Sind PKK-Forderungen für Kurden nationalistisch?

  • Der PKK-Führer Cemil Bayik erklärte im britischen BBC: „Wir wollen uns nicht von der Türkei abspalten und einen Staat gründen“. Die Kurden wollen „innerhalb der Grenzen der Türkei auf unserem Land frei leben“.
    Ein nationalistisches Programm, das mit anderen nationalistischen Programmen in der Türkei in Konflikt steht, ist das dennoch.
    Auch das neue nichtstaatliche Programm der Kurden ist ein nationalistisches Programm, weil es nicht allgemeine und gleiche Rechte für alle Bewohner der Türkei fordert, sondern (Sonder)Rechte nur für die Kurden. Wo nationalistische Bewegungen aufeinanderstoßen, gibt keine gemeinsame Lösungen, sondern nur Sieger und Verlierer, Tote und Überlebende.


    Das PKK-Programm ist ein nationalistisches Programm, das von Nichtkurden innerhalb und außerhalb der Türkei quasi aus „Mitleid“ unterstützt werden kann, nicht aus gemeinsamem Interesse. Das ist ein verkehrter Ansatz und eine falsche Politik.
    Freilich werden die Kurden vom türkischen Staat besonders unterdrückt. Aber diese besondere staatliche Unterdrückung liegt im Interesse der türkischen Machthaber, nicht im Interesse der türkischen Bevölkerung. Das wird durch die Forderungen und in der Politik der PKK jedoch nicht deutlich.


    Emanzipatorische Politik hilft allen Ausgebeuteten und Unterdrückten. Emanzipatorische Forderungen kennen keine Hautfarbe, keine Nationalität, keine ethnische oder religiöse Besonderheit.


    Würde die PKK das Recht auf eigene Sprache, Kultur und Religionsausübung sowie kommunale bzw. regionale Selbstverwaltung für alle ethnischen Gruppen in der Türkei fordern, dann und nur dann wäre die kurdische Bewegung ein Teil der emanzipatorischen Gesamtbewegung in Anatolien und in ganz Europa.
    Ziel dieser Emanzipations-Bewegung wäre multikulturelle, ethnische Vielfalt und demokratische Selbstverwaltung.


    Gruß Wal Buchenberg

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