Betrug und Bestechung im Kapitalismus

  • Aus gegebenem Anlass schrieb ich:

    Betrug und Bestechung sind normale, fast zwangsläufige unternehmerische Reaktionen auf die Zunahme von Regelwerken und Vorschriften, die die Freiheit des (Einzel)Kapitals beschränken. Die Einschränkung „unternehmerischer Freiheit“ ist auch der Hintergrund aller Polemik gegen die EU.

    Gegenüber der Verrechtlichung und Zähmung der Lohnarbeitsverhältnisse reagierten die Kapitalisten teils mit Auslagerung ihrer Produktion in Länder und Regionen, die geringere Standards im Arbeitsleben haben, teils durch die Ausweitung prekärer Arbeitsverhältnisse im Land (Leiharbeit, Ich-AGs, Minijobs, Plattform-Jobs - "gigwork").

    Gegenüber der Kontrolle und Zähmung der Umweltschädigung reagieren die Unternehmen mit Bestechung und Betrug, um Umweltauflagen umgehen zu können, die ihren Profit beschneiden. Umweltschutz und Arbeitsschutz stehen beide in Gegensatz zu Unternehmerinteressen.

    Umweltschutz und Arbeitsschutz erfüllen sich erst in „gläsernen Unternehmen“, in denen der Einzelkapitalist (Unternehmer) nichts mehr zu melden hat.


    Siehe auch:

    Kapitalisten als Kriminelle

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Comments 2

  • "Umweltschutz und Arbeitsschutz stehen beide in Gegensatz zu Unternehmerinteressen.
    Umweltschutz und Arbeitsschutz erfüllen sich erst in „gläsernen Unternehmen“, in denen der Einzelkapitalist (Unternehmer) nichts mehr zu melden hat."

    Was meinst du mit dem letzten Satz? Und steht der nicht im Widerspruch zum ersten?
    • Gläserne Unternehmen sind mit dem Privateigentum unvereinbar. Wir können gläserne Unternehmen im Kapitalismus anstreben, aber nur als Gift, das gegen das Kapitalinteresse wirkt (Wistlblower, heimliche Videoaufnahmen aus Tiermastbetrieben, Wallraffs Arbeiterreportagen, Enthüllungsplattformen etc.)
      Wo die Produktionsmittel vergesellschaftet sind, machen "Geschäftsgeheimnisse" keinen Sinn. Da sind "gläserne Betriebe" notwendig/selbstverständlich.