RWE und Hambacher Forst

  • Es geht im Hambacher Forst weniger um Bäume und Wald, als vielmehr um die Freiheit des Kapitals – ob kapitalistische Unternehmen über ihr Privateigentum willkürlich schalten und walten können. Privateigentum ist aber als „Willkürherrschaft über eine Sache“ definiert.

    Diese Willkürherrschaft über den Hambacher Forst haben die Baum-Aktivisten und ihre Unterstützerinnen den Eigentümern streitig gemacht. Das ist ein ähnlich großer Erfolg im Kampf gegen das Kapital wie damals die Durchsetzung einer Arbeitszeitbegrenzung oder wie die Erkämpfung kollektiver Lohntarife.

    In allen gewerkschaftlichen Kämpfen wird die kapitalistische Willkür über uns Lohnarbeiter in Frage gestellt. In allen Kämpfen um Schutz der Natur wird die kapitalistische Willkür über die äußere Natur (Fauna und Flora) in Frage gestellt. Das kapitalistische Eigentum an unserer Arbeitskraft ist ebenso skandalös und zerstörerisch wie das private Eigentum an Grund und Boden und unserer natürlichen Umwelt.


    Mit diesen Erfolgen ist der Kapitalismus aus der „absolutistischen Epoche“ des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts in die Epoche der „konstitutionellen“, d.h. der begrenzten Herrschaft des Kapitals hinübergetrieben worden. Es wird nicht dabei bleiben.

  • Newly created posts will remain inaccessible for others until approved by a moderator.