Kapitalvorschuss und Kapitalrückfluss bei Karl Marx III: Umschlag des fixen und zirkulierenden Kapitals, Gesamtumschlag

  • „Man sah Buch I, Kapitel 6 (Konstantes Kapital und variables Kapital): Ein Teil des konstanten Kapitals behält die bestimmte Gebrauchsform, worin es in den Produktionsprozess eingeht, gegenüber den Produkten, zu deren Bildung es beiträgt. Es verrichtet also während einer kürzeren oder längeren Periode in stets wiederholten Arbeitsprozessen stets wieder dieselben Funktionen. So z. B. Arbeitsgebäude, Maschinen etc., kurz alles, was wir unter der Bezeichnung Arbeitsmittel zusammenfassen.
    Dieser Teil des konstanten Kapitals gibt Wert an das Produkt ab im Verhältnis, worin er mit seinem eigenen Gebrauchswert seinen eigenen Tauschwert verliert. Diese Wertabgabe ... auf das Produkt ... wird bestimmt durch eine Durchschnittsrechnung; es wird gemessen durch die Durchschnittsdauer seiner Funktion von dem Augenblick, worin das Produktionsmittel in den Produktionsprozess eingeht, bis zu dem Augenblick, wo es ganz abgenutzt ... ist ...“ MEW 24, 158.


    „Beträgt die Funktionsdauer einer Maschine, sage zum Wert von 1000000 Euro, z. B. 10 Jahre, so beträgt die Umschlagszeit des in ihr ursprünglich vorgeschossenen Werts 10 Jahre. Vor Ablauf dieser Zeit ist sie nicht zu erneuern, sondern wirkt in ihrer Naturalform fort.
    Ihr Wert zirkuliert unterdes stückweise als Wertteil der Waren, zu deren kontinuierlicher Produktion sie dient, und wird so allmählich in Geld umgesetzt, bis er schließlich am Ende der 10 Jahre ganz in Geld verwandelt und aus Geld in eine Maschine rückverwandelt worden ist, also seinen Umschlag vollzogen hat. Bis zum Eintritt dieser Reproduktionszeit wird ihr Wert allmählich zunächst in der Form eines Geldreservefonds akkumuliert.“ MEW 24, 164.


    „Das Eigentümliche dieses Teils des konstanten Kapitals – der eigentlichen Arbeitsmittel – ist also dies: ...
    Ein Teil des vorgeschossenen Kapitalwerts ist in diese, durch die Funktion der Arbeitsmittel im Produktionsprozess bestimmte Form fixiert. Mit der Funktion und daher der Abnutzung des Arbeitsmittels geht ein Teil seines Werts auf das Produkt über, ein anderer bleibt fixiert im Arbeitsmittel und daher im Produktionsprozess. Der so fixierte Wert nimmt beständig ab, bis das Arbeitsmittel ausgedient und daher auch sein Wert sich in einer längeren oder kürzeren Periode über eine Masse von Produkten verteilt hat, die aus einer Reihe beständig wiederholter Arbeitsprozesse hervorgehen.
    Solange es aber noch als Arbeitsmittel wirksam ist, also nicht durch ein neues Exemplar derselben Art ersetzt werden muss, bleibt stets konstanter Kapitalwert in ihm fixiert ... Je länger das Arbeitsmittel ausdauert, je langsamer es verschleißt, desto länger bleibt der konstante Kapitalwert in dieser Gebrauchsform fixiert.“ MEW 24, 158f.


    „Dieser im Arbeitsmittel fixierte Teil des Kapitalwerts zirkuliert so gut wie jeder andere. Wir haben überhaupt gesehen, dass der ganze Kapitalwert in beständiger Zirkulation begriffen und in diesem Sinn daher alles Kapital zirkulierendes Kapital ist. Aber die Zirkulation des hier betrachteten Kapitalteils ist eigentümlich.
    Erstens zirkuliert er nicht in seiner Gebrauchsform, sondern nur sein Wert zirkuliert, und zwar allmählich, bruchweise, im Maß, wie er von ihm auf das Produkt übergeht, das als Ware zirkuliert. Während seiner ganzen Funktionsdauer bleibt ein Teil seines Werts stets in ihm fixiert ... Durch diese Eigentümlichkeit erhält dieser Teil des konstanten Kapitals die Form: Fixes Kapital.
    Alle anderen stofflichen Bestandteile des im Produktionsprozess vorgeschossenen Kapitals dagegen bilden im Gegensatz dazu: Zirkulierendes oder flüssiges Kapital.“ MEW 24, 159.


