Religionen der Welt

    • Religionen der Welt



      Wenn Christen die Moslems zu Feinden erklären, dann wird über die Hälfte der Menschheit aufeinandergehetzt.

      "Die politische Emanzipation des Juden, des Christen, überhaupt des religiösen Menschen, ist die Emanzipation des Staats vom Judentum, vom Christentum, überhaupt von der Religion. In seiner Form, in der seinem Wesen eigentümlichen Weise, als Staat emanzipiert sich der Staat von der Religion, indem er sich von der Staatsreligion emanzipiert, d.h., indem der Staat als Staat keine Religion bekennt, indem der Staat sich vielmehr als Staat bekennt...
      Der Staat kann sich also von der Religion emanzipiert haben, sogar wenn die überwiegende Mehrzahl noch religiös ist. Und die überwiegende Mehrzahl hört dadurch nicht auf, religiös zu sein, daß sie privatim religiös ist. ...
      Die politische Emanzipation ist allerdings ein großer Fortschritt, sie ist zwar nicht die letzte Form der menschlichen Emanzipation überhaupt, aber sie ist die letzte Form der menschlichen Emanzipation innerhalb der bisherigen Weltordnung. Es versteht sich: wir sprechen hier von wirklicher, von praktischer Emanzipation. ...
      Wir haben also gezeigt: Die politische Emanzipation von der Religion läßt die Religion bestehn, wenn auch keine privilegierte Religion. ...
      Die Unvereinbarkeit der Religion mit den Menschenrechten liegt so wenig im Begriff der Menschenrechte, daß das Recht, religiös zu sein, auf beliebige Weise religiös zu sein, den Kultus seiner besonderen Religion auszuüben, vielmehr ausdrücklich unter die Menschenrechte gezählt wird. Das Privilegium des Glaubens ist ein allgemeines Menschenrecht." Karl Marx, Judenfrage, MEW 1


      mlwerke.de/me/me01/me01_347.htm




      Siehe auch:
      Macht Islam sexistisch?

      Jenseits des Islam

      Der Islam in Europa

      Gebet des Dschihadisten

      Die blutige Unterdrückung der Muslimbrüder ist reaktionär
      Glücklich, wer sich vom Feuer der Jugend die Glut noch bewahrt.
    • Marx über Christen und Juden: Mehr Wissenschaft, weniger Religion!


      Karl Marx wrote:

      Die starrste Form des Gegensatzes zwischen dem Juden und dem Christen ist der religiöse Gegensatz.

      Wie löst man einen Gegensatz?

      Dadurch, daß man ihn unmöglich macht.

      Wie macht man einen religiösen Gegensatz unmöglich? Dadurch, daß man die Religion aufhebt.


      Sobald Jude und Christ ihre gegenseitigen Religionen nur mehr als verschiedene Entwicklungsstufen des menschlichen Geistes,als verschiedene von der Geschichte abgelegte Schlangenhäute und den Menschen als die Schlange erkennen,die sich in ihnen gehäutet, stehn sie nicht mehr in einem religiösen, sondern nur noch in einem kritischen,wissenschaftlichen,in einem menschlichen Verhältnisse.
      Die Wissenschaft ist dann ihre Einheit. Gegensätze in der Wissenschaft lösen sich aber durch die Wissenschaft selbst.


      Marx,„Zur Judenfrage“, hier:mlwerke.de/me/me01/me01_347.htm
    • Hallo Wolf,
      danke für dein weiteres Zitat von Marx aus seinem Text über die "Judenfrage". Die "Judenfrage" hat mir auch bei Abfassung meines Postings geholfen.
      Mir geht es in diesem Zusammenhang vor allem um die politischen Folgerungen, die aus Konflikten folgen, die religiös motiviert sind.
      Die erste Antwort, die Marx dazu gab: Der Staat solle sich ganz und vollständig aus religiösen Fragen heraushalten. Diese Antwort ist immer noch aktuell.

      Die zweite Antwort, auf die du hinweist, ist: Religiöse Fragen lösen sich von selbst durch besseres Begreifen der Wirklichkeit. Das ist kein Widerspruch zur ersten Antwort, sondern ihre Ergänzung.
      Wissenschaftlichkeit in allen Lebensbereichen ist allerdings ein sehr sehr langer Prozess, der erst in nachkapitalistischer Zeit vollendet werden kann, auch wenn schon der Kapitalismus zur Überwindung der Religiosität beiträgt. Das zeigt mein zweites Schaubild.

      Bis in die Zeiten der vollendeten Wissenschaft bleibt als praktisches Postulat an die Politiker und an den Staat: Haltet euch von jeder Religion fern. Bekämpft weder, noch unterstützt irgend eine Religionsausübung!

      Leider haben sich Marxisten nicht immer und überall für diese Maxime eingesetzt.

      Gruß Wal
      Glücklich, wer sich vom Feuer der Jugend die Glut noch bewahrt.
    • Wolf wrote:

      Hallo Wal,

      sind Politiker die richtige Adresse für Forderungen nach Nicht- Einmischung in Machtfragen?
      Religion dient übrigens der Herrschaft. Als ideologische Stütze, seinen HERREN zu lieben.

      An wen sonst können wir Forderungen richten, die Handlungsanweisungen (Gesetze, Verordnungen) für den Staat bilden sollen, wenn nicht an die Politiker der CDU, SPD, Grüne, Linke - die sich als Sachwalter staatlicher Interessen verstehen?

