Überwachung und Kontrolle

  • Der Bürgerrechtsanwalt Dr. Rolf Gössner, der selbst 40 Jahre im Visier des deutschen Verfassungsschutzes war, klagt über die nationale und internationale geheimdienstliche Überwachung:Die ungeheure Dimension geheimdienstlicher Überwachung der Privatsphäre, der digitalen Durchleuchtung von Kommunikationsprozessen und ganzer Gesellschaften wirkt abstrakt und erzeugt Ohnmachtsgefühle. Dabei stellen diese Überwachungsmethoden alle Betroffenen unter Generalverdacht, führen zu massenhafter Verletzung von Persönlichkeitsrechten, stellen verbriefte Grundrechte, ja die Demokratie insgesamt in Frage.“


    [color=black]Werter Herr Dr. Gössner,
    darf ich Sie fragen:
    Hat Ihre 40jährige Überwachung durch deutsche Geheimdienste bei Ihnen ein „Ohnmachtsgefühl“ ausgelöst und Ihr bürgerrechtliches Engagement verhindert?
    Darf ich Sie fragen:
    Wird diese Demokratie nicht längst durch unsere alltägliche Ohnmacht in Frage gestellt, wenn wir alle vier Jahre ein Kreuzchen bei einer Partei machen sollen, aber ansonsten nichts zu sagen und nichts zu melden haben?
    Darf ich Sie fragen:
    Stellt nicht jede selbstständige Bewegung und jeder Anspruch auf Mitentscheid der „Betroffenen“ das wirtschaftliche und politische Entscheidungsmonopol unserer „Oberen“ in Frage? Ist es da nicht folgerichtig, wenn wir alle als „Betroffene“ ihrer Macht von den Machthabern unter „Generalverdacht“ gestellt werden?
    Darf ich Sie fragen:
    Sind "Persönlichkeitsrechte" und „Grundrechte“ nicht schöne Worte auf Papier, die wenig mit unserem Alltag – schon gar nichts mit unserem Arbeitsalltag zu tun haben?
    Darf ich Sie fragen:
    Das heutige Überwachungssystem wird häufig mit den Verhältnissen in der DDR verglichen. Wurden denn die DDR-Bürger durch die allgegenwärtige Überwachung davon abgehalten, ihre staatlichen und wirtschaftlichen Machthaber zum Teufel zu jagen?
    Mit freundlichen Grüßen
    Wal Buchenberg

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Comments 8

  • Hallo Wal,

    vielen Dank, wenn du so eine Aufstellung "kurz und prägnant" hinkriegst, es könnten vielleicht auch andere davon profitieren. Es ist halt seltsam, da ich schon vor meiner Schulzeit anfing zu lesen, immer gerne und viel gelesen habe und auch mit der meisten Fachliteratur zu verschiedensten Themen keine Probleme habe, aber mancher Schreibstil ist mir irgendwie nicht "zugänglich". Halt wenn, wie im Kapital eben auch, ganz viele Querverweise, Schachtelsätze etc. verwendet werden und dann bei Marx auch noch eine etwas "antiquierte" Wortwahl mit heute kaum noch gebräuchlichen Ausdrücken, vermischt mit englischem und französischem Vokabular. Das" Kapital" hat sich wohl eindeutig nicht an die "breite Masse" gerichtet.

    ....

    Zum Thema "Persönliches":
    Ich muss hier niemanden mögen und ich bin nicht hier aufgetaucht, weil mir zu langweilig ist oder ich von jemandem hier "geliebt" oder gemocht werden möchte. Ich bin jemand, der sich am liebsten auf der "Sachebene" aufhält, mit "Beziehungskisten" habe ich ungern zu tun. Klar gibt es für mich Sympathien und Antipathien, die versuche ich aber möglichst aus "Arbeitszusammenhängen" herauszuhalten.

    Leider fällt mir das schwer, wenn jemand anderes ständig auf eine beleidigende Art persönlich aggressiv auftritt. Ich habe das halt schon erlebt, dass auf diese Art Foren kaputt gegangen sind, dass jemand quasi alle anderen "weggebissen" hat, die eine andere Meinung vertraten, bis er nur noch eine kleine Clique von "seinen" Anhängern übrig hatte.

    Jedenfalls habe ich seit einigen Tagen das Gefühl, dass das Forum seeehr ruhig geworden ist. Ich kann mich täuschen, aber das ist mein Eindruck.

