Kindergeldkürzung für von ihren Eltern getrennt lebenden Kindern

  • Die EU propagiert zwar die Freizügigkeit von Kapital und Arbeit, und fast 270.000 Kinder, für die der deutsche Staat Zuchtprämie zahlt, nutzen dieses EU-Recht und leben nicht hier. Skandal! „Empfänger im Ausland“ sind unerwünscht. Den Kindern im Ausland, die ganz legal Anspruch auf Kindergeld haben, solange ihre Eltern in Deutschland leben, soll nun das Kindergeld gekürzt werden.


    In Zeiten guter Konjunktur (oder in Zeiten der Revolution) wurden Sozialgesetze auf immer mehr Personen ausgedehnt und die Leistungen erhöht. In Krisen- und Kriegszeiten wurden regelmäßig diese Leistungen wieder gekürzt.

    Wenn Sozialleistungen gekürzt werden, sagen Politprofis nie, dass sie schlecht mit dem Geld gewirtschaftet hätten oder dass sie das Geld für „wichtigere Dinge“ benötigten. Sie sagen nie, dass die kapitalistische Wirtschaft, die Basis und Voraussetzung der Staatsfinanzen ist, versagt hätte. Wenn Sozialleistungen gekürzt werden, sagen Politprofis nie, sie hätten vorher den Mund zu voll genommen und unerfüllbare Versprechungen in Sozialgesetze gegossen.


    Immer wenn Sozialleistungen gekürzt und die Bezugsvoraussetzungen verschärft werden, sagen Politprofis: Sozialschmarotzer hätten das so großzügige Sozialsystem ausgenutzt und zu stark belastet. Da werden mal die Langzeitarbeitslosen oder die Immigranten und Asylanten, mal die HartzIV-Empfänger oder die Schwarzarbeiter, mal die Alten und Kranken oder die Kinderlosen oder Kinderreichen denunziert – nun auch die Kindergeldbezieher im Ausland.


    Die Schwächsten sind angeblich schuld, wenn Politprofis an der Sparschraube drehen wollen.


    Wal Buchenberg

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