Opfermythos Nordkorea

  • Es gibt Putinversteher und es gibt Kim-Jong-Un-Versteher. Beide eint die Vorstellung, dass die Taten und Untaten des US-Imperialismus (fast) alle anderen Staaten und Regierungen automatisch zu Opfern macht, die jede Gewalttat, bis hin zu Massenmord, als „Selbstverteidigung“ rechtfertigen.


    In dieser Logik zitiert die Junge Welt den Opfermythos „Brennpunkt Nordkorea“ der DDR-Professorin Helga Picht und des Nordkoreafreunds Rainer Werning: »Nach einem fünfzehnjährigen westlichen ›Krieg gegen den Terror‹ mit reihenweise verwüsteten Staaten im Nahen und Mittleren Osten folgt Nordkoreas Nomenklatura einer sehr rationalen Logik: Wenn wir schon international nicht als Freund geachtet sind, wollen wir wenigstens auf Augenhöhe als Feind geächtet werden.«


    „Wir“, das sind nicht die Menschen, die in Nordkorea abgeschirmt und rechtlos in einem riesigen Gefängnis leben, „Wir“ das sind die staatlichen Machthaber, die Nordkorea und die dortige Bevölkerung als ihren Familienbesitz betrachten.

    Die nordkoreanischen Machthaber folgen der imperialistischen Logik: Militärmacht muss mit Militärmacht bekämpft werden. In dieser imperialistischen Logik stehen die Interessen der Machthaber an oberster Stelle. Die Interessen der Bewohner Nordkoreas kommen darin nicht vor.


    Wal Buchenberg

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