400.000 Euro monatlich für eine Zeitung

  • Die „Junge Welt kostet monatlich über 400.000Euro".


    Ist das gut angelegtes Geld?
    Ist es noch zeitgemäß, wenn 40.000 Leser jeden Tag das konsumieren, was 40 Journalisten jeden Tag schreiben?
    Printmedien sind ein Produkt der bürgerlich-kapitalistischen Klassengesellschaft. Printmedien waren emanzipatorisch, so lange sie das Wissensmonopol der Herrschenden angegriffen und Wissen an die Ungebildeten weitergegeben haben. Welches wirkliche Wissen steht heutzutage in der Zeitung?
    Heute sind die Bildungsunterschiede weitgehend abgeflacht. Die Herrschenden haben uns kaum noch Wissen voraus. Wo heute noch ein Wissensmonopol besteht, dann nur durch Geheimniskrämerei und Verhandlungen hinter verschlossenen Türen. Diese Wissensmonopole können durch „Wistleblower“ und Enthüllungen aufgebrochen werden. Enthüllungen sind aber in Zeitungen - auch in der Jungen Welt - nur ganz ganz selten zu lesen.
    Die Zeitungsspalten von Junge Welt bis zum Spiegel werden zu allermeist nicht mit Wissen, sondern mit Meinungen von Journalisten und mit Meldungen über die Meinungen von Politikern gefüllt.


    Wer will all das Zeug noch lesen? Und wer von denen, die das Zeug lesen wollen, will dafür noch Geld ausgeben?
    Gruß Wal

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Comments 1

  • Ich denke, dass die JW ein sehr wertvolles Medium ist. Wie du sagst, sie liefert vielleicht keine Enthüllungen. Doch ich betrachte sie als Werkzeug für die Verbreitung kommunistischer Gedanken. Der gewöhnliche Arbeiter erhält durch einen Bericht aus marxistischer Perspektive einen besseren kontextuellen Zugang zu seinem persönlichen Leben. Selbstverständlich kannst du als erfahrener Marxist alleine die Welt deuten, doch die meisten Menschen kennen sich nunmal mit marxistischer Theorie nicht aus und sind auf konkrete Beispiele angewiesen. Und als ich anfing mich mit dem Marxismus auseinanderzusetzen, da war mir die Jw ( und das ist sie jetzt immer noch) eine große HIlfe, eine abstrakte Theorie in der Praxis anzuwenden. In diesem Sinne liefert sie sehr wohl Enthüllungen, denn mein bisheriges, bürgerliches Weltbild wurde durch dieses Medium in Frage gestellt und anschließend zerstört. Deswegen brauchen wir linke Medien. Denn erst dann werden die Arbeiter erkennen, dass der Marxismus brandaktuell und keine veraltete, spröde Ideologie ist.