Bochumer Programm

Im 20. Jahrhundert glaubten Sozialdemokraten und Kommunisten den Staat für die Interessen der Mehrheit dienstbar machen zu können. Alle Hoffnung, die wir in diese sozialdemokratischen und kommunistischen Interessenvertreter gesetzt hatten, wurde enttäuscht. Egal ob kapitalistische Manager, sozialdemokratische oder kommunistische Funktionäre „im Namen der Gesellschaft“ Entscheidungen trafen, immer wurde die Mehrheit von diesen Machthabern verplant und bevormundet. Hier und heute steht nicht mehr zur Debatte, welche Minderheit für und über die Mehrheit plant und entscheidet. Hier und heute sind Schritte zur Emanzipation dort zu erreichen, wo Alle gemeinsam und direkt planen und entscheiden. Durch Kommunalisierung wird die Verwaltung, Produktion und Verteilung möglichst vieler gesellschaftlicher Aufgaben auf lokaler Ebene organisiert. Durch Demokratisierung übernehmen alle Gesellschaftsmitglieder unabhängig von ihrem Geschlecht und ihrer ethnischen Herkunft die unmittelbare Verantwortung und direkte Kontrolle über Gemeinschaftsaufgaben.


Unsere nächsten Ziele sind: 
Kommunalisierung und Demokratisierung von Energie-, Wasser- und Wohnungswesen, von Transport-, Kommunikations- und Lebensmittelversorgung; 

Kommunalisierung und Demokratisierung des Bildungswesens.

Einheitliche polytechnische Bildung für Alle bis zum 18. Lebensjahr;


Außerdem fordern wir: 

Freiheit der Information, der Rede, der Versammlung und der Organisation; 

Abschaffung des Beamtentums; 

Trennung von Staat und Kirche. Abschaffung der Kirchensteuer; 

Sofortiger Abzug aller deutschen Soldaten aus dem Ausland. Austritt aus der Nato.


Abschaffung der Lohnarbeit mittels Selbstverwaltung der Unternehmen durch die Werktätigen ist unser wichtigstes Ziel. Bis dahin treten wir auch für Reformen ein, die zwar nur die Folgen der Lohnarbeit lindern, uns aber die Möglichkeit geben, die Bedingungen unseres Lebens und unserer Arbeit zunehmend selbst zu gestalten.


Unsere wichtigsten gewerkschaftlichen Forderungen sind: 

Gleicher Lohn bei gleicher Arbeit; 

Mindestlohn in Höhe von 50% des Durchschnittslohns (derzeit 21,42 Euro); 

Abschaffung der Hartz-Gesetze. Arbeitslosengeld für die Dauer der Arbeitslosigkeit; 

Beschränkung der Nacht- und Schichtarbeit auf Betriebe, in denen sie aus technischen oder sozialen Gründen zwingend erforderlich ist. Über alle Abweichungen vom Normalarbeitstag entscheidet die Belegschaftsversammlung; 

Normalarbeitszeit 6 Stunden an 5 Wochentagen; 

Rente mit 60; 

Öffentlichkeit aller betrieblichen Daten für Unternehmensangehörige; 

Streikfreiheit; 

Volle Selbstverwaltung der Sozialversicherungen durch die Versicherten;


September 2011. (Update Mai 2012 und 14.Juli 2012)


Angela, Bernd, Don, Irmi, Jens, Kim, Martin, Peter, Robert, Seldon, Wal

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