Oxfam, Geschäft mit der Armut

  • Oxfam wirbt um Spenden „für eine gerechte Welt. Ohne Armut.“

    Das ist ein ebenso hoher wie hohler Anspruch.


    In vielen Publikationen und Statistiken verweist Oxfam auf materielles Elend in der Welt und macht Hoffnung, dass sich das „besser gleich!“ ändert.

    Kritische Hinweise auf Gesetze der kapitalistischen Profitproduktion suchen wir bei Oxfam vergeblich.

    Trotzdem scheint Oxfam den Verteidigern des Kapitalismus ein Dorn im Auge zu sein. Die britische Regierung nahm jetzt lange zurück liegende Sexaffären der Oxfam-Führung zum Anlass, um ihre Unterstützungsgelder zu streichen. Großbritannien zahlte jährlich an Oxfam 32 Millionen Pfund.


    Bei dieser Gelegenheit zeigt sich: Oxfam erhielt im Jahr 2016 von verschiedenen Regierungen 258 Millionen Euro plus 68 Millionen Euro von der EU und 64 Millionen Euro von den Vereinten Nationen, macht stolze 390 Millionen Euro, Spenden von Privatleuten und von Unternehmen nicht gerechnet.

    Bei großzügigen Regierungsgeldern endet das Oxfam-Geschäft mit der Armut nicht. Weltweit arbeiten rund 23.000 Freiwillige ohne Bezahlung für Oxfam und halten 630 Second-Hand-Shops am Laufen, die rund 130 Millionen Euro im Jahr an Einnahmen bringen. (Daten aus Economist.)


    Dieses Geld wird freilich nützlicher verwendet als die Milliarden, die Regierungen für Panzer und Raketen ausgeben. Wir Linke haben also keinen Grund, Oxfam diese Gelder zu neiden oder den Regierungen Beifall zu klatschen, die jetzt ihre Zahlungen an Oxfam einstellen. Nach Großbritannien stoppt nun auch die Schweiz ihre Zahlungen.


    Vielleicht hat diese Sexaffäre soweit eine positive Wirkung, dass Oxfam weniger selbstgerecht auftritt und wir etwas weniger von dieser und von anderen „Nichtregierungsorganisationen“ (NGO) erwarten, die letztlich doch nur ein verlängerter Arm von Regierungen ("soft power") sind und deshalb von Regierungen finanziert werden.

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