Green New Deal in den USA

  • Michael Roberts kritisiert in seinem verdienstvollen Blog den Green New Deal der "Democratic Socialists of America" als nicht finanzierbar.

    Mein Senf dazu:

    If the US takes out social insurance that has long been commonplace elsewhere, then it is a good thing for the wage laborers.

    Instead of criticizing the excessive expectations associated with the Green New Deal, we should point out critically that in other countries of the capitalist core zone, these social security funds were built in times when profits were bubbling.

    In the current phase of low growth and low profit rates, it will be difficult if not impossible to achieve the goals of the GND. Life punishes those who come too late.


    auf Deutsch:

    Wenn die USA eine Sozialversicherung einführen, die anderswo längst üblich sind, dann ist das für die Lohnarbeiter eine gute Sache. Statt die überspannten Erwartungen zu kritisieren, die mit dem Green New Deal verbunden werden, sollten wir kritisch darauf hinweisen, dass in anderen Ländern der kapitalistischen Kernzone diese Sozialversicherungen eingerichtet wurden, als die Profite noch sprudelten. In der jetzigen Zeit der niedrigen Wachstums- und Profitraten, wird es schwieriger, wenn nicht unmöglich sein, die Ziele des GND zu erreichen. Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.


    Wal Buchenberg

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Comments 3

  • Ich glaube nicht, dass die Anhänger der MM-Theorie in Michaels Blog verstanden haben, wovon der Wert des Gelds abhängt. Aber ich glaube, sie sind davon fasziniert, dass das Quantitative Easing der US-Notenbank (wie ich in Japan und der EU) nicht zu einer allgemeinen Inflation geführt haben.
    Die Erklärung dafür ist einfach: Dieses zusätzliche Geld ist gar nicht in der Realwirtschaft angekommen. Weder ist durch QE die Staatsverschuldung in irgendeinem Land zurückgegangen, noch sind die Investitionen und die privaten Konsumausgaben nennenswert gestiegen.
    Das Quantitative Easing ist in die Aktienmärkte geflossen, und hat dort eine Inflation (Preisanstieg) bewirkt, und es ist in die Aktiva der Banken geflossen, so dass die Banken ihre faulen Bilanzen sanieren konnten.
    Weder der Staat noch die Lohnabhängigen sind durch QE reicher geworden. Weder der Staat noch die Lohnabhängigen können durch QE reicher werden. Das ist die simple Schlussfolgerung aus der Geldflut der Notenbanken.


    I do not believe that supporters of MMTheory have understood what the value of money depends on. But I think they are intrigued by the fact that the US Federal Reserve's quantitative easing has not led to general inflation – as it has not triggert a general inflation in Japan and the EU.
    The explanation is simple: this extra money from QE has not arrived in the real economy. Neither has government debt declined in any country through QE, nor investment and private consumption have increased significantly.
    Quantitative easing has flowed into the stock markets, causing inflation there (rising prices) and it flowed in banks' assets so that banks have been able to restore their bad balance sheets.
    Neither the state nor the wage earners have become richer through QE. Neither the state nor the wage earners can become richer through QE. That’s the simple conclusion from QE.
    • The Economist, 2019.02.16: „Adherents of MMT note the lack of inflation seen since the financial crisis, despite big deficits and governments printing money to buy bonds trough ‚quantitative easing‘.“
      Again, this extra money did not get into the real economy and therefore did not trigger inflation. Without access to the real economy, this extra money ends up only in the books of companies and brings no benefit to society.
  • Zur Frage von halikon, warum die USA nicht ebenso wie die europäische Nationen einen Sozialstaat aufbauen können:

    Meine Antwort:
    1) Die europäischen Länder haben den Wohlfahrtsstaat in Zeiten den goldenen Zeiten des Kapitalismus aufgebaut, als hohe Wachstumsraten und hohe Profitraten herrschten. Was haben die USA in dieser Zeit gemacht? Sie haben Kriege geführt: erst in Korea, dann in Vietnam und überall in Südamerika.
    2) Die europäischen Länder haben seit dem Rückgang der Profitraten in den 1980er Jahren den Wohlfahrtstaat abgebaut. Es wurden Transferzahlungen gekürzt, der Bezug von Sozialtransfers an immer neue Bedingungen gebunden, die Bezugszeiten verkürzt usw.
    Wenn jetzt Linke in den USA glauben, sie könnten nun den USA den „ethischen Kapitalismus“ einführen, dann kommen sie 40 Jahre zu spät. Das Leben bestraft diejenigen, die zu spät kommen.

    1) These Nordic countries established the welfare state in times of a golden age of capitalism, when high growth rates and high rates of profit prevailed.
    What did the US do during this time? They have waged wars: first in Korea, then in Vietnam and throughout South America.
    2) All these Nordic countries have reduced the welfare state since the chronic stagnation in the rate of profit in the 1980s. Transfer payments have been cut, social transfers have been tied to ever new preconditions, reception times are shortened, and so on.
    If leftists in the United States believe they can now introduce "ethical capitalism" to the US in this “lean years”, then they are 40 years late. Life punishes those who are late.