Sozialleistungen und Rassismus
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» Hallo
» Ergänzend hierzu, würde ich noch die Gruppe von Immigranten hinzurechnen,
» die überwiegend Empfänger von Sozialleistungen sind und damit zur
» Zielscheibe von diversen Diffamierungen werden.
» Unabhängig davon, welche Gruppe von Immigranten genannt wird, haben sie
» gemeinsam, als ursächliches Problem benannt zu werden. Wie so oft, werden
» die jeweiligen Verhältnisse als gegeben vorrausgesetzt und
» Schuldzuweisungen damit an Personen oder Personengruppen weitergereicht.
» Das trifft auch für Einheimische zu. (Siehe Schikanierungen und
» Diffamierungen von Empfängern von ALG 2)
» Gruß Jens
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Politische Ökonomie der Ausländerfeindlichkeit
Hallo Jens,
ja, Sozialleistungen spielen in der Diskussion um Ausländerfeindlichkeit eine Rolle. Und auch hier werden strukturelle Probleme personalisiert und diese Personen zu Sündenböcken gestempelt.
Aber ich denke, auch bei den Sozialleistungen gibt es einen "sozialen Herd" der Ausländerfeindlichkeit.
Ich weiß jetzt nicht, ob alle Ausländer/Immigranten mehr/häufiger Sozialleistungen beziehen als alle "Alteingesessenen" - ich vermute mal eher nicht.
Wie dem auch sei, ich glaube nicht, dass ein Sozialleistungsempfänger dem anderen die Sozialleistungen neidet. Jeder, der Sozialleistungen kriegt, weiß, wie wenig das ist. Und kein HartzIVer kann einen Cent mehr Stütze erwarten, falls andere weniger bekommen.
Vielleicht mag sich der eine oder andere das einbilden. Aber nicht Einbildung ist der Boden, aus dem Rassismus wächst, sondern tatsächliche materielle Nachteile, die einem bestimmten Personenkreis angelastet werden.
Für wen die Höhe der ausgezahlten Sozialleistungen aber eine eminent wichtige Frage ist, ist für die Kommunen und die Kommunalpolitiker. Deren finanzieller Spielraum wird durch vermehrte Sozialleistungsempfänger eingeschränkt. Das ärgert sie, dann können sie ihre eigene politische Klientel (und sich!) weniger bedienen.
Ich denke, das ist auch der Grund, warum alle Neu-Immigranten von Staats wegen breitflächig in der Bundesrepublik verteilt werden, und sich niemand die Stadt in Deutschland aussuchen kann, in der er leben will.
Kurz: Sozialleistungsempfänger dienen vor allem als Vorwand für Rassismus bei den (kommunalen) Staatsdienern.
Ich sehe bei den Staatsdienern den harten Kern des Rassismus - mehr noch als bei den traditionellen Kleinbürgern.
Das äußert sich weniger in rassistischen Bemerkungen (außer vielleicht bei den Herren Sarrazin und Koch), sondern in der rassistischen Gesetzesgrundlage, dass "Deutschtum" eine Sache des Blutes und der Vererbung ist. Daraus folgt dann ein Gestrüpp von diskriminierenden Verordnungen und Gesetzen, die die besondere Gruppe der "Ausländer" erst schaffen und für soziales Mobbing bloßstellen.
Gruß Wal
gesamter Thread:
- Klassenzugehörigkeit von Migranten und deutscher Rassismus - Wal Buchenberg
, 26.01.2010, 11:45- Klassenzugehörigkeit von Migranten und deutscher Rassismus - Jens
, 26.01.2010, 15:20- Sozialleistungen und Rassismus - Wal Buchenberg
, 26.01.2010, 15:36- Sozialleistungen und Rassismus - Jens
, 26.01.2010, 18:27
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