Dürre Landwirtschaft

  • Zwischen 30 und 45 Prozent der Einnahmen von Bauern stammen aus EU-Subventionen. Bauern in Europa sind die am stärksten vom Staat gepäppelten Kapitalisten in Europa.



    In der diesjährigen Hitze- und Dürrewelle ruft der Bauernverband nach Staatsknete in Milliardenhöhe. Zum Vergleich: In einer ähnlichen Lage erhielten die bayrischen Bauern im Jahr 2003 einmalig 100 Millionen Euro als Nothilfe, andere Bundesländer zahlten damals 7,5 Millionen an die Bauern, was der Bund noch verdoppelte.


    Betroffen von dem Extremwetter sind in diesem Jahr vor allem die Landwirte im Osten, im östlichen Niedersachsen und in Schleswig-Holstein. Aus eigener Ansicht habe ich den Eindruck, dass vor allem die Landwirtschaft im Osten fast nur noch in flächendeckender Monokultur betrieben wird. Ein Ausfall der Maisernte wird da schnell zum Totalschaden für einen Betrieb. Das ist aber nicht dem Wetter, sondern der Art und Weise geschuldet, wie dort Landwirtschaft betrieben wird. Und alle anderen Schäden, die die Monokultur der Erde, der Tier- und Pflanzenwelt antut, bleiben weiter unberücksichtigt.

    Es sind auch nicht durchweg alle Landwirte von Mindereinnahmen bedroht. Winzer erwarten ein Rekordjahr mit Spitzenweinen, auch für Obstbauern überwiegen die positiven Wirkungen des heißen Wetters.

    Echte Schwierigkeiten haben vor allem Tierhaltungsbetriebe, die einen Großteil des Futters selbst anbauen. Wo bei normalem Niederschlag das Heu zwei oder dreimal gemäht werden konnte, blieb in diesem Jahr oft nur noch eine Mahd. Solche Bauern greifen schon ihren Wintervorrat an.


    Die Lebensmittelpreise in Deutschland orientieren sich zwar am Weltmarkt, aber die gegenwärtige Dürre reicht von Frankreich bis nach Russland. Das hat steigende Preise zur Folge. Gegenüber letztem Jahr kostet eine Tonne guter Weizen 5,6 Prozent mehr.


    Die gegenwärtige Krise der Landwirtschaft ist ein Warnsignal, das nicht mit noch höheren Subventionen beseitigt werden kann.

    Wir haben eine Krise in der Autoindustrie, wir haben eine Krise in der Stahlindustrie, wir haben eine Krise in der Finanzwirtschaft, jetzt bekommen wir noch eine Krise in der Landwirtschaft. Alle diese Krisen haben einen kapitalistischen Zusammenhang, der nicht mit noch mehr Staatsknete geheilt werden kann.





    Siehe dazu auch die folgenden Artikel:


    Wohin geht die Landwirtschaft?


    Kapitalistische Landwirtschaft tötet


    Fleischkost oder vegetarisch - konventionelle oder biologische Landwirtschaft


    Natur in Deutschland


    "Natürliche" Katastrophen?

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