    Darum ging es mir hauptsächlich, natürlich haben mir diese fiesen Anfeindungen auch persönlich nicht gerade Spaß gemacht. Auch die, welche gegen die anderen hier gerichtet waren.

    cu
    renée
  • Hallo Renee,
    das mit dem Begriffsverzeichnis ist eine gute Idee. Da ich zur Zeit einiges zu tun habe, dauert das wohl ein paar Tage, bis ich dazu komme. Ich stelle es dann als Grafik in die Bildergalerie.
    Mit dem Kommentar, den du verlinkt hast, kann ich nichts anfangen. Wenn jemand schon so anfängt: "Aufgabe des Staates ist es, die Bürger zu schützen" habe ich kein Interesse weiterzulesen.
    Im übrigen bitte ich dich, weder hier noch im Forum Personen zum Thema zu machen. Das führt ins "Unglück" und führt die Debatte ins Persönliche.
    Wir sind hier ein Arbeitskollektiv, kein Freundeskreis. Da muss man auch mit Leuten zurechtkommen, die man vielleicht nicht mag.
  • Hallo Wal,

    das ist jetzt ganz OT, aber ich habe eine Frage, die ich nicht so unvermittelt ins Forum stellen will.

    Gibt es irgendwo eine ganz kurze Definition für die verschiedenen Abkürzungen, welche im "Kapital" und hier auch in den Diskussionen verwendet werden? Irgendwie kriege ich diese Sachen kaum auf die Reihe, ich kann mir das nie merken, wenn die Erläuterungen in langatmigen Texten dargebracht werden.

    Ich meine ungefähr so:

    (X?) = fixes Kapital = Gebäude, Fabrikanlagen ....
    (Y?) = ...

    Ich habe nämlich kaum überwindbare Probleme mit der Konzentrationsfähigkeit, bei zu weit ausgewalzten Texten weiß ich dann am Ende der Erklärung nicht mehr, was am Anfang gesagt wurde.

    cu
    renée
  • Ich habe diesen Kommentar nochmal gefunden:

    heise.de/tp/foren/S-Zwangsarbe…266619/msg-24196286/read/

    Ich lese dort ja immer mal gerne vor allem die Kommentare, da lerne ich auch immer mal interessante Gesichtspunkte kennen - oder auch, wie so die "Stimmung" ist. Dort sind aber auch anscheinend etliche "Sockenpuppen" unterwegs und Forentrolle. Die manchmal recht unflätige "Diskussionskultur" dort erinnert mich an jemand ... dessen Namen auch in der Autorenschaft von Telepolis gelistet ist.

    ;)

    cu
    renée
  • Der US-amerikanische TV-Moderator Jay Leno: „Ich bin froh, dass die Regierung lahmgelegt ist. Denken Sie mal darüber nach! Zum ersten Mal seit Jahren ist es sicher, zu telefonieren und E-Mails zu schicken, ohne dass irgendjemand mithört!“
  • Hallo Wal,

    gestern habe ich irgendwo (Telepolis?) einen Kommentar gelesen, dass der Staat dazu da ist, die Bevölkerung vor den "Mächtigen" zu schützen (so ähnlich) - und das von jemand, der eigentlich nicht gerade strunzdoof zu sein scheint. Der Rest von seinem Kommentar war nämlich gar nicht so dumm.

    Die meisten Menschen haben halt diese Märchengeschichten internalisert, dass sie kaum in der Lage zu sein scheinen, die nackte Wahrheit zu erkennen. Dass die oberste Aufgabe des Staates die Sicherstellung der Eigentumsverhältnisse ist und sich alles Weitere an dieser Aufgabe ausrichtet.

    In der Rolle als Schoßhündchen gebe ich eine eher groteske Figur ab. ;)

    cu
    renée
  • Hallo Renee,
    das ist das Ärgerliche an dieser „demokratischen“ Staatskritik, dass unterstellt wird, unser Staatsapparat könne ohne Überwachung, ohne politische Justiz, ohne Geheimdienste, ohne politische Verfolgung auskommen.
    Statt zu sich überlegen, was und wen der Staat mit diesen Folterinstrumenten schützt, was und wen der Staatsapparat mit diesen Folterinstrumenten verteidigt, wird ein politisches Wunschkonzert veranstaltet, das den Staat zum demokratischen Plüschtier verniedlicht. Nebenbei wird auch noch das Staatsvolk insgesamt zum Schoßhündchen verunstaltet,
    meint Wal
  • Hallo Wal,

    der "Überwachungsstaat" ist zwar Sch...e, aber Ohnmachtsgefühle habe auch ich eher wegen anderer Sachen. Und von denen gibt es reichlich.

    cu
    renée