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Grundeinkommen macht aus uns allen Staatsrentner

verfasst von Wal Buchenberg(R), 20.03.2009, 09:12

» Die Kapitalisten geben von dem Gesamtprodukt keine Einheiten Lebensmittel
» an ihre Lohnarbeiter (="Bruttolohn") zurück.
» Selber behalten sie 10 Einheiten Produktionsmitteln, 2 Einheiten
» Lebensmittel und 2 Einheiten Luxusmittel.
» An den Staat werden 10 Einheiten Lebensmittel abgeführt (Egal ob die
» Steuern beim Arbeiter oder Unternehmer anfallen)
» Alle Personen bekommen 1 LE vom Staat.
» Fertig.

Hallo AgneS,
es ist so, wie ich befürchtet habe: Das Grundeinkommen macht aus uns allen Staatsrentner. Der Staat (=die Staatsbürokratie) übernimmt die Verwaltung und Verteilung der (Lebensmittel)Produktion.
Das haben wir mehr oder minder schon beim Staatssozialismus gehabt. Die Grundeinkommensgesellschaft ist also eine Variante des Staatssozialismus.
Die Forderung nach Grundeinkommen ist ein gigantisches Verstaatlichungsprogramm. Verstaatlichung führt aber nicht zum Kommunismus. Das hat der Staatssozialismus der Vergangenheit bewiesen und das beweisen heute die Verstaatlichungen von Merkel, Obama & Co.

Dabei hat die Grundeinkommensgesellschaft noch die besondere Unlogik und Pikanterie, dass es weiter Kapitalisten gibt, die Eigentümer der Produktionsmittel bleiben und sogar weiter Mehrwert (Luxusmittel) erhalten.
Wir sollen also unser heutige Gesellschaft völlig umkrempeln, um anschließend die Kapitalisten doch zu behalten und um unsere Lebensbedürfnisse in die Hände der Staatsbürokratie zu legen.
Ausgerechnet die Staatsbürokratie, die in der heutigen Gesellschaft den Ärger und die Not nur vergrößert, wird zum Heilsbringer einer gerechteren Gesellschaft erklärt. Da wird der staatliche Bock zum antikapitalistischen Gärtner gemacht. Man erwartet also von uns, dass wir Revolution machen, um anschließend in doppelter Abhängigkeit von Kapital und Staat zu bleiben.

Das halte ich nicht für sinnvoll, nicht für realistisch und nicht für erstrebenswert.
Ich bleibe bei meinem Urteil:
Die Forderung nach bedingungslosem Grundeinkommen ist die falsche (und fälschlich für "antikapitalistisch" erklärte) Antwort auf den doppelten Skandal von zu geringen Unterstützungszahlungen für Bedürftige und von staatlichen Schikanen gegen Bedürftige und Nichtbedürftige.

Das kommunistische Programm von Marx & Co. sieht anders aus. Das kommunistische Programm ist ein Programm zur Entstaatlichung und zur Entkapitalisierung.
Heißt konkret: Alle Macht (=alles Eigentum) dem Kapital entreißen und alle Machtmittel der Staatsbürokratie entreißen. Alles Eigentum wird in den Händen der Lohnarbeiter konzentriert. Produktion und Verteilung wird genossenschaftlich von allen Gesellschaftsmitgliedern geregelt. Staatliche Machtmittel werden überflüssig bzw. zerstört.
Soweit heutige Fragen und Probleme von den Gesellschaftsmitgliedern im Betrieb oder im Stadtteil oder auf größerem Gebiet gemeinsam und öffentlich beraten und entschieden werden, wird heute schon dieser genossenschaftliche Kommunismus praktiziert.

Gruß Wal

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