    „2. Der Umschlag des fixen Kapitalbestandteils, also auch die dazu nötige Umschlagszeit, umfasst mehrere Umschläge der flüssigen Kapitalbestandteile. In derselben Zeit, worin das fixe Kapital einmal umschlägt, schlägt das flüssige Kapital mehrmals um. ...
    3. Der im fixen Kapital ausgelegte Wertteil des produktiven Kapitals ist ganz, auf einmal vorgeschossen worden, für die ganze Funktionsdauer ... Dieser Wert wird also auf einmal vom Kapitalisten in die Zirkulation geworfen; er wird aber der Zirkulation nur stückweise und allmählich wieder entzogen durch die Realisierung der Wertteile, die das fixe Kapital den Waren stückweise zusetzt.
    Andererseits: Die Produktionsmittel selbst, worin ein Bestandteil des produktiven Kapitals fixiert wird, werden auf einmal der Zirkulation entzogen, um dem Produktionsprozess für ihre ganze Funktionsdauer einverleibt zu werden, aber sie bedürfen für dieselbe Zeit nicht ... der Reproduktion. ... Während dieser Zeit benötigen sie also auch ihrerseits keine Erneuerung des Vorschusses von Seiten des Kapitalisten.
    Endlich: Der im fixen Kapital ausgelegte Kapitalteil durchläuft den Kreislauf seiner Formen während der Funktionsdauer der Produktionsmittel ... nicht stofflich, sondern nur für seinen Wert, und auch das nur teilweise und allmählich. D. h. ein Teil seines Werts wird fortwährend als Wertteil der Ware zirkuliert und in Geld verwandelt, ohne sich aus Geld in seine ursprüngliche Naturalform rückzuverwandeln. Diese Rückverwandlung des Gelds in die Naturalform des Produktionsmittels findet erst statt am Schluss seiner Funktionsperiode, wenn das Produktionsmittel gänzlich verbraucht ist.
    4. Die Elemente des flüssigen Kapitals sind ebenso beständig im Produktionsprozess – soll er kontinuierlich sein – fixiert wie die Elemente des fixen Kapitals. Aber die so fixierten Elemente des ersteren werden beständig in natura erneuert ...
    Es befinden sich beständig Roh- und Hilfsstoffe im Produktionsprozess, aber immer neue Exemplare derselben Art, nachdem die alten in der Bildung des fertigen Produkts verzehrt sind.
    Es befindet sich ebenso beständig Arbeitskraft im Produktionsprozess, aber nur durch beständige Erneuerung ihres Kaufs, und oft mit Wechsel der Personen.“ MEW 24, 167ff.


    „In derselben Kapitalanlage haben die einzelnen Elemente des fixen Kapitals eine verschiedene Lebenszeit, daher auch verschiedene Umschlagszeiten. In einer Eisenbahn z. B. haben Schienen, Schwellen, Erdarbeiten, Bahnhofsgebäude, Brücken, Tunnels, Lokomotiven und Waren verschiedene Funktionsdauer und Reproduktionszeit, also auch das in ihnen vorgeschossene Kapital verschiedene Umschlagszeiten.“ MEW 24, 169.


    „Wir haben gesehen, dass die fixen und flüssigen Bestandteile des produktiven Kapitals verschiedenartig und zu verschiedenen Perioden umschlagen, ebenso dass die verschiedenen Bestandteile des fixen Kapitals in demselben Geschäft je nach ihrer verschiedenen Lebens-, daher Reproduktionszeit, wieder verschiedene Umschlagsperioden haben.“ MEW 24, 183.


    „1. Der Gesamtumschlag des vorgeschossenen Kapitals ist der Durchschnittsumschlag seiner verschiedenen Bestandteile ...“ MEW 24, 183.


    „2. ... Es ist daher nötig, die Sonderumschläge der verschiedenen Teile des fixen Kapitals auf gleichartige Form des Umschlags zu reduzieren, sodass sie nur noch quantitativ, der Umschlagdauer nach, verschieden sind. ... Bei der Berechnung des Gesamtumschlags des vorgeschossenen produktiven Kapitals fixieren wir daher alle seine Elemente in der Geldform, sodass die Rückkehr zur Geldform den Umschlag schließt. ... So können wir dann den Durchschnitt ziehen.“ MEW 24, 184.


    „3. Es folgt, dass selbst wenn der bei weitem größere Teil des vorgeschossenen produktiven Kapitals aus fixem Kapital besteht, dessen Reproduktions-, also auch Umschlagszeit, einen vieljährigen Zyklus umfasst, dennoch der während des Jahres umgeschlagene Kapitalwert infolge der wiederholten Umschläge flüssigen Kapitals während des Jahres größer sein kann als der Gesamtwert des vorgeschossenen Kapitals.“ MEW 24, 184.


