Wie wirken die US-Strafzölle?

  • Mr. Trump macht Wellen mit seinen Strafzöllen auf Stahl und Aluminium. „Strafzoll“ ist ein polemischer Name für Schutzzölle. Wie Schutzzölle wirken, veranschaulicht die folgende Grafik:




    Angenommen wird, dass der im Land verbrauchte Stahl rund 5% des Wertes der Gesamtwirtschaft ausmacht. Ein Schutzzoll von 20% auf Rohstahl erhöht erhöht die Stahlpreise um 20% und dann alle Preise für Produkte, die Stahl enthalten, um vielleicht 1 %. (Die Zahlen dienen nur der Veranschaulichung.)

    Gleichzeitig wird ein Teil der importierten Stähle aus dem heimischen Markt gedrängt. In den plötzlich erweiterten heimischen Stahlmarkt kann die heimische Stahlindustrie expandierten, die bisher nicht konkurrenzfähig war, um den gesamten heimischen Markt zu beliefern. Der Schutzzoll wirkt wie eine Subvention an die Stahlindustrie. Bezahlt wird diese Subvention zunächst von den anderen Kapitalisten, die Stahl als Vorprodukt kaufen. Im Endeffekt zahlen die Endverbraucher diese Stahlsubvention.

    Andererseits sucht die Stahlmenge, die aus dem Schutzzollland vertrieben wurde anderswo auf dem Weltmarkt nach Käufern. Auf dem Weltmarkt entsteht ein Überangebot von Stahl, was auf den Preis für Stahl drückt und damit die Profite der anderen Stahlhersteller schmälert.

    Das erklärt das Protestgeschrei in Europa und China gegen Trumps Stahlzölle.


    Wal Buchenberg, 11.03.2018

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