Fachkräftemangel?

  • Die Universitäten quellen über. Der Bachelor war als Blitzstudium eingeführt worden, dennoch klagen Kapitalistenverbände ständig über „Fachkräftemangel“.

    „Fachkräftemangel“ hört sich gut an, weil es den Eindruck erweckt, dass die Kapitalisten gutbezahlte Arbeitsplätze anbieten, aber keine Bewerber finden. „Fachkräftemangel“ lenkt die Aufmerksamkeit davon ab, dass die Kapitalisten durch Modernisierung und Kapitalexport seit Jahr und Tag Arbeitsplätze vernichtet haben und weiter vernichten. „Fachkräftemangel“ ist ein mitleidheischender Mythos.

    Seriöse Ökonomen sagen (im Handelsblatt) : „Gäbe es tatsächlich einen Fachkräftemangel, müssten die Reallöhne viel stärker steigen." Im Jahr 2017 sind die Reallöhne jedoch so gering gestiegen wie seit 2011 nicht mehr, um gerade mal 0,7 Prozent.


    Hinter dem Mythos vom Fachkräftemangel verstecken sich teilweise verlogene Zahlenspiele, wenn Billigarbeitsplätze im Pflege- und Krankenhausbereich mit Ingenieursstellen und IT-Spezialisten zusammenaddiert werden.


    Hinter dem Mythos vom Fachkräftemangel verbirgt sich aber auch eine knallharte Auslese. Die Personalabteilungen großer Unternehmen beurteilen Bewerber nach Maximalstandards: Studienabbrecher, Frauen mit Kindern und Lohnarbeiter über 40 oder mit einer Krankheitsgeschichte und Lohnarbeiter ausländischer Herkunft werden aus den Einstellungsverfahren gnadenlos aussortiert. Alle diese Menschen sind in den Augen der Personalchefs keine "Fachkraft", denn die Unternehmen bestimmen ganz frei und willkürlich, was Fachkraft ist und was nicht.

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