      Ja, Religion dient der Herrschaft. Die Herrschaft des Staates wird eben dadurch geschwächt, wenn wir völlige Trennung von Staat und Kirchen erreichten. Und die Herrschaft des Staates wird auch dadurch geschwächt, wenn der Staat sich aus Religionsfragen heraushalten muss, also nicht mehr mit sinnlosen Verboten und Geboten eine Religionsgemeinschaft gegen die andere aufhetzen kann. (Burka, Schleier, Kreuze in Schulen und Gerichten, Finanzamt zieht Kirchensteuer ein und bezahlt die Pfaffen etc.)
      Muss ich noch dazuschreiben, dass diese Herren sich nicht freiwillig dazu verstehen werden?

      Gruß Wal
      Glücklich, wer sich vom Feuer der Jugend die Glut noch bewahrt.
    • Hallo Wolf,

      mich hast Du zwar nicht gefragt, aber ich garantiere Dir, daß mir beide von Dir als "Konsequenz" aufgeführten Wege nicht behagen. Überhaupt nicht behagen!

      Daß sich eine Staatsgewalt selbst abschafft ist Nonsens. Das gilt im übrigen für JEDE (inkl. aller evtl. zukünftigen).

      Und der zweite 'Weg' - was soll der bringen? Dann käme eine andere Regierung über uns.

      Was wäre da anders, als mich andere Gesichter von Plakaten und aus dem TV anschauen. Nö, da steht Aufwand und Nutzen in einem sehr ungesunden Verhältnis.
      Zumal ich weiß, daß es kein Primat der Politik geben kann.

      Liebe Grüße - Wat.

      The post was edited 2 times, last by Wat.: Korrektur ().

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      Hallo basal,
      Was du schreibst, finde ich ganz richtig.
      Aber man kann und muss auch den Grund angeben, warum der Staat im Kommunismus abstirbt. Er stirbt aus dem Grund ab, weil die Menschen alle Gemeinschaftsaufgaben gemeinsam und selbst erledigen und solche Aufgaben nicht an eine feste Personengruppe delegieren. Der Staat stirbt also in dem Maße und in dem Tempo ab, wie die Menschen alle ihre gemeinschaftlichen Belange selbst regeln.
      Ich denke, das ist das, worauf Wat.oben hingewiesen hat: Der Staat schafft sich niemals selbst ab.
      Wat. (Angela) wird aber sicherlich noch auf die falsche Zurechtweisung von Wolf antworten.

      Das ist auch die Kritik von Marx an all denen, die den Staat "abschaffen" wollen: Der Staat ist ein Instrument der Klassenherrschaft. Das Instrument "Staat" verschwindet nicht per Dekret, sondern muss durch passendere Instrumente (Selbstverwaltung, Jobrotation etc.) überflüssig gemacht werden.

      .. Die kommunistische Revolution, die die Teilung der Arbeit aufhebt, (beseitigt schließlich) die politischen Einrichtungen ... K. Marx, Deutsche Ideologie, MEW 3, 364.

      Soweit und wo es heute schon selbstverwaltete Strukturen gibt, tragen diese schon zum Absterben des Staates bei.

      Gruß Wal

      Siehe:
      marx-forum.de/marx-lexikon/lexikon_s/staat.html
      Glücklich, wer sich vom Feuer der Jugend die Glut noch bewahrt.
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      Hallo Wolf und basal,

      aber sicher habe ich davon gehört und nicht nur das, ich habe davon gelesen - bei Marx.

      Dort konnte ich auch lesen, warum es Staat gibt und daraus resultierend; wie lange. Ebenso ist bei ihm so einiges an Argumentation gegen ein Primat der Politik zu finden.

      Ja, wir sind hier im Marx-Forum und das hat auch ein Lexikon, damit ist ein schneller Überblick über nicht 'unwichtige' Kategorien von/ bei ihm möglich sind - schaut doch bitte einfach oben zum Header, da ist ein Link dorthin ;)

      Ich erlaube mir außerdem zu wissen, wann nach Marx etwas Sozialismus genannt werden kann.

      Die bisherigen Anläufe dazu waren nur Staatssozialismus und der hat mit Sozialismus genauso viel oder wenig zu tun wie der Kapitalismus - nämlich die gesellschaftliche Produktion.

      Der Staat ist der Überbau über die materielle Basis, die Basis ruft den Überbau hervor, und nicht der Überbau die Basis.

      Erst wenn die materielle Basis (hier gesellschaftliche Produktion) keinen Überbau mehr braucht, dann ist er obsolet.
      Im übrigen ändert sich eine materielle Basis nicht allein dadurch, daß die alten Eigentümer verschwinden (sollen/ müssen) - die Produktionsweise muß sich ändern.

      Hier haben wir jetzt Warenwirtschaft. Der Staatssozialismus hatte das auch (nur).

      Meine Fragen an Euch:

      Wie ist die nächste Art zu wirtschaften - habt Ihr da schon eine Vorstellung?
      Wie ist der jetzige Stand der Produktivkräfte?
      Wie könnte eine Regierung da eingreifen und mindestens genauso wichtig: Womit?

      Liebe Grüße - Wat.
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      Hallo Wat.,

      vielen Dank für Deine Ausführungen.

      Marx bleibt im Hinblick auf zukünftige gesellschaftliche Produktionsweisen im Allgemeinen.

      Ein Aspekt meiner Interpretation der "Kapitals" ist aber ungefähr so:
      Ein Teil der Voraussetzungen und Bestimmungen einer erfolgreichen kaptialistischen Produktionsweise können auch Teil zukünftiger nicht-kapitalistischer Produktionsverhältnisse werden. Ich denke da z.B. an die Kooperation.
      Diese Fähigkeit an sich kann natürlich eine unterschiedliche Funktion erfüllen: Hier ein Teil der Konkurrenz, dort ein Teil gemeinwirtschaftlicher Arbeit.