Haiti oder die Revolution
Hallo Leute,
die Nachrichten über Haiti und die Berichte aus Haiti sind abstoßend, nicht weil dort viele Menschen starben und andere verletzt sind und sie Familienangehörige und ihr Hab und Gut verloren haben, sondern weil die Journalisten aus diesem Leid eine Ware machen, die sie an die TV-Sender verkaufen. Die Journalistenmeute machen aus dem Elend der Erdbebenopfer eine "Sehenswürdigkeit". Sie produzieren mit der Not in Haiti Sensationen.
Etwas will ich zu dem Erdbeben in Haiti noch anmerken:
Große Revolutionen haben Ähnlichkeit mit einem großen Erdbeben und die unmittelbaren Resultate einer Revolution unterscheiden sich möglicherweise nicht viel von dem Erdbeben in Haiti:
Viele Menschen sind tot oder verletzt, andere sind von ihren Familien getrennt. Die Produktion von allem Lebensnotwendigen steht still. Die Staatsmacht ist gelähmt und unfähig die entglittenen Zügel der Macht wieder in die Hand zu nehmen.
Wer nur bis hierhin denkt, hat von Revolutionen wenig verstanden. Denn bis hierhin laufen große Revolutionen fast wie Naturgewalten weitgehend ungesteuert und von Parteien oder Organisationen weitgehend unbeeinflusst.
Nach dieser zerstörerischen Phase der Revolution, in der die alten Mächte zertrümmert werden und in der Wut und Empörung herrschen, beginnt die wichtigste Phase: Der Streit um die Zukunft.
Die Zukunft beginnt aber mit sauberem Wasser, mit Strom und mit der Lebensmittelversorgung der Menschen in den Städten und mit den landesweiten Kommunikationsmitteln.
Das sind die Lebensadern der Gesellschaft.
Diese Lebensadern der Gesellschaft in Gang zu setzen und zu schützen, ist die Aufgabe, die die fortschrittlichen Kräfte der Gesellschaft unmittelbar und sofort organisieren muss.
Schaffen es die fortschrittlichen Kräfte nicht, sich selbst und alle anderen mit dem Nötigsten zu versorgen, dann wird die Not der Menschen wachsen und sie werden ihre Zukunftshoffnungen verlieren. Dann verlieren sie ihre Chance für die Zukunft und für den Umbau der Gesellschaft.
In Haiti übernehmen zur Zeit ausländische Militärs diese Rolle. Davon ist nichts Gutes zu erwarten. Wer heute Geld spendet für die Erdbebenopfer in Haiti, der unterstützt eine imperialistische Machtergreifung. Die Spenden aus aller Welt landen zunächst und vor allem in den Händen von Militärs und ihren Helfern und vergrößern deren Einfluss.
Das sind so meine Überlegungen. Vielleicht geben sie ja dem einen oder anderen zu denken.
Gruß Wal Buchenberg
gesamter Thread:
- Haiti oder die Revolution - Wal Buchenberg
, 19.01.2010, 15:02- Erdbeben und Revolution - Jens, 19.01.2010, 18:38
- US-Besatzer in Haiti - Harald Neuber (Doku), 21.01.2010, 07:35
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, 23.01.2010, 14:19- Haiti-Resolution im US-Kongress - US-Abgeordneter Ron Paul (Doku), 25.01.2010, 15:40
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