Insektensterben

  • Wie viele Schmetterlinge hast du in diesem Sommer gesehen? Ich habe nur zwei gesehen. Anderes Beispiel: Die Älteren unter uns kennen es noch: An allen Tankstellen lag früher ein harter Schwamm im Wasser, mit dem man die Insektenreste an der Windschutzscheibe des Autos abkratzte. Heutzutage „fängt“ man auf Landstraßen und Autobahnen vielleicht noch eines oder zwei der Fluginsekten. Der Insektenschwamm wird nicht mehr gebraucht.


    Der Befund ist eindeutig: Die Zahl und Masse der Fluginsekten ist dramatisch eingebrochen. Das wurde jetzt auch durch einen Langzeitversuch mit Insekten-Fallen in 63 deutschen Landschaftsschutzgebieten nachgewiesen.




    Fluginsekten sind als Bestäuber von Pflanzen und als Futtertiere für viele Vogelarten - vom Spatz bis zum Mauersegler - von größter Wichtigkeit.

    Als Verursacher des Insektensterbens gilt die kapitalistische Landwirtschaft mit Monokultur und großflächigem Einsatz von Pestiziden.


    Kapitalistische Landwirtschaft tötet


    Fleischkost oder vegetarisch - konventionelle oder biologische Landwirtschaft


    Natur in Deutschland


    Zerstörung der traditionellen Alpenwirtschaft


    Kommunalisierung der Lebensmittelversorgung (Ergänzung zum Thema "Ökologische Marktwirtschaft"


    Wer sorgt sich um die Umwelt?

  • Ein Rückgang der Vögel in Deutschland ist schon festgestellt. In den letzten 12 Jahren sind über 10 Millionen Brutpaare weniger gezählt worden. Besonders betroffen sind „Allerweltsvögel“ wie Stare, Spatzen und Buchfinken. Alle betroffenen Vogelarten füttern ihre Jungen mit Insekten.

    Zwischen 1980 und 2010 war die Zahl der Vogelbrutpaare um 300 Millionen zurückgegangen, ein Minus von 57 Prozent.

    Der Naturschutzbund NABU macht die kapitalistische Landwirtschaft mit Monokultur und flächendeckenden Pestiziden für das Artensterben verantwortlich.

  • Teja Tscharntke über die Ursachen des Insektensterbens:

    FAZ: Und warum genau sind die Ackerflächen so artenarm geworden?

    Es gibt eigentlich 270 Ackerpflanzenarten bei uns, faktisch findet man nur noch ein Dutzend auf einem Acker. Darunter sind viele, die resistent sind gegen Herbizide, etwa der Ackerfuchsschwanz. Die Überdüngung mit Stickstoff führt zu einer Verringerung der Pflanzenvielfalt. Es setzen sich wenige, besonders konkurrenzfähige Arten durch, was vor allem auf den stark überdüngten Wiesen und Weiden auffällt. Sie bestehen nur noch aus 10 bis 15 Pflanzenarten pro Hektar, dabei könnten es Dutzende sein. Die Überdüngung hat dramatische Folgen für Böden, Luft, Wasser – auf 70 bis 320 Milliarden Euro im Jahr schätzt die EU die Folgekosten der Stickstoffverluste in Europa.

    FAZ: Steht Glyphosat auch im Zusammenhang mit dem Insektensterben?

    Dieses Herbizid wird in großem Stil eingesetzt und trägt zu dem starken Rückgang von Pflanzenarten bei. Da der Insektenreichtum auf eine vielfältige Pflanzenwelt angewiesen ist, trägt Glyphosat auch zum Rückgang der Insekten bei.


    FAZ: Und die Neonikotinoide?

    Ja. Sie töten Insekten sehr effektiv, verändern aber auch deren Verhalten. Es gibt viele Beispiele: Die Bestäubungsleistung der Bienen geht zurück, Honigbienen finden ihre Völker nicht mehr, Hummeln zeugen weniger Königinnen für das kommende Jahr, Blattkäfer finden keine Partner mehr.

  • Von Ferne sieht Neuseeland aus wie unberührte Natur.

    Eine Wasseruntersuchung hat jetzt gezeigt: In 60 Prozent aller Gewässer des Landes ist das Baden ungesund. Schuld an der Verschmutzung ist die intensive Landwirtschaft von 6,6 Millionen Kühen in einem Land mit 4,7 Millionen Einwohnern. Der Urin der Kühe plus der Dünger auf den Kuhweiden ergibt eine nitratverseuchte Giftbrühe. Hinzu kommen Myriaden von Coli-Bakterien der Kuhscheiße. Bewohner von Neuseeland erkranken dreimal so oft wie Australier oder Kanadier an Campylobacter-Durchfall.


    (Daten aus:The Economist)

  • Newly created posts will remain inaccessible for others until approved by a moderator.