Die sechste Todsünde des Kapitalismus: Habgier

  • Armen fehlt Alles, Habgierigen fehlt Vieles

    (Sprichwort der Bürgersklasse)


    Im jahr neunzehnhundertneunundvierzig

    nach der währungsreform

    waren doch alle gleich

    sagt man

    da hatte jeder seine 40 mark.


    im jahr neunzehnhundertsechzig beherrschten

    1,7 % der familien wieder

    70 % der produktionsmittel.

    um in einem jahr soviel zu verdienen

    wie einer der kapitalisten

    müsste ein arbeiter

    eintausendsiebenhundertzweiundsechzig jahre

    leben und arbeiten.


    wer meint, reichtum komme von habgier

    der glaubt, wir hätten es selbst in der hand

    reich zu werden oder arm zu bleiben.


    in den fabriken befehlen die herren

    über uns menschen.

    nein, sie herrschen nicht unbeschränkt -

    alles im rahmen der gesetze.

    die fabrikherren herrschen so

    dass sie in 10 von 24 tagesstunden

    über unser leben und unser tun bestimmen.


    auch außerhalb ihrer fabriken

    geht es nach dem Willen der fabrikherren.

    dass wieder panzer gebaut wurden

    bestimmten sie, nicht die arbeiter.

    schulen wurden dort errichtet-

    straßen wurden dort gebaut-

    wohnhäuser dort hingestellt-

    wo es den fabrikherren

    größten nutzen bringt.


    wer die reichen anfleht,

    von habsucht zu lassen,

    der fleht um mehr almosen,

    der winselt um kuchenkrümel.


    wir wollen alles.

    Nur so bekommen wir

    unser leben zurück.

    Das mag habgier nennen

    wer will.

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