ich aber die Überschrift der Grafik verbessern.


    Ansonsten: Danke für den kritischen Hinweis. Es gibt nichts, was man nicht noch verbessern könnte! :thumbsup:


    Gruß Wal


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