VW und die Staatsoptimisten

  • VW ist ein Betrügerchen. Hat das irgend jemand von uns überrascht? Siemens zahlte Bestechungsgelder. FIFA ist korrupt. Das sind Meldungen ohne Nachrichtenwert.
    Wen hat denn VW betrogen? Die Autokäufer kaum.
    Oder ist irgendein Käufer zum VW-Händler gekommen und hat verlangt: Ich möchte einen 2-Liter-Diesel, der weniger als 180 mg NOx pro Kilometer ausstößt? Solch einen Käufer hätte VW tatsächlich hinters Licht geführt.


    Strengere Abgasnormen erlassen staatliche Behörden - von Kalifornien bis Niedersachsen. Und diese staatlichen Behörden hat VW betrogen. VW ging mit den Autokäufern dabei eine stillschweigende Komplizenschaft ein: VW lieferte immer größere und immer stärkere Autos und drückte seinen Kunden für jedes Auto eine gültige Zulassung einschließlich der neuesten Normen in die Hand.
    Dieselbe Komplizenschaft vereinte Schweizer Banken mit ihren betuchten Kunden aus Deutschland, denen lukrative Verzinsungen angeboten und dabei versprochen wurde, sie vor der deutschen Steuerfahndung zu schützen. So hat VW die VW-Käufer vor dem Abgas-TÜV geschützt.


    VW wird die Aufdeckung seines Betruges überstehen. Genauso wie Siemens die Korruptionsvorwürfe hinter sich gelassen hat. Und es wird auch ohne Blatter & Co. weiter Fußball in der Welt gespielt werden.
    Wer durch den Abgasskandal wirklich blamiert ist, ist der linke Staatsoptimismus, der glaubt, man könne die Welt vor Naturzerstörung retten - und nebenbei noch die Armut beseitigen, wenn nur die richtigen Gesetze auf den Weg gebracht würden.


    Dieser Staatsinterventionismus findet einmal mehr sein tönernes "Primat der Politik" in Scherben.
    Einmal mehr hat sich gezeigt: Der Staat ist machtlos, wenn "die Politik" mit den "Interessen der Wirtschaft" in Konflikt gerät.
    Staatliche Behörden taugen weder als "Naturschützer" noch als "Retter der Armen".


    Nicht der VW-Konzern ist in Krise, sondern der linke Staatsoptimismus, meint Wal Buchenberg

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Comments 1

  • "Wen hat denn VW betrogen? Die Autokäufer kaum."

    Zuerst mal seine Aktionäre, die mussten nun herbe Verluste hinnehmen.
    Dann seine Wettbewerber, denen hat VW Marktanteile abgerungen.
    Und natürlich auch den Käufer, der eine zugesicherte Eigenschaft " Abgasnorm " nicht erhalten und somit zu viel bezahlt hat.

    "Wer durch den Abgasskandal wirklich blamiert ist, ist der linke Staatsoptimismus, der glaubt, man könne die Welt vor Naturzerstörung retten - und nebenbei noch die Armut beseitigen, wenn nur die richtigen Gesetze auf den Weg gebracht würden."

    Die Umweltzerstörung ist eine Grundfrage des menschlichen Gesellschaft. Sie muß gelöst werden. Jeder noch so kleine Schritt ist wichtig. Der Versuch die Profitinteressen in Einklang mit dem Umweltschutz zu bringen ist unter den heutigen Bedingungen der einzig richtige Weg. Dazu werden Gesetze erlassen.

    "Einmal mehr hat sich gezeigt: Der Staat ist machtlos, wenn "die Politik" mit den "Interessen der Wirtschaft" in Konflikt gerät."

    Was ist ein kapitalistischer Staat?
    Was ist der staatsmonopolistische Kapitalismus?
    Bestimmt die Wirtschaft die Politik? Wenn ja, was ist Wirtschaftspolitik?