Das Irangeschäft

  • Seitdem US-Präsident Trump das Atomabkommen mit dem Iran aufkündigte, werden in Europa Krokodilsktränen vergossen, weil Trump angeblich die nukleare Abrüstung im Iran zur selben Zeit boykottiert, in der er sie in Nordkorea anschieben will.

    Trump ist vielleicht ein unkluger Diplomat, aber kein unkluger Geschäftsmann. Mit der Aufkündigung des Atomdeals verlangt der US-Präsident, dass nicht nur US-Firmen, sondern alle ausländischen Unternehmen ihre Geschäfte mit dem Iran einstellen.

    US-Firmen sind davon so gut wie nicht betroffen. Die Aufkündigung des Atomdeals richtet sich klar gegen europäische Firmen:





    Seit dem Atomabkommen im Jahr 2015 hatte sich der europäische Handel mit dem Iran verdreifacht, die US-Geschäfte blieben nahe Null. Das Abkommen war also ein Geldsegen für das europäische Kapital. Dem will Trump ein Ende machen. Er handelt nach der Krämerphilosophie: Wenn meine Geschäfte schlecht laufen, soll es meinen Konkurrenten nicht besser gehen!

    Ein bisschen vornehmer formuliert es der schwedische Expremier Carl Bild: „US Iran sanctions are hardly hitting any US companies, but aim primarly at European ones.“

    Airbus zum Beispiel hatte im Jahr 2016 einen Deal mit dem Iran über 19 Milliarden Dollar für 100 Flugzeuge abgeschlossen. Bisher wurden gerade mal drei ausgeliefert. Für die restlichen 97 Flugzeuge ist Airbus jedoch auf amerikanische Zulieferer angewiesen. Damit droht das gesamte Geschäft zu platzen.

    Trumps Aufkündigung des Irandeals ist weniger eine Kampfansage an den Iran als vielmehr an europäische Unternehmen.

    Europäische Kapitalisten werden sich kaum trauen, Trump und die USA offen herauszufordern. Sie können beim Iran nicht das gewinnen, was sie möglicherweise durch US-Sanktionen verlieren.

    Als Nutznießer der Trump-Politik werden chinesische Kapitalisten nur zu gerne die Lücke füllen, die Trump zwischen Europa und dem Iran aufreißt.

  • Newly created posts will remain inaccessible for others until approved by a moderator.