    „Das fixe Kapital sei = 80.00.000 Euro, seine Reproduktionszeit = 10 Jahre, sodass 800.000 Euro davon jährlich zu ihrer Geldform zurückkehren oder es 1/10 seines Umschlags vollzieht.
    Das flüssige Kapital sei = 2.000.000 Euro und schlage fünfmal im Jahre um. Das Gesamtkapital ist dann =10.000.000 Euro.
    Das umgeschlagene fixe Kapital ist = 800.000 Euro; das umgeschlagene flüssige Kapital = 5 mal 2.000.000 = 10.000.000 Euro.
    Also ist das während des Jahres umgeschlagene Kapital = 10.800.000 Euro, größer um 800.000 Euro als das vorgeschossene Kapital. 108 Prozent des Kapitals hat umgeschlagen.“ MEW 24, 184.

    „5. ... Die Berechnungsweise des Umschlags ... zeigt folgendes Beispiel:“ MEW 24, 186.
    Ein Gesamtkapital ist z. B. = 600.000, davon 550.000 in fixes Kapital (Gebäude, Maschinen); die Umschlagszeit (Wirkungsdauer) für das fixe Kapital sei 10 Jahre; 50.000 sei ausgelegt in Hilfsstoffen, Rohstoffen und Lohn (= flüssiges oder zirkulierendes Kapital); die Herstellungszeit eines Produkts plus seine Zirkulationszeit (= Umschlagszeit des flüssigen Kapitals) dauere einen Monat.
    Also wird von diesem Kapital pro Jahr umgeschlagen:
    fixes Kapita = 550.000 : 10 = 55.000;
    flüssiges Kapital = 50.000 mal 12 = 600.000;
    umgeschlagenes Kapital insgesamt pro Jahr = 655.000.
    655.000 werden in 12 Monaten umgeschlagen. Das gesamte Kapital von 600.000 wird also in rund 11 Monaten umgeschlagen, weil 600.000 : 655.000 mal 12 = 10,99.


    „6. ... Das Kreditwesen ... wie das Handelskapital, modifiziert den Umschlag für den einzelnen Kapitalisten. Auf gesellschaftlicher Stufenleiter modifiziert es ihn nur, soweit es nicht nur die Produktion, sondern auch die Konsumtion beschleunigt.“ MEW 24, 188.


    Soweit erst mal und Gruß
    Wal Buchenberg

  • Hallo Wal,


    "... Dieser Teil des konstanten Kapitals gibt Wert an das Produkt ab im Verhältnis, worin er mit seinem eigenen Gebrauchswert seinen eigenen Tauschwert verliert. ...“ MEW 24, 158."


    Ist zumindest Missverständlich formuliert. Es stimmt, dass sein Tauschwert abnimmt (Angelegtes fixes konstantes Kapital) aber es stimmt nicht, dass sein Gebrauchswert GLEICHERMASSSEN abnimmt. Der Gebrauchswert vermindert sich durch die Materialabnutzung, aber wesentlich langsamer als der Tauschwert. Weil das so ist, werden alte, abgeschriebnene Maschinen mitunter weiter verkauft, was ich bei einem ehemaligen Ausbeuter erlebt habe.
    "Ihr Wert zirkuliert unterdes stückweise ..."
    Hier wäre der Begriff "zirkulieren" zu hinterfragen, denn das angewandte fixe konstante Kapital vollführt keine vollständige Kreisbewegung (was Marx auch selbst sagt), sondern wird nur vom Zirkulationskapital mitbewegt (was er vermutlich mit "zirkulieren" meinte).
    "Erstens zirkuliert er nicht in seiner Gebrauchsform, sondern nur sein Wert zirkuliert, und zwar allmählich, bruchweise, im Maß, wie er von ihm auf das Produkt übergeht, das als Ware zirkuliert."
    Es zirkulieren IMMER nur die Tauschwerte, die Gebrauchswerte gehen IMMER in den Umlauf (Entfernung vom Ausgangspunkt ohne Rückkehr). Z.B. zirkuliert der Tauschwert des Geldes, während sich sein Gebrauchswert (die Geldscheine) im Umlauf bewegen.
    "Alle anderen stofflichen Bestandteile des im Produktionsprozess vorgeschossenen Kapitals dagegen bilden im Gegensatz dazu: Zirkulierendes oder flüssiges Kapital.“


