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Arbeitslose in Arbeit bringen?

verfasst von Wal Buchenberg(R), 28.01.2010, 07:32

Hallo Zasti,
die ILO ist eine Unterorganisation der UNO, in der Regierungsvertreter krisensichere, steuerfinanzierte Posten besetzen.
Die ILO zieht aus den weltweiten Arbeitslosenzahlen folgende Schlussfolgerung:
"Die Zahlen deuten laut ILO darauf hin, dass ein "globaler Pakt" zur Schaffung von Arbeitsplätzen rund um die Welt höchste Priorität haben müsste. Es gehe nämlich darum, einen weiteren Anstieg der Erwerbslosigkeit zu verhindern, sagte Juan Somavia, der Chef der Uno-Sonderorganisation: "Dieselbe politische Entschlossenheit, mit der Banken gerettet wurden, ist es nun auch notwendig, um Jobs zu retten oder neu zu schaffen und den Lebensunterhalt von Menschen zu sichern."

Ein "globaler Pakt" zur Schaffung von Arbeitsplätzen rund um die Welt ist so ziemlich das Schlimmste, was gegenwärtig machbar ist. Damit verlangen sie eine globale Offensive des (industriellen) Kapitalexports und der industriellen Aufrüstung. Sie verlangen eine Ausweitung der kapitalistischen Produktion um der Produktion willen (einschließlich Aufrüstung auf der Erde und im Weltraum).
Die ILO weint kapitalistische Krokodilstränen über die Arbeitslosigkeit, denn jeder Arbeitslose ist im Kapitalismus eine brachliegende Profitquelle.
Mit der Parole "Wir schaffen Arbeitsplätze!" kam ein Hitler an der Macht.
"Wir schaffen Arbeitsplätze!" steht in jedem Wahlprogramm heutiger Parteien von ganz rechts bis ganz links.
"Wir schaffen Arbeitsplätze!" sagte der US-Präsident gestern abend in seiner Rede an die Kapitalisten-Nation: " ... the true engine of job creation in this country will always be America's businesses. But government can create the conditions necessary for businesses to expand and hire more workers."

Schaffung von Arbeitsplätzen und das Führen von Kriegen in aller Welt passt wundervoll zusammen. Krieg ist ein vorzügliches Mittel gegen Arbeitslosigkeit. Siehe HIER

Der Kapitalismus vernichtet jedoch mit steigender Produktivität immer mehr Jobs. Der Kapitalismus vernichtet ständig Jobs, in Krisenzeiten wird diese Jobvernichtung nur besonders sichtbar. Das ständige Gerede von der Schaffung von Arbeitsplätzen ist dummes oder verlogenes Geschwätz.

[image]


Eine linke Arbeitslosenpolitik kann/darf nicht dahin zielen, möglichst viele Arbeitslose in Arbeit zu bringen/zwingen. Das endet notwendig bei Billigarbeitsplätzen und versteckter oder offener Zwangsarbeit.
Statt dessen muss linke Arbeitslosenpolitik für bessere materielle Versorgung der Arbeitslosen und aller anderen Armen sorgen.



Gruß Wal




» Hallo Wal,
»
» » ich hatte den Artikel mit Interesse gelesen, hätte ihm aber nicht die
» Ehre
» » erwiesen, im Marx-Forum dokumentiert zu werden.
» » Den Kapitalismus dann zu kritisieren, wenn Arbeitsplätze verloren
» gehen,
» » ist eine recht oberflächliche Kritik.
» » Die Kritik ist oberflächlich, weil jeder Kapitalist, der im Ort A eine
» » neue Fabrik mit vielen Arbeitsplätzen eröffnet, damit in den Orten B, C
» » und D bestehende Arbeitsplätze gefährdet, die vielleicht nicht so
» modern
» » und profitabel sind. Jeder neue kapitalistische Arbeitsplatz gefährdet
» » durch die kapitalistische Konkurrenz bestehende, alte Arbeitsplätze.
» Durch
» » (fast) jeden neuen Arbeitsplatz werden bestehende Arbeitsplätze
» gefährdet
» » oder vernichtet.
»
» Ich fand an dem Artikel erwähnens.- und dokumentationswert, daß hier mal
» eine Übersicht über die bisher durch diese derzeitige kap. Krise verur-
» sachten Verwerfungen mal im internationalen Maßstab darstellt. Das fand
» ich durchaus interessant und lesenswert.
»
» » Die Kritik ist weiterhin oberflächlich, weil sie die Qualen, die
» » Fremdbestimmtheit, und die Ausbeutung, ohne die es keinen einzigen
» » kapitalistischen Arbeitsplatz gibt, verharmlost und beschönigt.
» » Es wird so getan, als sei eine Gesellschaft prima, in der zwar alle
» Arbeit
» » haben, aber die einen damit reich werden und alle Entscheidungen
» treffen
» » und die anderen arm bleiben und nichts zu melden haben.
»
» Dem würde ich teils widersprechen wollen. Gerade der letzte Absatz des
» Artikels geht darauf gut ein, so finde ich. Zieht dieser doch
» Personenkreise und Landstriche in das Blickfeld, von welchem sonst nur
» selten die Rede ist.
»
» **** Zitat FTD ****
»
» "Die globale Arbeitslosenquoten für 2009 wurde mit 6,6 Prozent
» angegeben. Hinzu kommen dem Bericht zufolge mehr als 600 Millionen
» Arbeiter, deren Tagesverdienst weniger als 1,25 $ beträgt. Weitere 200
» Millionen. liegen mit ihrem Einkommen nur knapp über dieser
» internationalen Armutsgrenze.
» Bedenklich sei ferner eine permanente Verschlechterung der
» Arbeitsbedingungen - besonders in den afrikanischen Ländern südlich der
» Sahara."

»
» ********************
»
» Was hier stark untertrieben ist, ist der Satz, welcher mit "Bedenklich"
» beginnt. Da muss ich Dir rechtgeben. Bedenklich ist dafür kein Ausdruck.
» Ich hätte den Satz mit "unannehmbar" oder "absolut nicht hinnehmbar"
» begon-
» nen.
»
» Ich sehe das als eine Erweiterung der Erkenntnis (auch) von Herrn Dr.
» Jahnke
» über die wachsende weltweite Ablehnung des kapitalistischen Systems.
» Das wird, so denke ich, dazu beitragen, diesen Trend weiter auszubauen.
»
» Gruß
»
» Zasti

 

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