Produktives und konsumtives Vermögen. Reichtum und Armut
Die Vermögensverteilung spielt in vielen linken Auffassungen eine (zu) große Rolle. Allzu oft wird dann nach einer „gerechteren“ („gleichen“) Verteilung des Vermögens gesucht.
Dabei wird von linken Kapitalismuskritikern ebenso wie von den bürgerlichen Statistikern übersehen:
Jede Vermögensverteilung ist nur eine Momentaufnahme. Betrachtet man die unterschiedlichen Vermögensanteile über einen längeren Zeitraum, dann stellt sich heraus, dass das Vermögen der einen verschwindet, während das Vermögen der anderen gleich bleibt oder wächst.
Ein Vermögen, das verschwindet, ist konsumtives Vermögen.
Die Vermögen, die gleich bleiben oder wachsen, sind produktive Vermögen. Nehmen wir dafür als Beispiel 1 Million Euro.
Ein Herr L. gewinnt bei Günter Jauch eine Million Euro. Fortan lebt er wie ein Kapitalist, gibt davon jeden Monat 10.000 und jedes Jahr 100.000 Euro aus. Nach zehn Jahren ist die Million weg. Seine Million war konsumtiver Reichtum.
Ein anderer ist Kapitalist und hat ebenfalls ein (Geld)Vermögen von einer Million Euro. Von diesem Geld zahlt der Kapitalist 900.000 Euro für Produktionsmittel (konstantes Kapital c) und 100.000 in Lohn (variables Kapital v). Die Lohnarbeiter produzieren davon Waren, die innerhalb eines Jahres nicht nur das investierte Kapital von 900.000 c + 100.000 v = 1.000.000 Euro ersetzen, sondern auch noch einen Gewinn von 100.000 abwerfen.
Der Kapitalist bekommt von dem Verkauf seiner Ware also seine Million vollständig wieder in die Hand und erhält zusätzlich 100.000 für seinen privaten Konsum.
Wie der Herr L. kann er jeden Monat 10.000 verkonsumieren. Aber anders als bei der Million von Herrn L. wird sein Reichtum nicht geringer. Sein Reichtum ist produktiv. Sein Reichtum erhält sich und vermehrt sich.
Siehe dazu im Karl-Marx-Lexikon: Verteilung
Ein (Durchschnitts)Vermögen von 1 Million, das diese Vermögensübersicht für die Kapitalisten in Deutschland ausweist, scheint nicht viel zu sein, aber es ist eine Million, die sich ständig erneuert, sich ständig reproduziert und sich vermehrt.
Auf der anderen Seite stehen die Vermögenswerte der Lohnarbeiter zwischen 10.000 und maximal 100.000 Euro. Wie lange können sie damit überleben, wenn sie den Arbeitsplatz verlieren und kein anderes Einkommen mehr haben?
In wenigen Jahren stehen sie dann mit leeren Händen und hungrigen Mägen da.
Marx hatte recht, als er die (aktiven) Lohnarbeiter als potentielle Arme bezeichnete - neben den aktuellen Armen, die (fast) nichts mehr haben, nicht einmal einen Arbeitsplatz.
Für den Augenblick sitzen Lohnarbeiter mit Arbeitsplatz noch in hübschen Klamotten in einer warmen Wohnung beim guten Abendessen. Im nächsten Monat oder im nächsten Jahr vielleicht kann alles anders aussehen und sie sind wirklich arm und leben von Hartz IV, dem Almosen, den die Staatsbürokratie ihnen noch gönnt.
Siehe im Karl-Marx-Lexikon: Armut
Gruß Wal
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- Vermögensverteilung in Deutschland (2007) - Wal Buchenberg
, 22.01.2010, 13:56- Vermögensverteilung in Deutschland (2007) - Tim S.
, 22.01.2010, 14:20- Vermögensverteilung in Deutschland (2007) - ma., 23.01.2010, 07:59
- Produktives und konsumtives Vermögen. Reichtum und Armut - Wal Buchenberg
, 23.01.2010, 08:56
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