    Das hat sich historisch geändert. Zu Marx' Zeiten gab es noch keine zentrale Versorgung mit elektrischer Energie (ein Hilfsstoff der Produktion) und die Einordnung der Pacht (Grundrente) in das produktive Kapital (als vorgestellter Hilfsstoff) lehnte er (mit Recht!) ab. Aus diesen Gründen besteht jedoch heutzutage das zirkulierende konstante Kapital (denn NUR um dieses geht es in dem Zitat) nicht mehr ausschliesslich aus "stofflichen Bestandteilen". Darüber hinaus umfasst das zirkulierende Kapital aber auch das variable Kapital und den Mehrwert. Er gehört dazu, weil er eigentlich vorenthaltener Lohn ist (so schon Sismondi). der Mehrwert wird wie das angewandte fixe konstante Kapital nur für einen halben Umschlag zusammen mit dem zirkulierenden konstanten und variablen Kapital im Zirkulationskapital mit transportiert.
    "Die Produktionsmittel selbst ... bedürfen für dieselbe Zeit nicht ... der Reproduktion."
    Bezieht sich NUR auf den Gesamttausch- bzw. Gebrauchswert derselben und schliesst ihre teilweise Erneuerung (FK^+) WAEHREND der Abschreibungszeit nicht aus.
    "Die Elemente des flüssigen Kapitals sind ebenso beständig im Produktionsprozess – soll er kontinuierlich sein – fixiert wie die Elemente des fixen Kapitals. Aber die so fixierten Elemente des ersteren werden beständig in natura erneuert ..."
    "In natura" heisst: ihr Gebrauchswert, während ihr Tauschwert dagegen nur einmal in Geld angelegt werden muss und dann im angewandten Zirkulationskapital beständig vollständige Kreisläufe vollzieht.
    „1. Der Gesamtumschlag des vorgeschossenen Kapitals ist der Durchschnittsumschlag seiner verschiedenen Bestandteile ...“

    Ist falsch. Was Marx hier mit "Durchschnittsumschlag" meint, ist die Addition der Tauschwerte der verschiedenen Bestandteile des angewandten fixen konstanten Kapitals multipliziert mit der Anzahl ihrer jeweiligen Umschläge, soweit sich diese durch unterschiedliche Abschreibungszeiten unterscheiden (was das darauf folgende Zitat beweist).
    Ansonsten ist es richtig und entspricht auch meiner Darstellung. Das Dumme ist nur, dass Marx sich nie die Mühe gemacht hat, seine im wesentlichen richtige textliche Darstellung in anwendbare Mathematik zu verwandeln.
    Peter Nowak

    "So Ihr aber begehrt, ein wahrer Mann der Wissenschaft zu werden und nicht nur ein schäbiger Handlanger und Experimentator, so beherzigt meinen Rat und beschäftigt Euch mit sämtlichen Zweigen der Naturwissenschaft, einschließlich jenes der Mathematik" (Mary W. Shelly: Frankenstein)

  • Anwendbare Mathematik, oje, mir reichen schon seine Bruchrechnungen:)
    Sollte man das nicht der BWL und ihren Versuchen überlassen, "unterwegs" halbwegs herauszukriegen, ob das Geschäft eigentlich gelingt, und wieviel Spielräume beim Preissenken und Konkurrenz-Unterbieten man einerseits hat, und andererseits wie man dabei die Profitmasse pro Zeit optimiert? Angesichts von Liquidität und Eigenkapitalausstattung (die überlegen doch auch ständig, wieviel Kredit mit ins Boot zu nehmen Sinn machen können, und zwar sowohl auf seiten der Geber wie der Nehmer...)
    Was änderts am Sachverhalt der Ausbeutung, am Sachverhalt der Klassen, der Erpressung der Nichteigentümer durch die Eigentümer, die Aneignung der Mehrarbeit (und, nebenbei, sämtliciher anderer Mehrprodukte) durch die "Arbeitgeber", und dem Ausschluss der Arbeitenden von der Entscheidung, wofür gearbeitet wird?


    ((Warum hat Marx die Fragmente zu Bd 2 und 3 nicht mehr redigiert? Vielleicht, weil die höchst fieseligen Korrekturen an den Fehlern bei Smith und Ricardo zwar für ihn als deren Leser und in gewissem Sinn wissenschaftlichen Erben intern wichtig waren... aber für die kommunistische Kritik keinen so GANZ grossen Unterschied mehr machten?))

  • Hallo franziska,

    ((Warum hat Marx die Fragmente zu Bd 2 und 3 nicht mehr redigiert? Vielleicht, weil die höchst fieseligen Korrekturen an den Fehlern bei Smith und Ricardo zwar für ihn als deren Leser und in gewissem Sinn wissenschaftlichen Erben intern wichtig waren... aber für die kommunistische Kritik keinen so GANZ grossen Unterschied mehr machten?))

