Braucht es einen neuen Entwurf?

  • "Es macht sich ja keiner die Mühe, den “real existierenden” so zu zerpflücken wie den Kapitalismus, wozu auch? Es braucht einen neuen Entwurf.”



    Ich hab mir mit meinen bescheidenen ‘Mitteln’ wenigstens Mühe gegeben und es damit gemacht.
    Was ist dabei herausgekommen, als das schon Engels meinte zu wissen: Staatsautoritärer Sozialismus ist die Kinderkrankheit… ?


    Daß es ein System ist, was nicht mehr die Kapitalakkumulation als erstes und einziges Ziel zum Inhalt hat und als Legitimation zum Gestalten versucht/benutzt.
    Es ist ein System, das versucht, die materiellen Bedürfnisse, der in ihm lebenden Menschen zu befriedigen.
    Das ist das Ziel.


    Die Hoffnung die damit verbreitet wurde und auch von ‘Anhängern’ eines Staatsautoritären Sozialismus auch noch heute verbreitet wird, ist, daß damit eine Übergangsphase geschaffen ist/wurde, daß (irgendwann) die Assoziation freier Produzenten möglich ist.
    Staatsautoritärer Sozialismus heißt aber, daß da eine besondere Führungsschicht die Gestaltung für die Menschen übernimmt, daß sie… usw.
    Dazu muß sich dieses Führungsklasse ihre Hoheit sichern und es müssen solche Strukturen geschaffen werden (müssen!), daß da nicht eben eine Mehrheit selbst entscheidet.


    Es ist doch aber so, daß, wenn freie Produzenten eine Assoziation eingehen möchten, sie sich dazu von der bestehenden ‘Obrigkeit’, die ihnen eben gerade bis dahin das frei Produzieren genommen hat, emanzipieren müssen.


    Das hieße für den Kapitalismus, sie müßten anfangen sich von Kapital/der Kapitalistenklasse zu emanzipieren.
    Das heißt aber eben auch, sie müßten anfangen sich im Staatsautoritären Sozialismus von der Führungsklasse(Partei/Experten) zu emanzipieren.
    Die Voraussetzungen dafür scheinen mir in beiden Systemen gleich besch…


    Scheinen? Wieso scheinen?
    Weil ich das im Kapitalismus noch nicht erlebt habe, im Staatsautoritären Sozialismus aber wohl…


    Sie hätten nicht mal eben sagen können: Püh, machen wir ab jetzt selbst. Und für die Führungsklasse, wenn auch mit den ‘freundlichsten’ Absichten gestartet, wäre wegen des Machterhalts immer der noch nicht richtige Zeitpunkt dafür gewesen.
    Es ist auch da KLASSENKAMPF!


    … und damit für mich eine Sackgasse.


    Zukunftsaussicht:
    Du kannst immer nur erreichen, was Menschen gerade wollen, da geht auch mit der besten Kapitalismuskritik nicht mehr, diesen Prozeß kann man mE nicht ‘wissenschaftlich’ steuern.


    Es ist die Produktivkraftentwicklung, die entscheidet, ob ihnen dieser Kap. mal gegen den Strich geht. Wir können max mit Kapitalismuskritik Erklärungen ‘liefern’, die sonst erst viel später durch Erfahrungen gekommen werden. Es geht mE nur um schneller – nicht um ob.
    Eine Gesellschaft, die die Bedürfnisse aller befriedigen möchte, ist nach meiner Erfahrung schlicht nicht möglich – die Bedürfnisse sind zu einem jeweiligen Zeitraum immer größer, als die Möglichkeit, diese zu befriedigen.
    Was aber mE gehen können müßte, ist eine Gesellschaft,in der alle sich ihre Bedürfnisse befriedigen können.



    Was macht den Unterschied?
    Menschen in dieser Gesellschaft/Gemeinschaft entscheiden selbst, was ihnen gerade (wichtiges) Bedürfnis ist, was vielleicht noch warten kann, was demnächst erledigt werden muß, ohne was es gar nicht geht.
    Sie bestimmen und sie einigen sich.


    Es kann deshalb kein System auf Dauer für die Menschen erschaffen werden – es kann nur durch die Menschen selbst erschaffen werden.
    Emanzipation von den Verhältnissen.


    Schwer genug.
    … da braucht es nicht noch zusätzlich welche, die sagen: Geht nicht.


    http://archiv.feynsinn.org/?p=11049#comment-35123

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