    Falls mich nicht alles täuscht, kam ihm da Gevatter Tod dazwischen. :huh:


    cu
    renée

  • ... und davor waren noch 10 Jahre Zeit. Aber wir können ihn nicht mehr fragen... Und ich sags ja auch blos, weil ich (nur ich) es plauibel fände, wenn er so gedacht hätte...

  • ... und davor waren noch 10 Jahre Zeit. Aber wir können ihn nicht mehr fragen... Und ich sags ja auch blos, weil ich (nur ich) es plauibel fände, wenn er so gedacht hätte...

    In denen er, neben seiner Arbeit für die IAA, Band I für den Druck vorbereitete.

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  • Anwendbare Mathematik, oje, mir reichen schon seine Bruchrechnungen

    nenn mal ein Beispiel. Und der BWL überlassen? Dieser Pseudowissenschaft? Dass ich nicht lache. Aber trotzdem danke für die Bestätigung meiner Ausführungen zu Profit/Zeit.

    "So Ihr aber begehrt, ein wahrer Mann der Wissenschaft zu werden und nicht nur ein schäbiger Handlanger und Experimentator, so beherzigt meinen Rat und beschäftigt Euch mit sämtlichen Zweigen der Naturwissenschaft, einschließlich jenes der Mathematik" (Mary W. Shelly: Frankenstein)

  • ... oder Daten weicht offenbar von der anderer ab. Ich merke mir nämlich alles bloss so, wie es mir bei meiner nachvollziehenden Lektüre eingeleuchtet hat, und wichtig genug war, oder als Standpunkt des Autors seltsam oder verkehrt vorkam; so ist es bei mir abgespeichert, so erzähle ich es andern in meinen Worten. Da kann ich mich natürlich übel irren, und selbstverständlich lasse ich mich durch Zitate oder auch bloss anderslautende Wiedergaben des Textes oder biographischer bzw. editionsgeschichtlicher Daten durch andre zur Nachprüfung bewegen.
    Aber erst einmal zitiere ich alles bzw. gebe es wieder bloss aus dem Gedächtnis.
    Gemerkt habe ich mir als grobe Reihenfolge: 1867 Band 1 - davor 63-65 die Entwürfe für Bd 3, bis ca. 1873 (aber auch schon vor 67) Entwürfe für Bd.2, bis 1875 nur noch die Neuauflage von Bd.1. Mit 10 Jahren Zeit meinte ich das Jahrzehnt ab 1873, als M. die Arbeit an irgend fortlaufenden "Forschungsmanuskripten" einstellte.
    (Historische recherchen zur Grundrente gegen Lebensende mal aussen vor gelassen.)
    Vielleicht wissen andre ja andres oder genaueres dazu...
    Also, meine Aussage modifiziert: war ihm also die Weiter-Arbeit am 1.Bd wichtiger als die Fortführung. Und ich find das höchst plausibel.


  • ((Warum hat Marx die Fragmente zu Bd 2 und 3 nicht mehr redigiert? Vielleicht, weil die höchst fieseligen Korrekturen an den Fehlern bei Smith und Ricardo zwar für ihn als deren Leser und in gewissem Sinn wissenschaftlichen Erben intern wichtig waren... aber für die kommunistische Kritik keinen so GANZ grossen Unterschied mehr machten?))

    Hallo Franziska,
    was Du sagst ist nicht richtig! Wenn wir mal davon absehen, dass seine Kritik an Adam Smith im Band II des Kapital unberechtigt ist, ist es doch so, dass nur die Kritik an den Anschauungen anderer Autoren zum Thema in der Erkenntnis und dem Verständnis der Sache weiter führt. Ich hätte mir in meinem Buch die Kritik an Marx, Rosa Luxemburg und Lenin auch schenken können, aber letztlich ist es für Kenner dieser Autoren halt wichtig, zu wissen dass und an welchen Punkten dieselben mit welchen Argumenten kritisiert wurden. Nur das bringt uns weiter. Abgesehen davon würde es sonst doch nur zu Diskussionen der Art "XYZ hat aber dazu gesagt ..." führen und damit unnötig Zeit kosten, erst dann die Argumentation dagegen vorzubringen.
    Peter Nowak

    "So Ihr aber begehrt, ein wahrer Mann der Wissenschaft zu werden und nicht nur ein schäbiger Handlanger und Experimentator, so beherzigt meinen Rat und beschäftigt Euch mit sämtlichen Zweigen der Naturwissenschaft, einschließlich jenes der Mathematik" (Mary W. Shelly: Frankenstein)

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